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Don Karlos Reclam XL - Text und Kontext von Schiller, Friedrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2015
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
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Don Karlos

Die Reihe 'Reclam XL - Text und Kontext' bietet Klassikertexte mit Kommentar und ist damit speziell auf die Bedürfnisse des Deutschunterrichts zugeschnitten. Auf die sorgfältig edierten Texte folgt ein Anhang mit Materialien, die das Verständnis des Werkes erleichtern und Impulse für Diskussionen im Unterricht liefern: Text- und Bilddokumente zu Quellen und Stoff, zur Biographie des Autors, zu seiner Epoche sowie zur Rezeptionsgeschichte. Die Herausgeber sind erfahrene Schulpraktiker, die die Materialien nach den gegenwärtigen Erkenntnissen von Germanistik und Schuldidaktik für jeden Band neu erarbeitet haben. E-Book mit Seitenzählung der gedruckten Ausgabe: Buch und E-Book können parallel benutzt werden. Die Bände von 'Reclam XL' sind im Textteil seiten- und zeilenidentisch mit denen der Universal-Bibliothek. UB- und XL-Ausgaben sind also nicht nur im Unterricht nebeneinander verwendbar - es passen auch weiterhin alle Lektüreschlüssel, Erläuterungsbände und Interpretationen dazu. Friedrich Schiller (seit 1802: von; 10. 11. 1759 Marbach a. N. - 9. 5. 1805 Weimar) bildet mit Goethe den Kern der Weimarer Klassik, der bedeutendsten deutschen Literaturepoche. Schiller begann als Aufsehen erregender Sturm-und-Drang-Dichter und prägte seit 1795 als Publizist, Theoretiker, Dramatiker und Lyriker das berühmte klassische Weimarer Jahrzehnt. Schillers Dramen gehören noch heute zu den meistgespielten der deutschen Literatur, seine Gedichte, z. B. die Balladen, zählten im 19. Jahrhundert und darüber hinaus zum festen kulturellen Kanon der deutschen Literatur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 18.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159607566
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 1761 kBytes
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Don Karlos

Zweiter Auftritt

KARLOS . MARQUIS VON POSA .

KARLOS. Wer kommt? - Was seh ich! O ihr guten Geister!

Mein Roderich !

MARQUIS. Mein Karlos!

KARLOS. Ist es möglich?

130 Ist's wahr? Ist's wirklich? Bist du's? - O du bist's!

Ich drück an meine Seele dich, ich fühle

Die deinige allmächtig an mir schlagen.

O jetzt ist alles wieder gut. In dieser

Umarmung heilt mein krankes Herz. Ich liege

Am Halse meines Roderich.

135 MARQUIS. Ihr krankes,

Ihr krankes Herz? Und was ist wieder gut?

Was ist's, das wieder gut zu werden brauchte?

Sie hören, was mich stutzen macht.

KARLOS. Und was

Bringt dich so unverhofft aus Brüssel wieder?

140 Wem dank ich diese Überraschung? Wem?

Ich frage noch? Verzeih dem Freudetrunknen,

Erhabne Vorsicht , diese Lästerung!

[10] Wem sonst als dir, Allgütigste? Du wusstest,

Dass Karlos ohne Engel war, du sandtest

Mir diesen, und ich frage noch?

145 MARQUIS. Vergebung,

Mein teurer Prinz, wenn ich dies stürmische

Entzücken mit Bestürzung nur erwiedre.

So war es nicht, wie ich Don Philipps Sohn

Erwartete. Ein unnatürlich Rot

150 Entzündet sich auf Ihren blassen Wangen,

Und Ihre Lippen zittern fieberhaft.

Was muss ich glauben, teurer Prinz? - Das ist

Der löwenkühne Jüngling nicht, zu dem

Ein unterdrücktes Heldenvolk mich sendet -

155 Denn jetzt steh ich als Roderich nicht hier,

Nicht als des Knaben Karlos Spielgeselle -

Ein Abgeordneter der ganzen Menschheit

Umarm ich Sie - es sind die Flandrischen

Provinzen , die an Ihrem Halse weinen,

160 Und feierlich um Rettung Sie bestürmen.

Getan ist's um Ihr teures Land, wenn Alba ,

Des Fanatismus rauher Henkersknecht,

Vor Brüssel rückt mit Spanischen Gesetzen.

Auf Kaiser Karls glorwürd'gem Enkel ruht

165 Die letzte Hoffnung dieser edeln Lande.

Sie stürzt dahin, wenn sein erhabnes Herz

Vergessen hat für Menschlichkeit zu schlagen.

KARLOS. Sie stürzt dahin.

MARQUIS. Weh mir! Was muss ich hören!

KARLOS. Du sprichst von Zeiten, die vergangen sind.

170 Auch mir hat einst von einem Karl geträumt,

Dem's feurig durch die Wangen lief, wenn man

Von Freiheit sprach - doch der ist lang begraben.

Den du hier siehst, das ist der Karl nicht mehr,

Der in Alkala von dir Abschied nahm,

175 Der sich vermaß in süßer Trunkenheit,

Der Schöpfer eines neuen goldnen Alters

[11] In Spanien zu werden - O der Einfall

War kindisch , aber göttlich schön. Vorbei

Sind diese Träume. -

MARQUIS. Träume, Prinz! - So wären

Es Träume nur gewesen?

180 KARLOS. Lass mich weinen,

An deinem Herzen, heiße Tränen weinen,

Du einz'ger Freund. Ich habe niemand - niemand -

Auf dieser großen weiten Erde niemand.

So weit das Zepter meines Vaters reicht,

185 So weit die Schifffahrt unsre Flaggen sendet,

Ist keine Stelle - keine - keine, wo

Ich me

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