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Fliegen um Leben und Tod Bergretter zwischen Matterhorn und Everest von Biner, Gerold (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.10.2014
  • Verlag: OrellFüssli
eBook (ePUB)
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Fliegen um Leben und Tod

Mit beispiellosem Engagement und eisernem Willen organisieren Gerold Biner und seine Schweizer Kollegen aus Zermatt den Aufbau einer Rettungsstation und ein Ausbildungsprogramm in Nepal. Dabei erleben sie wunderbare Fortschritte, aber auch dramatische Rückschläge. Eine Abenteuergeschichte, der es nicht an persönlichen Statements fehlt, sei es zur Leichtsinnigkeit mancher Berggänger oder zu Extremsportarten, die den Tod als ständigen Begleiter haben. Biner redet Klartext und kontert die Kritik an den Schweizer Bergrettern im Zusammenhang mit Rettungseinsätzen auf dem Dach der Welt. Gerold Biner aus Zermatt gehört zu den erfahrensten Hubschrauberpiloten im Bergrettungswesen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 02.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783280038369
    Verlag: OrellFüssli
    Größe: 6258 kBytes
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Fliegen um Leben und Tod

Einsatz am Manaslu - Schweizer Bergretter im Himalaja

Donnerstag, 12. Mai 2011, Lukla, Everestregion

Seit drei Wochen bin ich nun schon in Nepal. Ich vermisse mein kleines Schweizer Bergdorf am Fuße des Matterhorns, das ich in den letzten zwei Jahren immer wieder verlassen habe, um hier im gewaltigen Himalaja Rettungseinsätze zu fliegen - und anderen das Fliegen und Retten beizubringen. Der Aufbau einer Rettungsstation in Nepal ist für mich aber nicht nur ein Projekt, es ist eine Herzensangelegenheit. Ebenso wie das Fliegen selbst ...

Die Beauty Shots für die Dokumentation des Schweizer Fernsehens über unser Nepal-Projekt sind endlich im Kasten. Eine spezielle, vibrationsfreie Cineflex-Kamera, die an der vorderen Unterseite des Helikopters montiert wurde, sowie eine Begleitperson und mehr als 100 Kilogramm Technik an Bord haben das Steuern in diesen Höhen zu einer Zerreißprobe werden lassen. Das Triebwerk gelangte an seine Leistungsgrenze - und wir an den Rand der Verzweiflung. Schon seit über zwei Jahren begleitet und dokumentiert das TV-Team unsere Arbeit im Himalaja. In den letzten Tagen aber war der Druck auf die gesamte Mannschaft noch einmal enorm gestiegen, denn alles hing plötzlich von diesen einmaligen Aufnahmen rund um den Everest ab. Warum bloß hatte ich dem Produzenten und Regisseur Frank Senn versprochen, ja regelrecht garantiert, die geforderten Aufnahmen - Everest, Basecamp, Ama Dablam, das Kloster von Tengboche, der Cho La-Pass, Berge und Gletscher - zu liefern, obwohl uns der leistungsstärkere Heli AS 350 B3 nicht zur Verfügung stand? Nun war ich auf den schwachen B2 angewiesen.

Vergangene Nacht in der Himalaja Lodge habe ich deshalb kein Auge zugetan, während mein Projektpartner, der weltbekannte Bergretter Bruno Jelk, neben mir in seinen ebenfalls weltbekannten komatösen Schlaf fiel. Etwas beunruhigt schlich ich mich ganz nah an sein Bett, hörte seinen gleichmäßigen Atem und stellte erleichtert fest: Gott sei Dank, er lebt! Aber wie konnte dieser Mann einfach so die Augen schließen und einschlafen? Egal, wo wir waren und welches Problem uns beschäftigte: Sobald es Zeit war zu schlafen, schloss Bruno die Augen und schlief. Im Gegensatz zu mir ...

Am Morgen waren die Probleme zwar immer noch da, und der Flug wurde wahrlich kein Spaziergang - aber dank der hochmodernen Kamera gelingen sagenhafte Aufnahmen. Augenblicklich weicht aller Druck von uns. Als uns plötzlich ein Notruf vom Manaslu, dem achthöchsten Berg der Welt (8163 Meter), erreicht: Der Sherpa einer französischen Expedition ist beim Abstieg vom Gipfel zu früh abgebogen und nun im Nebel, irgendwo zwischen Camp 4 und Camp 3, in einer steilen Bergflanke blockiert. Via Satellitentelefon hat er seinem Bruder in Kathmandu mitgeteilt, die Gäste würden ihm folgen, aber er habe sie aus den Augen verloren; auch sei er inzwischen schneeblind. Dringend brauche er etwas zu essen und zu trinken. Sein Kollege sei ohne Gäste unterwegs und bereits zum Camp 3 abgestiegen ...

Nicht nur für uns wird der Tag länger als erwartet, auch das TV-Team entschließt sich spontan, den unerwarteten Einsatz zu filmen, hofft auf weitere spektakuläre Aufnahmen. Das heißt aber auch, die ungeliebte Cineflex bleibt, wo sie ist, und macht dem Piloten das Steuern unnötig schwer. Der Pilot der Fishtail Air ist Ashish Serchan. Er fliegt uns mit Sack und Pack nach Kathmandu, wo uns die Expeditionsfirma über die Geschehnisse informiert, und wir werden von allen Seiten bedrängt, zum Manaslu zu fliegen - obwohl das Wetter an diesem Nachmittag nicht mehr besonders gut und die Route weder von Samagaon, dem Bergdorf am Fuße des Achttausenders, noch vom Basecamp aus gut einsehbar ist. Der Bruder des im Nebel feststeckenden Sherpas will aber unbedingt so nah wie möglich an den Berg heran. Also fliegen wir bepackt mit Rettungsmaterial und Nahrungsmitteln in Richtung Gorkha, Arughat Bazar. Eine Woche zuvor war ich mit den Fishtail Air-Pil

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