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So verdient man sich die Sporen Die Erfolgs-Reitlehre von Stern, Horst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2015
  • Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
eBook (ePUB)
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So verdient man sich die Sporen

Horst Stern stieg in den Sattel, um eine Reitlehre zu schreiben. Er war kein Meister der Reitkunst, sondern ein junger Journalist, der alle Höhen und Tiefen des Einsteigers am eigenen Leib erfuhr. Humorvoll und unkonventionell zeigt er in diesem Buch, worauf es beim Reiten ankommt und wie man zu einem einfühlsamen Umgang mit dem Pferd findet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783440144688
    Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
    Größe: 19718 kBytes
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So verdient man sich die Sporen

Kapitel 1

Studieren geht über Probieren

Ein Kapitel, welches sich bemüht, den geneigten Leser in die richtige Schule zu schicken, und welches ihm zu erklären versucht, warum es zweierlei Pferde gibt: gute und solche, auf die er zu sitzen kommt.

Man beginnt sein Reiterleben nicht mit dem Kauf von Sporen, sondern mit einer Schnüffeltour durch die erreichbaren Etablissements, in denen das Reiten gelehrt wird.

Da sind - in allen besseren Städten - ein Reit- und Fahrverein und ein bis drei private Reitställe. Wofür Sie sich entscheiden, ist keine Frage des Geldes; der Unterricht kostet überall etwa gleich viel. Es ist schon eher eine Frage der Pferde; doch das können Sie noch nicht beurteilen, erstens, weil Sie nichts davon verstehen, und zweitens, weil Sie sich das Pferd, das unter Ihnen zu leiden haben wird, ja doch nicht aussuchen können. Es ist eine Frage der Menschen. Man lernt nicht reiten, wie man Autofahren lernt: Nach einer absehbaren Zahl von Stunden hat der Prüfer auch mit dem Dümmsten Mitleid und gibt es ihm schriftlich, dass er von nun an offiziell sich und andere in Gefahr bringen darf. Reiten gefährdet ernstlich niemanden, von der ersten Stunde an nicht, doch lernt man unendlich viel länger daran. Bis man die Gänge, das Gas und die Bremse nur gefunden hat! Von ihrer properen Bedienung gar nicht zu reden. Die Wahl der Reitschule ist also für Sie zunächst eine Frage der Menschen, die dort reiten, denn Sie müssen, wenn es Ihnen wirklich ernst ist, jahrelang mit ihnen umgehen.

Setzen Sie sich in die Kasinos und in die Reiterstübchen, die zu jedem Reitunternehmen so zwingend dazugehören wie zum Pferd der Schweif. Erfahren Sie auch beim zweiten oder dritten Besuch immer wieder aufs Neue, von wem sich die Damen dauerwellen und bei wem sie schneidern lassen, wie vorteilhaft in den Winterferien die Exklusivität der Zürser "Alpenrose" gegenüber dem doch schon leicht verpöbelten "Taoro" auf Teneriffa abschneidet, dann ist zu befürchten, dass Sie im falschen Zug sitzen. Spricht man hingegen von Pferden und von eigenen Fehlern, belegt der Stall auf namhaften Turnieren nicht nur die besten Tribünenplätze, sondern auch gute Plätze in Springen und Dressur, dann ist anzunehmen, dass man Ihnen hier das Reiten wohl beibringen wird.

Weder so noch so muss dies stimmen. Abgesehen davon, dass Zürs und Teneriffa ja auch wirklich hörenswerte Ferienorte sind, gibt es in leicht versnobten Instituten nicht selten Reitlehrer, die solche Luft nur widerwillig atmen und sich mit wahrer Leidenschaft eines Schülers bemächtigen, der zu erkennen gibt, dass er der Pferde wegen, nicht seiner 500-Euro-Stiefel zuliebe, in den Unterricht kommt. Und was die pferdebesessenen Betriebe wiederum angeht, so betreiben sie das Geschäft der Anfängerausbildung nicht selten mit der seelischen Grimasse eines Gourmets, der sich aus Liebe zu einer Frau gezwungen sieht, ihre ordinären Bratkartoffeln zu preisen.

Wie man's anfängt, ist es falsch. Aber man muss ja mal anfangen. Fangen wir also endlich an.

Sie haben sich für einen Betrieb entschieden, und da sitzen Sie nun - nein, noch lange nicht auf einem Pferd - auf den staubbedeckten Zuschauerplätzen der Reithalle, einem mehr oder weniger großen Rechteck von der Gemütlichkeit einer Bahnhofshalle. Glücklich darin sind nur die Spatzen, die sich um die Rossbollen raufen. Für den Reiter ist die Halle ein höchst notwendiges Übel; in ihr sitzt er sein Lernpensum ab, bewegt sich und sein Pferd, wenn Wetter oder Ausbildungsstand ihn daran hindern, Gottes freie Natur aufzusuchen. Schwitzkasten im Sommer, Eiskeller im Winter. Doch wer sich zu gut für sie dünkt, hat den Sinn des Reitens nicht begriffen. "Tür frei, bitte!" , schallt es zu Ihnen herüber. In der ein Meter fünfzig hohen Holzbande, die das Bahnrechteck umzieht, wird eine Tür aufgestoßen. Jemand führt sein Pferd herein. Sein Tür-frei-Ruf warnte Reiter, die schon in der Bahn sind, vor

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