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Lektüreschlüssel. Thomas Mann: Der Tod in Venedig Reclam Lektüreschlüssel

  • Erscheinungsdatum: 22.06.2012
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
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Lektüreschlüssel. Thomas Mann: Der Tod in Venedig

Der Lektüreschlüssel erschließt Thomas Manns 'Der Tod in Venedig'. Um eine Interpretation als Zentrum gruppieren sich 10 wichtige Verständniszugänge: Erstinformation zum Werk Inhaltsangabe Personen (Konstellationen) Werk-Aufbau (Strukturskizze) Wortkommentar Interpretation Autor und Zeit Rezeption 'Checkliste' zur Verständniskontrolle Lektüretipps mit Filmempfehlungen

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 96
    Erscheinungsdatum: 22.06.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159600888
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 1185 kBytes
    Idee von: Mann, Thomas
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Lektüreschlüssel. Thomas Mann: Der Tod in Venedig

2. Inhalt

Erstes Kapitel

Die Hauptfigur der Novelle ist der Schriftsteller Gustav von Aschenbach. Das erste Kapitel (7–12) handelt von seinem plötzlichen Entschluss, für drei oder vier Wochen nach Italien zu reisen.

Nervlich überreizt von den Mühen seines schriftstellerischen Tagespensums unternimmt Aschenbach an einem Nachmittag im Mai eines nicht näher bestimmten Jahres zu Anfang des 20. Jahrhunderts einen ausgedehnten Spaziergang durch seine Wahlheimatstadt München, um innerlich wieder zur Ruhe zu kommen (7). Das Gegenteil geschieht: Am Nördlichen Friedhof an einer menschenleeren Haltestelle auf die Tram, die Straßenbahn, wartend, hat er eine Begegnung, die ihn vollends aus dem Gleichgewicht bringt (7f.).

Vor der Aussegnungshalle nimmt Aschenbach eine Gestalt wahr, deren fremdartiges Aussehen, Gesichtszüge und herrische, wilde Haltung ihn in seinen Bann ziehen. Seine eingehende Musterung des Fremden erwidert dieser mit einem derart kriegerischen Blick, dass Aschenbach sich unangenehm berührt abwendet (8f.). Der verstörende Blickkontakt wirkt in inneren Bildern fort, die sich unmittelbar darauf in Aschenbachs Bewusstsein drängen. Sie zeigen ihm eine Dschungellandschaft mit üppig und unübersichtlich wuchernder Vegetation, fremdartigen Vögeln und einem im Bambusdickicht lauernden Tiger. Aschenbach, der die Unruhe, in die ihn die Begegnung mit dem Fremden versetzt hat, sofort als Reiselust gedeutet hat, ist zugleich fasziniert und verängstigt (9f.). Er versucht, sich über diese überraschende, seiner gewohnten Lebensweise durchaus fern liegende Reiselust Rechenschaft abzulegen und erkennt darin das Bedürfnis, auf einige Zeit der Mühsal seiner künstlerischen Arbeit zu entfliehen. Zwar liebt er den Dienst an der Kunst, wie er seine Tätigkeit versteht, aber er empfindet ihn auch als Bürde. Davon überzeugt, dass künstlerische Kontrolle und Souveränität nur mittels einer gezügelten Empfindung zu erreichen sind, scheint ihm aber diese gezügelte Empfindung den Genuss an der eigenen Leistung zu verderben. Zwar wird sein Werk von der Nation geehrt, aber er selbst hat keine Freude mehr daran. Kurz, er entdeckt, dass er dem eigenen Tun zwiespältiger gegenübersteht, als ihm das bis vor kurzem klar war. Insofern erscheint es ihm nur vernünftig, die augenblickliche produktive Hemmung zu akzeptieren und sich durch eine Reise auf andere Gedanken bringen zu lassen, um diese kleine Krise seines Selbstverständnisses als Künstler auf undramatische Weise zu überwinden (11f.).
Zweites Kapitel

Im zweiten Kapitel (13–20) informiert der Erzähler über Aschenbachs Vorfahren (13), seine persönliche Entwicklung und körperliche Konstitution (13–15), den Charakter und die Wirkung seiner schriftstellerischen Werke (15–17), seine Entwicklung als Künstler (17–19) und zuletzt seine bürgerliche Existenz sowie seine äußere Erscheinung (19f.).

Aschenbach ist in Schlesien geboren und entstammt väterlicherseits einer Familie von Offizieren, Richtern und höheren Verwaltungsbeamten, die sich durch asketische Pflichterfüllung in ihren den Staatsinteressen dienenden Ämtern auszeichneten. Seine Mutter hingegen war die Tochter eines böhmischen Kapellmeisters. Diese gegensätzlichen Erbteile bilden die Grundlage seiner Persönlichkeit und seines Künstlertums.

Noch in jungen Jahren erobert er sich mit seinem Werk, das sowohl das breite Publikum wie die Kenner anspricht, eine Stellung in der literarischen Welt. Aufgrund seiner schwachen Konstitution vom Besuch einer öffentlichen Schule ausgeschlossen, o

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