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Der Reiter formt das Pferd Tätigkeit und Entwicklung der Muskeln des Reitpferdes von Bürger, Udo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2016
  • Verlag: FNverlag
eBook (ePUB)
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Der Reiter formt das Pferd

In diesem 1939 erstmals erschienenen Buch werden von den Autoren Udo Bürger und Otto Zietzschmann die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung und letztlich für ein langes und gesundes Leben als Reitpferd sehr verständlich und anschaulich beschrieben. Die Autoren erklären physiologische Erkenntnisse als Grundlagen für die Reitlehre und erläutern wichtige Anhaltspunkte für die Ausbildung des Pferdes, das Erkennen und Abstellen von Ausbildungsproblemen. Für die Aktualität dieses Themas setzen sich u.a. der Olympiasieger und ehemalige Bundestrainer Klaus Balkenhol und Dr. med. vet. Gerd Heuschmann ein. Nach Klaus Balkenhol können durch sachgemäße Ausbildung und das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Muskeltätigkeit und Skelett im Zusammenspiel bei den verschiedenen Ausbildungsphasen aus durchschnittlichen Pferden durchaus Spitzenpferde werden. Aus der Sicht des Tierarztes ist gutes und durchdachtes Reiten nach wie vor der einzige und beste Schutz vor allen gesundheitlichen Schäden beim Pferd. Dr. Gerd Heuschmann sieht dieses Buch als Pflichtlektüre für den verantwortungsbewussten Sport- und Freizeitreiter, egal welcher Disziplin, den Ausbilder, Richter und Tierarzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 120
    Erscheinungsdatum: 18.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783885429272
    Verlag: FNverlag
    Serie: FNbuch
    Größe: 6200 kBytes
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Der Reiter formt das Pferd

Kapitel 1

Allgemeines über Muskeltätigkeit

D ie aktiven Bewegungsorgane des Körpers sind die Muskeln, die sich in sinnvoller Weise an zwei oder mehreren Knochen des Skeletts anheften und über ein oder mehrere Gelenke hinwegziehen. Man hat sich daran gewöhnt, die Skelettmuskulatur als "willkürliche", d.h. dem Willen unterworfene, zu bezeichnen. Das ist nur bedingt richtig. Wohl wird der Beginn einer Bewegung durch den Willen ausgelöst, aber ihr Ablauf und unter Umständen eine überaus vielgestaltige Folge von koordinierten Mitbewegungen werden durch eine Reihe von geordneten Reflexen vollzogen, ohne dass die Einzelphase dieses ganzen Bewegungskomplexes vom Bewusstsein aufgenommen wird. Aus einer breiten Unterteilung dieser selbstständigen Reflexe genügt für die nachfolgenden Betrachtungen die Kenntnis, dass es allgemeine Haltungsreflexe, Bewegungsreflexe und haltungsbedingte Bewegungsreflexe gibt. Der Reiter braucht davon nur zu wissen, dass der Tonus (gleich Spannungszustand) einzelner Muskeln und ganzer Muskelgruppen durch Reflexe angeregt und erhalten wird und dass diese Reflexe einerseits in Abhängigkeit von der Körperstellung (gleich Haltung) stehen, andererseits voneinander abhängig und sehr weitgehend untereinander verkoppelt sind. Daraus ergibt sich eine Abhängigkeit des Spannungszustandes verschiedener Muskelgruppen voneinander und zwar entweder im gleichen oder im umgekehrten Sinne (Synergisten-Antagonisten).

Noch einleuchtender sind diese Abhängigkeitsverhältnisse am anatomischen Muskelpräparat zu studieren. Die Muskeln an den Gliedmaßen werden nach ihrer Lage zu den Gelenken und nach ihrer Tätigkeit in Beuger und Strecker eingeteilt. Die Tätigkeit der Rumpfmuskeln ist nicht auf einen so einfachen Nenner zu bringen. Sie heften sich über große Flächen hinweg bzw. in langen Reihen am Rumpfskelett an, und die Wirkungsgebiete verschiedener Muskelgruppen greifen ineinander; darüber hinaus sind viele unter sich mittels bindegewebiger Häute (Faszien) verbunden und somit noch in weiterem Maße voneinander abhängig. Diese Abhängigkeit hat zur Folge, dass in der Bewegung die großen Muskelgruppen in einem geordneten Zusammenspiel arbeiten müssen, und dass dieses Zusammenspiel gestört wird, wenn nur eine der großen Muskelgruppen in ihrer freien natürlichen Tätigkeit durch den Reiter behindert wird. Nur das harmonische Zusammenarbeiten der gesamten Körpermuskulatur verbindet die höchste Leistung mit Schönheit der Bewegung. Dem Reiter soll es gelingen, sich in diese Harmonie einzufühlen bzw. sie während der Ausbildung eines jungen Pferdes zu erwecken und zu erhalten, sie aber keinesfalls zu stören. Nur dann wird er über die Bewegungen und die vier Beine des Pferdes mit seinen Hilfen verfügen, als wäre er damit verwachsen.

Das Pferd ist auf Grund seines ganzen Körperbaues zum Reittier geschaffen. Sein Skelettsystem ist von jeher ein geeignetes Objekt für Untersuchungen über die Wechselbeziehungen zwischen Form und Funktion. Die einseitige Gebrauchsweise des Bewegungsapparates zum Stehen und zum mehr oder weniger beschleunigten Gang in möglichst gerader Richtung nach vorn hat deutliche Anpassungserscheinungen des Knochengerüstes an diese Art der Funktion herbeigeführt. Die Stammesgeschichte gerade des Pferdes ist ja durch Funde von Vorfahren mit ursprünglich fast voller Zahl der Fußknochen und dann folgender allmählicher Rückbildung der Zahl der Zehen- und Mittelfußknochen sowie der Elle und des Wadenbeins in fast geschlossener Reihe belegt.

In Verbindung mit der Rückbildung des Gliedmaßenskeletts bei den Pferdeahnen bis zu dessen hochgradig vereinfachter und gefestigter Form beim jetzigen Pferd musste auch der aktive Bewegungsapparat mehr oder weniger gleichzeitig sich in Form und Funktion verändern. Diese Veränderungen betreffen die Lage und den inneren Aufbau der Muskeln. Auf die Lage hier einzugehen erübrigt sich; sie wird im Einzelnen in den

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