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Häfen - Strände - Klippenpfade Zu Fuß entlang der schottischen Nordseeküste. von Wagner, Reinhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Häfen - Strände - Klippenpfade

Am Anfang war es eine fixe Idee. Wie wäre es, wenn du die Nordsee umrundest?! Zu Fuß! Von den Shetland Inseln über die Orkneys, dann an der schottischen, englischen, belgischen, niederländischen, deutschen, dänischen, schwedischen und norwegischen Küste entlang bis Bergen. Nicht in einem durch, aber vielleicht in vier Anläufen? Über vier Jahre je eine Teiletappe von 1500 bis 2000 Kilometern? Reinhard Wagners Gedanken begannen zu kreisen. Ergebnis: Ich mache das! Ich fange zumindest damit an! Im Frühjahr 2016 begann er seinen Weg auf den Shetland Inseln. Nach zehn Wochen erreichte er die schottisch-englische Grenze. Von der ersten langen Etappe seines Projekts 'Nordseeumrundung' erzählt er in diesem Buch. Reinhard Wagner, pensionierter Grundschullehrer aus dem östlichen Rhein-Sieg-Kreis, wollte schon immer andere an seinen Reisen und Wanderungen teilhaben lassen - mit von Hand geschriebenen Tagebüchern über Radtouren zur Jugendzeit bis hin zu verlegten Reiseberichten über Wanderungen im fortgeschrittenen Erwachsenenalter. Mit den Jahren entdeckte er auch seine Freude am Schreiben von kleinen Kurzgeschichten, deren Inhalte zum Teil auch eigenen Reiseerlebnissen oder seinem beruflichen Alltag entspringen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 10.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743168596
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 15695kBytes
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Häfen - Strände - Klippenpfade

25. April 2016
Ein wenig Blizzard

Toft - Brae (16 km)

In der Nacht schlägt ein starker Wind ums Haus. Mir schwant Schlimmes. Trotzdem schlafe ich unaufgeregt weiter. Der Blick morgens aus dem Fenster zeigt mir dann was los war. Die Wiesen und Hügel von West Sandwick sind weiß und immer noch hagelt es weiter. Aber vielleicht sieht ja alles schon ganz anders aus, wenn wir gleich Quam B&B verlassen.

Noch bevor sie uns das Full Scottish Breakfast serviert, ruft unsere Gastgeberin Ann den Busfahrer an, der uns gleich oben an der Straße vor dem Haus aufsammeln soll. "Hier auf Yell kennen wir uns alle untereinander, mit einigen bin ich ja sogar verwandt. Und Freddy macht das schon, da brauchen Sie nicht bis zur Bushaltestelle zu laufen." Wäre das auch geklärt!

Als wir uns verabschieden und zur Straße hochgehen, ist die Wetterlage nicht anders als sie wohl in der Nacht war. Es weht gewaltig, Hagelkörner knallen uns ins Gesicht und ich bedanke mich herzlich bei dem Ausrüster meines Hightech-Anoraks für eine gute Ware. Nachdem Ann uns dann noch Flos vergessenen Rucksackregenschutz mit dem Auto zur Straße hochgebracht hat, dauert es nicht mehr lange, bis der Bus neben uns hält. Der Busfahrer, der aussteigt, um uns beim Verstauen meines Wheelies zu helfen, ist niemand anderes als der von unserer Hinfahrt von Lerwick nach Gutcher. Er lacht uns allen fröhlich zu, packt beim Wheelie mit an, wir alle entern den Bus, besetzt mit vielen offensichtlich Einheimischen, und Freddy legt den Gang ein.

Zusammen rollen wir auf die Fähre, erhoffen uns während der fünfzehnminütigen Überfahrt durchs Fenster vom Aufenthaltsraum an Bord noch einen Blick auf vorbeiziehende Delfine oder gar Wale zu erhaschen, die hier ohne weiteres vorkommen können, werden aber enttäuscht. Wir sehen nichts anderes als eine wilde See mit jeder Menge Schaumkronen auf den Wellenspitzen.

Auf der anderen Seite des Yell Sounds verlassen wir Fähre und Bus und stehen unvermittelt beim Toft Ferry Terminal (jetzt Mainland) im Wind. Noch sind wir guter Dinge. Noch regnet, hagelt oder schneit es nicht. Die ersten Kilometer erleben wir einen gnädigen und starken Rückenwind, der einem fast Flügel verleiht. Aber er ist auch lausig kalt. Die Buffs sind im Einsatz, um die Ohren und um den Mund gelegt, die Kapuzen der Anoraks sind festgezurrt, bei manchem sieht man nur noch Nase und Augen. Die Abstände zwischen uns vergrößern sich, jeder rennt mit einer anderen Schrittlänge vor diesem Wind davon, eine Unterhaltung ist durch die übergezogenen Kapuzen und den heulenden Wind sowieso kaum möglich.

Als die zunächst nordsüdliche Straßenführung in Richtung Westen schwenkt, wird es ungleich schwerer. Der Rückenwind wird zu einem bösen Seitenwind, gegen den wir uns mit einiger Anstrengung lehnen müssen. Trotzdem ist das irgendwie mein Wetter. Ich lache und schreie diesem Wind entgegen, mag er mich doch angreifen, mich wirft er nicht um.

Als wir uns dem Meeresarm des Sullom Voe nähern, schickt das Wetter seinen nächsten Kämpfer aus. Dunkle Wolken kriechen plötzlich über die Hügel, weiße Schleier rasen heran und ehe wir uns versehen stehen wir in einem regelrechten Blizzard. Ich weiß, die Menschen in den USA können anderes über Blizzards erzählen, aber ich finde ihn trotzdem schon ganz schön beeindruckend, auch wenn er vielleicht nur zehn Minuten über uns hinwegfegt. Kleinste Hagelkörner knallen uns wie Nadelspitzen ins Gesicht. Waagerechte weiße Striche sehen wir vor uns. Aber was heißt "sehen"? Wir sehen fast nichts, weil wir kaum die Augen aufhalten können. Herrlich!!! Ich renne, ich stampfe vor mich hin, ich schreie dem Blizzard ein "Ich bin Roald Amundsen!" entgegen und habe meinen Spaß. Als ich mich mal umdrehe, stelle ich fest, dass ich einen riesigen Abstand zwischen mich und die anderen gelegt habe.

Nach kurzer Zeit ist der Spuk vorbei und schemenhaft tauchen die Ölanlagen von Sullo

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