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Maximilian I.

  • Erscheinungsdatum: 28.11.2019
  • Verlag: Studienverlag
eBook (ePUB)
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Maximilian I.

2019 jährt sich der TODESTAG KAISER MAXIMILIANS I. ZUM 500. MAL: Grund genug, diesen Herrscher, der eine Zeit des vielfältigen Umbruchs mitgestaltet hat, zu hinterfragen. Denn er gilt nach wie vor als Ikone, obwohl er seine Länder durch seine MACHTPOLITIK UND KRIEGSZÜGE an den Rand des Ruins getrieben hat. Dieses vor allem von ihm selbst vermittelte Bild wirkt bis heute nach und steht einer kritischen Auseinandersetzung entgegen. Daraus ergibt sich eine Reihe von Fragen und Themen, die auch für den Unterricht fruchtbar gemacht werden können: 'MASSENMEDIEN' zu Beginn der Neuzeit - Strategien zur MEINUNGSBILDUNG - Bilder/Images und PROPAGANDA - Reaktionen und Folgen. Neben fachdidaktischen Beiträgen und solchen aus der Unterrichtspraxis enthält dieses IDE-Heft grundlegende Beiträge, die die historische Person mit seinem literarischen Werk im Kontext der frühen Neuzeit in den Blick nehmen. IDE ist die Zeitschrift für den Deutschunterricht. IDE hält den Dialog zwischen der Praxis in der Schule und didaktischer Forschung aufrecht. IDE ist das Podium für den ständigen Erfahrungsaustausch zwischen DeutschlehrerInnen in der Praxis. IDE öffnet Klassenzimmer und Konferenzräume: Informationen und Kommunikation über Praxis und Projekte, über Erfahrungen, Reaktionen, über Wünsche und Horizonte. Für alle Schultypen. Für alle Schulstufen. IDE - INFORMATIONEN ZUR DEUTSCHDIDAKTIK erscheint viermal im Jahr.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 28.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783706560054
    Verlag: Studienverlag
    Größe: 6597 kBytes
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Maximilian I.

Maximilian I.

Wirkung und Wirklichkeit

Wenn man, wie die Herausgeber des vorliegenden Hefts, in Innsbruck bzw. Tirol lebt, kommt man im Jahr 2019 an Maximilian I. nicht vorbei. Zahllose Plakate, Inserate und Internetseiten machen auf die 500. Wiederkehr seines Todesjahres und damit zusammenhängende (Gedenk-)Veranstaltungen aufmerksam. Die von Land Tirol, Stadt Innsbruck, der Tirol Werbung und Innsbruck Tourismus betriebene 1 Inter net-Seite maximilian2019.tirol verzeichnet über 200 Aktivitäten, vorwiegend in Tirol, aber auch im übrigen Österreich sowie in Deutschland, Italien und der Schweiz, die an den Habsburger Herrscher erinnern. Das Spektrum reicht von Ausstellungen, Führungen und Tagungen über Konzerte, Lesungen und Kinderveranstaltungen bis hin zu Theater- und Musicalproduktionen sowie Vorträgen. Besondere Erwähnung verdient der eigens von den SchülerInnen zweier Tourismus-Fachschulen kreierte "Max Burger", der mit "seiner rauchigen Note, welche die raue Tiroler Bergwelt versinnbildlicht, [...] seinem kaiserlichen Gaumen sicherlich gefallen" hätte. 2

Es ist angesichts der Trägerschaft dieser Webseite (Gebietskörperschaften und Tourismusverbände) vielleicht unnötig zu sagen, dass das Gros dieser Veranstaltungen einen ausgesprochen affirmativen Charakter hat und Maximilian meist äußerst positiv sieht - was ihm zweifellos tatsächlich gefallen hätte. Der Habsburger wird als Zugpferd für das Image von Stadt und Land und zur Förderung des Tourismus in Tirol und Innsbruck vermarktet, Kritik an diesem Zugpferd wäre dabei selbstverständlich störend und geschäftsschädigend. Diese aus Sicht der genannten Proponenten legitime Position ist freilich problematisch: Gerade die geballte öffentliche und offiziöse mediale Inszenierung Maximilians erweckt - bei allen unbestreitbaren Verdiensten des Herrschers - den Eindruck einer über jeden Zweifel erhabenen Lichtgestalt. Man gewinnt bei der Betrachtung des genannten Veranstaltungskalenders leicht den Eindruck, dass so manche Ausstellung, so manche Buchpublikation und nicht zuletzt manche Medienbeiträge auch heute noch des Kaisers 3 Propaganda weitertragen. Kritisches Hinterfragen seines Wirkens ist in einem solchen Umfeld kaum noch möglich, gerade die Vermittlung einer kritischen Haltung und der Fähigkeit, Kritik zu üben, ist aber ein Ziel des Deutschunterrichts bzw. der Schule allgemein. 4 Damit verbunden ist die Hoffnung, der pädagogisch-didaktische Zugang erfolge nicht so, wie er auf unserem Titelbild festgehalten wird. Das 1952 entstandene Fresko des Tiroler Künstlers Max Weiler (1910-2001), der sich immer wieder mit Maximilian beschäftigt hat, zeigt oben den würdevollen Herrscher, der sich von seinen Großen huldigen lässt. Schräg links unter ihm ist ein Lehrer mit erhobenem Zeigefinger - auf Maximilian verweisend - zu sehen, der seine rechts von ihm aufmerksam zuhörenden SchülerInnen unterweist. Das Gemälde befindet sich an der Fassade einer ehemaligen Hauptschule in Hall in Tirol, mithin im öffentlichen Raum, und verdeutlicht zweierlei: Zum einen die (zumal in Tirol) unhinterfragte Bedeutung Maximilians als bedeutender Herrscher, dem auch noch Jahrhunderte nach seinem Tod größte Wertschätzung zuteil wird, und zum anderen die Perpetuierung dieses Bildes, u. a. in einer Schule mit predigerhaft dozierenden Lehrpersonen.

Diese Sichtweise von Schule ist selbstverständlich obsolet; die Sicht auf Maximilian hingegen weniger. In diese Lücke möchte das vorliegende ide -Heft stoßen und Wege aufzeigen, wie eine angemessene Auseinandersetzung mit Maximilian I. im Deutschunterricht möglich ist. Dabei geht es nicht um eine Demontage der Person des Herrschers und Menschen, sondern in erster Linie um eine kritische Würdigung seines - erfolgreichen - Versuchs, sich selbst mittels verschiedener Strategien als strahlenden Herrscher, siegreichen Feldherrn, gewieften Diplomaten und nicht zuletzt als leutseligen, v

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