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Lektüreschlüssel. Didier van Cauwelaert: Un aller simple Reclam Lektüreschlüssel

  • Erscheinungsdatum: 22.06.2012
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
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Lektüreschlüssel. Didier van Cauwelaert: Un aller simple

Reclams 'Fremdsprachen-Lektüreschlüssel. Didier van Cauweleart: Un aller simple' bezieht sich auf den fremdsprachigen Originaltext (in Reclams Roter Reihe), ist aber auf Deutsch verfasst und unterstützt ebenso die Lektüre der deutschen Übersetzung. Eine 'Checkliste' enthält Aufgaben zur Verständniskontrolle in der Fremdsprache. Unter dem Darstellungstext stehen Übersetzungshilfen und Schlüsselbegriffe in der Fremdsprache, um die Bearbeitung dieser Aufgaben und ein fremdsprachiges Referieren über das Werk zu erleichtern. Der Band enthält: Erstinformationen zum Werk - Inhaltsangabe - Personen (Konstellationen) - Werk-Aufbau (Strukturskizze) - Wortkommentar - Interpretation - Autor und Zeit - Rezeption - Checkliste zur Verständniskontrolle - Lektüretipps mit Filmempfehlungen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 96
    Erscheinungsdatum: 22.06.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159600758
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 874 kBytes
    Idee von: Cauwelaert, Didier van
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Lektüreschlüssel. Didier van Cauwelaert: Un aller simple

1. Erstinformation zum Werk

"J'écris des romans. Un aller simple n'est pas une analyse politique sur le thème de l'immigration", betont Didier van Cauwelaert immer wieder. In der Tat handelt es sich hier nicht um eine politische Analyse, Frankreichs Ausländerpolitik ist dennoch ein zentrales Thema des Romans, der das Gebaren des französischen Staates seinen maghrebinischen Einwanderern gegenüber satirisch aufs Korn nimmt .

Nun muss man einräumen, dass in Frankreich die einschlägigen Gesetze im Vergleich zu anderen europäischen Ländern relativ großzügig sind. Die maximal zehnjährige Arbeits - und Aufenthalts genehmigung wird in der Regel verlängert. Bei der Zuwanderung von Familienangehörigen gibt es kaum Beschränkungen. Auch ist es recht einfach, die französische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Jedes Kind, das in Frankreich geboren wird, ist mit Erreichen der Volljährigkeit automatisch Franzose. 1 Die französische Staatsangehörigkeit kann man auch durch Heirat mit einem französischen Staatsbürger bekommen. Schließlich kann sich jeder volljährige Ausländer mit ausreichenden Kenntnissen in Sprache und Kultur des Landes nach fünf Jahren Aufenthalt im Land einbürgern lassen. Einen Einbürgerungstest wie in Deutschland gibt es nicht.

Nach dem Ölschock von 1973 2 und der dadurch entstehenden Rezession versuchte man, die Arbeitskräftewanderung zu regeln. 1974 verhängte die Regierung einen Anwerbestopp , der allerdings eine Zunahme der illegalen Einwanderung zur Folge hatte. Seit Ende der 1970er Jahre war das Ziel Frankreichs, die Anzahl der Ausländer, vor allem derer aus dem Maghreb, zu reduzieren. Man wollte dadurch die Arbeitslosigkeit bekämpfen und gleichzeitig die rassistische Front National (FN) schwächen , die in Marseille eine ihrer Hochburgen hat; ein Ziel, das Aziz mit einer naiv-ironischen Bemerkung kommentiert: Als ihm Pignol, sein ehemaliger Schulfreund erklärt "que pour lutter contre le racisme, il fallait renvoyer les immigrés chez eux", stellt er fest "ça me paraissait bizarre de lutter contre une idée en la mettant en pratique" (43,23-44,2).

Eine Rückführung in Begleitung eines Integrationshelfers mit fast unbegrenztem Budget, wie sie im Roman geschildert wird, hat es zwar nie gegeben. Allerdings versuchte Frankreich tatsächlich, seine Ausländer auf eine möglichst humane Weise loszuwerden . Durch eine in Aussicht gestellte Prämie von 10 000 Francs wollte man sie zu einer freiwilligen Rückkehr bewegen . Die Maßnahme war jedoch wenig erfolgreich, weil die wenigen, die das Angebot annahmen, Spanier und Portugiesen waren, die ohnehin in ihre Heimat zurück wollten.

1994 - es war das Jahr, in dem auch Un aller simple veröffentlicht wurde - wurden die sogenannten "lois Pasqua" 3 verabschiedet, restriktive Gesetze, die die schnellere oder sogar sofortige Abschiebung unerwünschter Ausländer ermöglichten. Gegenüber den sogenannten "sans papiers" wurde eine härtere Gangart eingeschlagen und die Aufenthaltserlaubnis wurde bei Verstoß gegen die öffentliche Ordnung, oft aus geringfügigem Anlass, entzogen. Vor diesem Hintergrund erweisen sich die Erklärungen des Integrationsbeauftragten im Roman als zynisch und verlogen : "La position de la France est de préserver les droits des travailleurs immigrés, dans la mesure bien sûr où ils ont un emploi et une situation régulière, mais pour les autres, comme vous, il n'est p

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