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Der zerbrochne Krug Reclam XL - Text und Kontext von Kleist, Heinrich von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.07.2014
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
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Der zerbrochne Krug

Die Reihe 'Reclam XL - Text und Kontext' bietet Klassikertexte mit Kommentar und ist damit speziell auf die Bedürfnisse des Deutschunterrichts zugeschnitten. Die Bände haben nicht nur ein größeres Format als die Universal-Bibliothek, sie sind vor allem auch inhaltlich gewachsen. Auf die sorgfältig edierten Texte folgt ein Anhang mit Materialien, die das Verständnis des Werkes erleichtern und Impulse für Diskussionen im Unterricht liefern: Text- und Bilddokumente zu Quellen und Stoff, zur Biographie des Autors, zu seiner Epoche sowie zur Rezeptionsgeschichte. Die Herausgeber sind erfahrene Schulpraktiker, die die Materialien nach den gegenwärtigen Erkenntnissen von Germanistik und Schuldidaktik für jeden Band neu erarbeitet haben. E-Book mit Seitenzählung der gedruckten Ausgabe: Buch und E- Book können parallel verwendet werden. Die Bände von Reclam XL sind im Textteil seiten- und zeilenidentisch mit denen der Universal-Bibliothek. UB- und XL-Ausgaben sind also nicht nur im Unterricht nebeneinander verwendbar - es passen auch weiterhin alle Lektüreschlüssel, Erläuterungsbände und Interpretationen dazu.

Heinrich von Kleist (18. 10. 1777 Frankfurt a. d. O. - 21. 11. 1811 zwischen Potsdam und Berlin am heutigen Kleinen Wannsee) bewegte sich in romantischen Dichterkreisen, seine bis heute modern wirkenden Dramen und Erzählungen entziehen sich allerdings schematischen Stil- und Epochenzuordnungen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 23.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159605821
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 1367 kBytes
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Der zerbrochne Krug

[5] Szene: Die Gerichtsstube
Erster Auftritt

Adam sitzt und verbindet sich ein Bein. Licht tritt auf.

LICHT. Ei, was zum Henker, sagt, Gevatter Adam!

Was ist mit Euch geschehn? Wie seht Ihr aus?

ADAM. Ja, seht. Zum Straucheln braucht's doch nichts, als Füße.

Auf diesem glatten Boden, ist ein Strauch hier?

Gestrauchelt bin ich hier; denn jeder trägt

Den leidgen Stein zum Anstoß in sich selbst.

LICHT. Nein, sagt mir, Freund! Den Stein trüg jeglicher –?

ADAM. Ja, in sich selbst!

LICHT.      Verflucht das!

ADAM.           Was beliebt?

LICHT. Ihr stammt von einem lockern Ältervater ,

10 Der so beim Anbeginn der Dinge fiel,

Und wegen seines Falls berühmt geworden;

Ihr seid doch nicht –?

ADAM.      Nun?

LICHT.           Gleichfalls –?

ADAM.                Ob ich –? Ich glaube –!

Hier bin ich hingefallen, sag ich Euch.

LICHT. Unbildlich hingeschlagen?

ADAM.      Ja, unbildlich.

Es mag ein schlechtes Bild gewesen sein.

LICHT. Wann trug sich die Begebenheit denn zu?

ADAM. Jetzt, in dem Augenblick, da ich dem Bett

Entsteig. Ich hatte noch das Morgenlied

Im Mund, da stolpr' ich in den Morgen schon,

20 Und eh ich noch den Lauf des Tags beginne,

Renkt unser Herrgott mir den Fuß schon aus.

LICHT. Und wohl den linken obenein?

ADAM.      Den linken?

[6] LICHT. Hier, den gesetzten ?

ADAM.      Freilich!

LICHT.           Allgerechter!

Der ohnhin schwer den Weg der Sünde wandelt.

ADAM. Der Fuß! Was! Schwer! Warum?

LICHT.      Der Klumpfuß?

ADAM.           Klumpfuß !

Ein Fuß ist, wie der andere, ein Klumpen.

LICHT. Erlaubt! Da tut Ihr Eurem rechten Unrecht.

Der rechte kann sich dieser – Wucht nicht rühmen,

Und wagt sich eh'r aufs Schlüpfrige .

ADAM.      Ach, was!

30 Wo sich der eine hinwagt, folgt der andre.

LICHT. Und was hat das Gesicht Euch so verrenkt?

ADAM. Mir das Gesicht?

LICHT.      Wie? Davon wisst Ihr nichts?

ADAM. Ich müsst ein Lügner sein – wie sieht's denn aus?

LICHT. Wie's aussieht?

ADAM.     /spa

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