text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Klett Lektürehilfen - Franz Kafka, Der Proceß Interpretationshilfe für Oberstufe und Abitur

  • Erscheinungsdatum: 09.03.2015
  • Verlag: Klett Lerntraining
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Klett Lektürehilfen - Franz Kafka, Der Proceß

Literatur verstehen und interpretieren In dem Romanfragment Der Proceß (1925) entwirft Franz Kafka eine beklemmende, ausweglose, von anonymen Mächten beherrschte Welt, in der die Grundrechte keine Gültigkeit mehr haben. Hauptfigur ist der Bankprokurist Josef K., gegen den ein Prozess anhängig ist. Vergeblich bemüht er sich, die Wahrheit zu erfahren und zum Gericht vorzudringen. Doch bis zu seiner unabwendbaren Hinrichtung findet K. nicht einmal den Grund der Anklage heraus. Mit Klett-Lektürehilfen - wissen, was wann passiert: dank ausführlicher Inhaltsangabe mit Interpretation - wissen, welche Themen wichtig sind: anhand thematischer Kapitel - auf wichtige Fragen die richtigen Antworten wissen: gut vorbereitet durch typische Abiturfragen mit Lösungen Thomas Gräff, Gymnasiallehrer für die Fächer Deutsch und Musik in Saarbrücken und Lehrbeauftragter für Literaturdidaktik an der Universität des Saarlandes.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 09.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783129239827
    Verlag: Klett Lerntraining
    Größe: 985 kBytes
    Idee von: Kafka, Franz
Weiterlesen weniger lesen

Klett Lektürehilfen - Franz Kafka, Der Proceß

Im Dom

Ein zentraler Punkt im Roman

K. wird auf geheimnisvolle Weise in den Dom gelockt.

Dort erzählt ihm der Gefängniskaplan die Türhüterlegende.

Der Sinn dieser Geschichte lässt sich wegen ihrer paradoxen Struktur nicht eindeutig entschlüsseln.

Die Erzählung steht als zentrale Parabel für die Romanhandlung.

K. und der Geistliche führen eine kontroverse Debatte über die mögliche Auslegung der Parabel; dabei spielen die Kategorien Hierarchie und Täuschung eine Rolle.

Im siebten Kapitel hatte K. seine Verpflichtungen auf der Bank noch als lästig und hinderlich für den Prozess empfunden und sogar mit dem Gedanken gespielt, sich für die Ausarbeitung seiner Eingabe beurlauben zu lassen. Jetzt merkt er deutlich, dass die Beeinträchtigung seiner Arbeitskraft durch die Gedanken an den Prozess seine Position in der Bank zunehmend gefährden. Insbesondere der schon länger währende Machtkampf mit dem Direktor-Stellvertreter, seinem missgünstigen Konkurrenten, verschärft sich; K. gewinnt den Eindruck, dass dieser seine momentane Schwäche spielerisch zu seinem Vorteil auszunutzen versucht. Kafka hatte diesem Kampf der beiden wohl ein ganzes Kapitel widmen wollen, welches aber nicht vollendet wurde und nun im Anhang "Fragmente" abgedruckt ist, aber in der Textreihenfolge wohl vor dem Kapitel "Im Dom" zu platzieren wäre.

Um die Stellung in der Bank zu verteidigen, "daß er hier in der Bank noch etwas zu bedeuten habe" (204), nimmt K. die größten Unannehmlichkeiten in Kauf. Da er sich oft nur noch den "notdürftigsten Anschein wirklicher Arbeit" (161) zu geben vermag und sich "während der Arbeit jetzt immer aus tausend Richtungen bedroht" (ebd.) sieht, er aber "nicht einmal für einen Tag aus dem Bereich der Arbeit geschoben werden" (162) will aus der, wie K. selber erkennt, unbegründeten, aber nicht abweisbaren Furcht, "nicht mehr zurückgelassen zu werden" (ebd.), übernimmt er trotz einer Erkrankung die eher gesellschaftliche und ihm daher lästige Verpflichtung, einem italienischen Geschäftspartner die Kunstdenkmäler der Stadt zu zeigen.

Obwohl K. einigermaßen des Italienischen mächtig ist, versteht er den Italiener beim ersten Kennenlernen nicht. Nur durch die geschickte Übersetzung des Direktors ist K. in der Lage, zu verstehen, dass der Italiener ihn nach der Erledigung einiger Angelegenheiten später am Dom treffen und mit ihm nur diesen, "aber gründlich" (164), besichtigen will.

Wegen seiner gesundheitlichen Unpässlichkeit, seiner allgemeinen Zerstreutheit und der wegen der Sprachschwierigkeiten zu erwartenden "Unannehmlichkeiten" (163) macht K. sich mürrisch daran, sich in der verbleibenden Zeit auf die Führung im Dom vorzubereiten. "Sein früheres gutes Gedächtnis schien ihn aber ganz verlassen zu haben" (165), und alle möglichen Leute scheinen alles daranzusetzen, ihn beim Studium der notwendigen Vokabeln zu stören. Auch "der Direktor-Stellvertreter ließ es sich nicht entgehn K. zu stören" (ebd.). So fasst Leni, die K. kurz vor seinem Weggang zum Dom anruft und der er seine Aufgabe kurz erklärt, K.s Empfindungen zusammen: "'Sie hetzen Dich'" (165), und K. bestätigt: "'Ja, sie hetzen mich.'" (166) Doch die tiefere Bedeutung von Lenis Aussage wird sich K. und dem Leser erst später entdecken.

K. erwartet den Italiener wegen des schlechten Wetters im Dom, doch dieser erscheint nicht. Da sich die Lichtverhältnisse zunehmend verschlechtern, empfindet K. das Ausbleiben des Italieners als "ebenso vernünftig" wie "unhöflich", denn: "es wäre nichts zu sehn gewesen" (167). K. vertreibt sich die Wartezeit, indem er sich einige Bilder mit der elektrischen Lampe, die er vorsorglich mitgebracht hat, 'zollweise absucht' (vgl. ebd.). Dieser Vorgang erinnert an K.s Wahrnehmung des Gerichts; er nimmt stets nur e

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen