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Lektüreschlüssel. Max Frisch: Andorra Reclam Lektüreschlüssel

  • Erscheinungsdatum: 04.03.2013
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (PDF)
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Lektüreschlüssel. Max Frisch: Andorra

Der Lektüreschlüssel erschließt Max Frischs 'Andorra'. Um eine Interpretation als Zentrum gruppieren sich 10 wichtige Verständniszugänge: Erstinformation zum Werk Inhaltsangabe Personen (Konstellationen) Werk-Aufbau (Strukturskizze) Wortkommentar Interpretation Autor und Zeit Rezeption 'Checkliste' zur Verständniskontrolle Lektüretipps mit Filmempfehlungen

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 77
    Erscheinungsdatum: 04.03.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159504414
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 325 kBytes
    Idee von: Frisch, Max
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Lektüreschlüssel. Max Frisch: Andorra

S. 3
Du sollst dir kein Bildnis machen, heißt es von Gott. Es dürfte auch in diesem Sinne gelten: Gott als das Lebendige in jedem Menschen, das, was nicht erfaßbar ist. Es ist eine Versündigung, die wir, so wie sie an uns begangen wird, fast ohne Unterlaß wieder begehen – Ausgenommen wenn wir lieben.
Zum einen handelt es sich also von Anfang an um eine Beispielgeschichte, um ein Exempel dafür, wie das Urteil, das "Bildnis" der anderen einen Menschen verformen und sein Leben verderben können. Zum anderen aber steht "Andorra" im Tagebuch 1946–1949 noch ziemlich unverhohlen als Chiffre für die Schweiz, und zwar in satirischer Absicht: Der Kleinstaat in den Alpen wird mit dem Zwergstaat in den Pyrenäen gleichgesetzt, um Provinzialität, Spießigkeit, auch Ängstlichkeit auf den Begriff zu bringen. Ferner stellt der Kontext im Tagebuch (Berichte und Reflexionen über das zerbombte Deutschland und über den richtigen Umgang mit den Überlebenden) auch die Geschichte vom andorranischen Juden in einen konkreten zeitgeschichtlichen Rahmen. Direkt ausgesprochen finden wir Frischs Faschismus- Verdacht gegenüber seinen Landsleuten an späterer Stelle des Tagebuchs: "ich bin restlos überzeugt, daß auch wir, wäre uns der Faschismus nicht verunmöglicht worden durch den glücklichen Umstand, daß er von vornherein unsere Souveränität bedrohte, genau so versagt hätten, wenn nicht schlimmer zumindest in der deutschen Schweiz."
Bereits die erste Ausformung des Stoffs trägt also ein Doppelgesicht, steht zwischen einer Retrospektive auf das "Dritte Reich" und dessen Entsprechung in der Schweiz einerseits und der modellhaften Verallgemeinerung im Sinne der "Bildnis"-Thematik auf der anderen Seite. Von daher wird begreiflich, dass kurzsichtige Interpreten sich immer wieder auf den Vergangenheitsbezug beschränkt haben, der zweifellos den Anstoß zu Erzählung und Stück gegeben hat, in der Endfassung aber nur noch den Erfahrungshintergrund bildet.

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