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Auf den Gipfeln der Welt Die Eiger-Nordwand und andere Träume von Krakauer, Jon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.06.2014
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Auf den Gipfeln der Welt

Die Eiger-Nordwand und andere Träume. Der Autor des Weltbestellers "In eisige Höhen" berichtet in zwölf brillanten Reportagen von seinen gefährlichen Leidenschaften: dem Mount Everest und dem K2, dem Montblanc und der berüchtigten Eiger-Nordwand, vom Canyoning in wilden Schluchten und von seiner erfolgreichen Solobesteigung des Devils Thumb in Alaska. Er erzählt von berühmten Bergsteigern, die für ihre Passion ihr Leben aufs Spiel setzen, und macht verständlich, worin die Faszination der Berge besteht.

Jon Krakauer,geboren 1954, arbeitet als Wissenschaftsjournalist für amerikanische Zeitschriften. Erwurde durch den Millionenbestseller "In eisige Höhen", in dem er den Überlebenskampf der Bergsteiger am Mount Everest schildert, weltberühmt.Für seine Reportagen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.Auf Deutsch erschienen von ihm außerdem: "Auf den Gipfeln der Welt", "Mord im Auftrag Gottes", "In die Wildnis" (von Sean Penn verfilmt). Jon Krakauerlebt mit seiner Frau in Boulder, Colorado.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 10.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492959735
    Verlag: Piper
    Größe: 2280 kBytes
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Auf den Gipfeln der Welt

Gleich zu Beginn des Films "Im Auftrag des Drachen" schlendert Clint Eastwood in die schwach erleuchtete Zentrale von C-2, um sich zu erkundigen, wen er als nächstes ausschalten soll. Dragon, der finstere Albino, der die CIA -ähnliche Organisation leitet, erklärt Eastwood, daß man zwar noch nicht den Namen der Zielperson kenne, aber schon herausgefunden habe, daß "unser Mann diesen Sommer in den Alpen klettern wird. Und wir wissen auch schon, an welchem Berg: am Eiger."

Für Eastwood ist gleich klar, welche Route er nehmen wird – "Die Nordwand selbstverständlich" –, und er läßt einfließen, daß er mit dieser Wand vertraut ist. "Ich habe zweimal versucht, sie zu durchsteigen, und sie hat zweimal versucht, mich umzubringen ... Wenn die Zielperson beabsichtigt, den Eiger zu besteigen, habe ich gute Chancen, daß der Berg die Arbeit für mich erledigt."

Das Problem beim Durchsteigen der Eiger-Nordwand ist, daß man nicht nur senkrechte 1800 Meter brüchigen Kalkstein und schwarzes Eis hinauf, sondern auch einige furchterregende Legenden überwinden muß. Die schwierigsten Schritte bei jedem Aufstieg sind immer die mentalen, die psychischen Verrenkungen, die die Angst in Schach halten sollen, und die grimmige Aura des Eiger ist einschüchternd genug, jeden aus dem Gleichgewicht zu bringen. Die Dramen, die sich in der Nordwand abgespielt haben, sind durch mehr als 2000 Zeitungs- und Zeitschriftenartikel in allen gräßlichen Details ins kollektive Unterbewußtsein der Welt eingegangen. Die Umschläge von Büchern wie Todeswand Eiger erinnern uns daran, daß die Nordwand "Hunderte besiegt und vierundvierzig getötet hat" . Diejenigen, die abgestürzt sind, wurden – manchmal erst nach Jahren – ausgetrocknet und zerschmettert gefunden. Der Körper eines italienischen Bergsteigers hing unerreichbar, aber für die Neugierigen im Tal gut sichtbar, drei Jahre im Seil, abwechselnd in den Eispanzer der Wand eingefroren, dann wieder im Sommerwind hin und her schwingend.

Die Geschichte der Berge ist voll von Kämpfen solch heroischer Gestalten wie Buhl, Bonatti, Messner, Rebuffat, Terray, Haston und Harlin, von Eastwood ganz zu schweigen. Die Namen einiger Passagen der Wand – Hinterstoisser-Quergang, Eisschlauch, Todesbiwak, Weiße Spinne – sind für aktive Alpinisten wie für Flachlandtouristen von Tokio bis Buenos Aires geläufige Begriffe, deren bloße Erwähnung die Hände jedes Kletterers feucht werden läßt. Die Steinschläge und Lawinen, die pausenlos durch die Nordwand poltern, sind berüchtigt. Und das ist auch das Wetter: Selbst wenn der Himmel über dem übrigen Europa wolkenlos ist, brauen sich über dem Eiger heftige Stürme zusammen, jenen düsteren Wolkenähnlich, die in Vampirfilmen immer über den transsylvanischen Schlössern schweben.

Überflüssig zu sagen, daß all das die Eiger-Nordwand zu einer der begehrtesten Kletterrouten der Welt gemacht hat.

Die Nordwand wurde 1938 zum ersten Mal vollständig durchstiegen und hat seitdem über 150 Begehungen erlebt, darunter eine Solobegehung im Jahr 1983, die ganze fünfeinhalb Stunden dauerte, aber erzählen Sie um Gottes willen Staff Sergeant Carlos J. Ragone von der amerikanischen Luftwaffe nicht, daß der Eiger zu einem landschaftlich reizvollen Spaziergang geworden sei. Im letzten Herbst saß ich mit Marc Twight vor unseren Zelten oberhalb der Kleinen Scheidegg, der Ansammlung von Hotels und Restaurants am Fuß des Eiger, als Ragone unter einem prallgefüllten Rucksack ins Lager spazierte und verk&

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