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Gutes Training schützt das Pferd Schonende Ausbildung nach osteopathischen Grundsätzen von Welter-Böller, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.12.2016
  • Verlag: Cadmos Verlag
eBook (ePUB)
19,99 €
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Gutes Training schützt das Pferd

Das Skelett-, Faszien- und Muskelsystem des Pferdes hat sich über Selektion so entwickelt, dass es energieeffizient 16 Stunden lang mit tiefem Kopf grasen kann und die restlichen acht Stunden döst oder schläft. Leider wird in allen Anatomieatlanten und Auktionskatalogen das Pferd in Aufrichtung abgebildet. So wird suggeriert, dass sie die natürliche Haltung des Pferdes ist. Das ist falsch. Um diese Haltung für den Pferdekörper schadensfrei über einen längeren Zeitraum einnehmen zu können, braucht das Pferd, exterieurabhängig, zwei bis vier Jahre systematisches Training. Überspringt man notwendige Trainingsstufen, nimmt der Pferdekörper Schaden. Barbara Welter-Böller und Maximilian Welter zeigen in ihrem Buch Wege auf, wie man das Skelett-, Faszien- und Muskelsystem systematisch und schadensfrei für die sportartspezifische Anforderung vorbereitet. Auch zeigen sie Lösungen bei falschen Bewegungsmustern und orthopädischen Problemen auf. Barbara Welter-Böller ist Reiterin, Trainerin, Humanphysiotherapeutin, Pferdeosteopathin und unterrichte seit 1997 in ihrer Fachschule für Osteopathische Pferdetherapie Anatomie, Biomechanik, Exterieuranalyse, Ganganalyse, Reitlehre, Sitzanalyse des Reiters. Sie hat für die Trainer und Ausbilder den Weiterbildungslehrgang zum OsteoConzeptCoach entwickelt, um den Trainern das Wissen zu vermitteln, um pferdegerecht trainieren zu können. Maximilian Welter ist Tierarzt, Pferdeosteopath nach Welter Böller und hat die Weiterbildung zum OsteoConzeptCoach absolviert. Er ist Dozent für Anatomie, Pathologie, Biomechanik und Neurologie in der Fachschule und reitet seit seinem zehnten Lebensjahr.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 02.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840464379
    Verlag: Cadmos Verlag
    Größe: 25125 kBytes
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Gutes Training schützt das Pferd

FORM FOLLOWS FUNCTION: WARUM PFERDE SIND, WIE SIE SIND

(Foto: Jessmine/Shutterstock)

Die Osteopathie geht davon aus, dass die Natur das Pferd so geformt hat, dass es ohne größere Einschränkungen gesund alt werden kann. Schauen wir uns also an, wie der Pferdekörper funktioniert und welche Unterschiede es zwischen den Pferdetypen gibt.

Osteopathische Leitsätze

Wenn wir das Training und die Ausbildung des Pferdes unter den folgenden Gesichtspunkten betrachten und darüber hinaus über genügend Verständnis der Anatomie und Biomechanik verfügen, können Schadensmechanismen für das Pferd vermieden werden:

1. Die Funktion bestimmt die Struktur.

2. Der Körper existiert im Spannungsfeld von Stabilität und Mobilität.

3. Kompression ist der größte Schadensmechanismus für den Körper.

DIE FUNKTION BESTIMMT DIE STRUKTUR

In über 25 Millionen Jahren hat sich das Pferd vom fuchsgroßen Urpferdchen Eohippus zum modernen Pferd entwickelt. Durch Zucht und Selektion sind unsere heutigen Pferderassen entstanden.

Immer wieder haben sich in dieser unvorstellbar langen Zeit der Entwicklung Skelett und Muskulatur an die Umweltanforderungen des Pferdes angepasst. Alles, was ihm nichts nützte, entwickelte sich zurück, anderes passte sich in Form und Größe seinen Bedürfnissen an.

So können wir am Skelett des Pferdes und seiner Muskelverteilung, also an seinem Exterieur, ablesen, wofür gerade dieses Pferd geeignet ist.

Kompression als Schadensmechanismus: Der Druck des Sattels hat Spuren hinterlassen. (Foto: Julie Vader/Shutterstock)

DER KÖRPER IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN STABILITÄT UND MOBILITÄT

Der Pferdekörper, so wie der menschliche Körper auch, lebt immer im Spannungsfeld von Mobilität (Beweglichkeit) und Stabilität. Herrscht einer dieser Parameter zuungunsten des anderen vor, wird das Pferd ineffiziente Bewegungsmuster zeigen, die den Körper zu energieverbrauchenden und gelenkschädigenden Kompensationsmechanismen zwingen.

Das Skelett ist das stabile Element im Pferdekörper. Durch seine gelenkigen Verbindungen ist es aber auch mobil genug, um alle für das Pferd nötigen Bewegungen zu ermöglichen. Muskeln und Faszien, also das Bindegewebsnetz des Körpers, sind Bewegungsmotor und zugleich dynamische Stabilisatoren.

Sind Mobilität und Stabilität im Gleichgewicht, ist das Pferd gesund.

KOMPRESSION IST DER GRÖSSTE SCHADENSMECHANISMUS FÜR DEN KÖRPER

Knochen, Muskeln und Gelenkbeweglichkeit sind trainierbar. Anders ist es mit der Kompression. Deshalb hat Andrew Taylor Still die Kompression als den Hauptschadensmechanismus für den Körper postuliert.

Als Beispiele kann man hier die vielen und stets irreparablen degenerativen Gelenkerkrankungen (Arthrosen), wie z.B. den Spat oder auch die weitverbreiteten Probleme in der Sattellage, heranziehen. Eine von der Natur nicht vorgesehene Kompression einer Struktur verursacht Schäden. Sie muss zur Erhaltung der Gesundheit vermieden werden. Wenn es zur Kompression kam, muss das Pferd genügend Zeit zur Regeneration bekommen.

Physiologie der Bewegung: Warum das Pferd geradeaus und vorwärtsläuft

Pferde sind Energiesparer. Der Grund: Energieeffizienz hat für das Pferd in der Wildnis oberste Priorität. Nur wer über genügend Energie verfügt, kann den Winter überleben, flüchten, ein Fohlen gebären oder Stuten decken und Hierarchiekämpfe austragen.

Das Nackenband stabilisiert die Wirbelsäule. (Grafik: Fachschule für osteopathische Pferdetherapie)

Die Evolution hat dem Pferd also energieeffiziente Bewegungsmuster gegeben, mit denen es sich, wenn es nicht gestört wird, im Schritt oder über kurze Strecken im Trab oder Galopp fortbewegen kann. Beobachtet man Pferde in ihrer ungestörten physiologischen Bewegung, so kann man verschiedene Körperhaltungen in den Grundgangarten erkennen.

Beginnen wir mit dem

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