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Uphill Athlete Training für Skibergsteiger und Bergläufer von Jornet, Kilian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.11.2019
  • Verlag: riva Verlag
eBook (ePUB)
29,99 €
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Uphill Athlete

Skitouren und Bergläufe gehören zu den anspruchsvollsten Bergsportdisziplinen überhaupt. Um den schwierigen Anforderungen des Bergsports generell gerecht zu werden und auch körperlich herausfordernde Routen zu meistern, ist ein gezieltes Training nötig. Basierend auf ihren eigenen Erfahrungen zeigen drei der besten Bergsportler der Welt, Kílian Jornet, Steve House und Scott Johnston, wie Sie Ihre Kraft, Ausdauer und Fitness steigern können, um am Berg maximale Leistung zu bringen. Die Autoren führen detailliert in die physiologischen Grundlagen sowie in Methodik und Praxis des Ausdauertrainings ein und zeigen Ihnen spezielle Kraftworkouts, die auf die Bedürfnisse von Bergsportlern zugeschnittenen sind. Zudem lernen Sie, wie Sie den perfekten Trainingsplan erstellen, um sich für jedes Niveau und jedes Ziel optimal vorzubereiten. Ob der Marathon auf dem Mount Everest oder das Skitourrennen auf dem Marmoladagletscher in den Dolomiten - profitieren auch Sie von dem großen Erfahrungsschatz der besten Bergsportathleten. Kílian Jornet ist professioneller Skyrunner, Trail Runner, Skibergsteiger und Langstreckenläufer. Er ist sechsmaliger Meister der Skyrunner World Series und hat einige der renommiertesten Ultramarathons gewonnen, darunter den Ultra-Trail du Mont-Blanc, den Grand Raid, den Western States Endurance Run und den Hardrock Hundred Mile Endurance Run. Jornet hält den Rekord für den schnellsten Auf- und Abstieg an Matterhorn, Mont Blanc, Denali und Everest. Steve House ist ein international bekannter Bergsteiger, Bergführer und Patagonia-Botschafter. Der von Reinhold Messer als 'derzeit bester Extrembergsteiger weltweit' bezeichnete House schreibt für Magazine und ist Autor von Jenseits des Berges. Er lebt in Ridgway, Colorado. Scott Johnston war professioneller Skifahrer auf internationalem Niveau und coacht heute mehrere der erfolgreichsten amerikanischen Skilangläufer. Der begeisterte Bergsteiger lebt in Mazama, Washington, wo er immer wieder neue Kletterrouten entdeckt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 11.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783745306699
    Verlag: riva Verlag
    Größe: 50177 kBytes
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Uphill Athlete

VORWORT

Wissen ist Macht

Der Wind hatte sich die ganze Nacht über bemerkbar gemacht und mit jeder Böe schüttelte das winzige Zelt die dünne Eisschicht ab, die sich durch unseren Atem gebildet hatte. Die Eisflocken legten sich auf uns, um dann auf dem einzigen Körperteil von mir zu schmelzen, der aus dem Schlafsack herausragte: meiner Nase. Beim Aufwachen war ich müde, aber nicht müder als Marko, dem ich in der Morgendämmerung aus dem Zelt folgte. Wir legten die Steigeisen an, schulterten unsere Summit Packs und kletterten in den Sturm hinein.

Die gesamte uns bekannte Welt lag unter uns. Unsichtbar zwar, aber sie zog an uns wie die Schwerkraft. Marko kletterte gleichmäßig, schnell. Ich hingegen langsamer und ungleichmäßig. Bald war auch er für mich unsichtbar, irgendwo über mir. Das einsame Gefühl, zwischen meinem Partner und meiner Welt verloren zu sein, war erdrückend. Einen Moment lang zog ich das Tempo an und stolperte dann, nach Luft schnappend, hustend und keuchend. Dank der Fußspuren im Schnee (dort war noch nie jemand vor uns gegangen, nach uns wahrscheinlich auch nicht) und einer gelegentlichen Wolkenlücke, in der ich Markos grüne Jacke erspähen konnte, die ihn in der schwarz-weißen Welt im Himalaya in rund 7000 Metern Höhe wie einen Außerirdischen erscheinen ließ, konnte ich genug sehen, um zu wissen, dass er da war. Ich konnte ihm folgen, aber nicht mit ihm Schritt halten.

Zwei Stunden später kehrten wir um und gaben nach fünf Tagen erbitterten Kletterns unseren Versuch, den Gipfel zu erreichen, auf. Ein weiteres Lebensziel landete auf dem staubigen, unordentlichen Haufen aufgegebener Träume.

Ich hatte Tausende Berge bestiegen und niemals trainiert. Ich hatte mir als Bergsteiger Sponsorings und Aufmerksamkeit erklettert und Geld verdient, ohne zu trainieren. Ich hatte meine Partner hinter mir gelassen, Erstbegehungen hingelegt, in 60 Stunden die steilste, eisigste Wand in Nordamerika erklettert, ohne zu trainieren. Jetzt musste ich auf dem bedeutendsten, höchsten und schwersten Berg, den ich je in Angriff genommen hatte, umkehren, weil ich nie trainiert hatte.

Als ich nach Hause zurückkehrte, suchte ich mir eine Trainerin und begann zu trainieren. Ein halbes Jahr später war ich krank, bekam Infusionen und hatte Fieber. Ich konnte 21 Tage lang nichts essen und magerte von 75 Kilogramm auf 61 Kilogramm ab. Nachdem ich die Kurve wieder gekriegt hatte, lud mich mein Freund und Kletterpartner Scott Johnston, der als ehemaliger Skilangläufer an Weltmeisterschaften teilgenommen hatte, zu sich ein und machte Hamburger.

Mir gegenübersitzend erklärte er mir: "Du weißt, weshalb du krank geworden bist, oder? Sie [die Trainerin] hat keine Ahnung vom Klettern. Sie hat keine Ahnung, was deine Arbeit dir abverlangt. Sie hat dich übertrainiert. Und zwar heftig. Du darfst den Trainingsumfang nur langsam steigern."

Das war meine erste von Tausenden Lektionen über Ausdauertraining und Physiologie, aus denen letztendlich unser erstes gemeinsames Buch Training for the New Alpinism 1 entstand. Scott wurde natürlich mein Trainer. Meine Fitness erlebte eine Blütezeit. Nicht ganz zwei Jahre später wurde ich wieder Profibergsteiger - hauptberuflich. Meine Kletterkarriere erreichte Weltklasse-Niveau und ich hatte keinerlei Probleme mit Übertraining, Krankheiten oder Verletzungen - bis ich in Kanada 25 Meter tief von einem Berg fiel.

Ich behaupte gern, dass nur diejenigen keine Lust auf Training haben, die nie richtig trainiert haben. Ausfallschritte hassen nur diejenigen, die nicht genug davon gemacht haben und deshalb nicht wissen, wie sich starke Beine am Berg anfühlen. Lange, langsame Läufe und Skiläufe zum Aufbau der aeroben Kapazität hassen nur diejenigen, die nie gespürt haben, wie es sich anfühlt, mit Leichtigkeit den Berg hochzugleiten und sich den Wind um die Nase wehen zu lassen. Entspannt, selbstsicher, mit schnellen B

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