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Der religionspädagogische Einsatz von Popmusik im Religionsunterricht von Busch, Joana (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2015
  • Verlag: GRIN Verlag
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Der religionspädagogische Einsatz von Popmusik im Religionsunterricht

Masterarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Theologie - Religion als Schulfach, Note: 1,7, Technische Universität Dortmund (Institut für Evangelische Theologie/Religionspädagogik), Sprache: Deutsch, Abstract: Populäre Musik bzw. Popmusik ist ein wichtiger kultureller Bestandteil der Heranwachsenden. Lebensfragen, Sinn- und Identitätssuche, die Frage nach einer höheren Macht, die nicht greifbar ist, so viele Unsicherheiten denen die Heranwachsenden in der Jugendphase ausgesetzt sind. Das oben genannte Zitat spiegelt genau diese Unsicherheit wider. Nun handelt es dabei nicht einfach um eine Aussage, die ein Jugendlicher im Rahmen eines Interviews oder des Schulunterrichts getätigt hat, sondern um einen Ausschnitt aus einem Songtext des Rappers Marteria, der sich mit dem Lied erfolgreich in den deutschen Charts platzieren konnte. Die Popmusik greift Themen auf, die in der Lebenswelt der Jugendlichen eine wichtige Rolle spielen. Umso weniger verwundert es, dass Heranwachsende, sei es auf dem Schulhof, im privaten Bereich alleine oder im Freundeskreis, in Bus und Bahn (etc.) Musik rezeptieren. Dem Songtextausschnitt ist zu entnehmen, dass der Text religiöse Motive aufweist. An dieser Stelle gelingt es, etwas zusammenzuführen, das völlig gegensätzlich zu sein scheint, nämlich Popmusik mit ihrer wichtigen kulturellen Bedeutung für die Jugendlichen auf der einen Seite und die sittlich und traditionell behaftete Religion, von der es heißt, Jugendliche haben sich von ihr abgewandt, auf der anderen Seite. Religion und Musik ist das Thema, worum es sich in dieser Arbeit handelt. Genauer formuliert geht es um den religionspädagogischen Einsatz von Popmusik im Religionsunterricht. Denn bei genauerer Betrachtung der Popmusik und des Erfolges von Popsongs lässt sich erkennen, dass religiöse Fragestellungen wie etwa nach dem Sinn des Lebens oder die Frage nach einer höheren Wirklichkeit immer noch für Jugendliche relevant sind, auch wenn diese selber nicht mehr direkt die religiösen Fragen wahrnehmen. Welche Chancen und Herausforderungen sich bei der Verwendung populärer Musik im Religionsunterricht ergeben, soll im Verlauf der Arbeit herausgestellt werden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 67
    Erscheinungsdatum: 10.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783668084230
    Verlag: GRIN Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V309968
    Größe: 290kBytes
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Der religionspädagogische Einsatz von Popmusik im Religionsunterricht

4. Musik in der Religion

"Ich liebe die Musik. [ ...] Denn die Musik ist

1. ein Geschenk Gottes und nicht der Menschen;

2. sie macht das Gemüt froh

3. sie verjagt den Teufel

4. sie bereitet unschuldige Freude.

Darüber vergehen Zorn, Begierden, Hochmut. Den ersten Platz nach der Theologie gebe ich der Musik. Das lässt sich ersehen aus dem Beispiel

Davids und aller Propheten, die alles, was sie zu sagen hatten, in Metren und Gesängen ausdrückten [...]." [45]

Schon Luther erkannte, dass die Musik ein wichtiger Bestandteil des Lebens, eine kulturelle Ausdrucksform ist, die durchaus religiöse Dimensionen hat. Inwieweit diese religiösen Dimensionen in der Popmusik anzutreffen sind, soll im weiteren Verlauf der Arbeit herausgestellt werden. Dafür ist es notwendig, die Geschichte der Popmusik in ihren wesentlichen Zügen nachzuzeichnen. [46]

4.1 Die Wurzeln der Popmusik

Die Wurzeln von Rock- und Popmusik finden sich in der afroamerikanischen Musik. Dabei handelt es sich nicht um importierte afroamerikanische Musik, sondern um die Ausdrucksform eines unterdrückten Sklavenvolkes in Amerika im 17. Jahrhundert. Die Musik, in der das alltägliche Leben der Unterdrückten zum Ausdruck kam, war Musik, die von der Verzweiflung und Hoffnung auf ein besseres Leben handelte. Seit 1619 wurden Sklaven in die Vereinigten Staaten gebracht, denen die Pflege ihrer heimischen kulturellen Traditionen streng untersagt wurde. Das musikalische Instrumentarium der afroamerikanischen Bevölkerung, zu dem vor allem Blas- und Schlaginstrumente gehörten, diente in der Heimat als Kommunikationsmittel untereinander und wurde deshalb im Sklavenstaat als Gefahr der verschlüsselten Kommunikation unter den Sklaven angesehen, die zu Aufständen führen könnte. So konnten die Sklaven ihre religiösen Rituale, wie die "rhythmische Beschwörung der Götter" oder das "ekstatische Tanzen des Saut" (Kreistanz) nicht praktizieren. Die Christianisierung der Sklaven Ende des 17. Jahrhunderts durch Puritaner, Anglikaner, Methodisten und Baptisten zeigte den Sklaven eine völlig andere Frömmigkeits- und religiöse Ausdrucksform auf. Aufgrund dieses Hintergrundes entstand die afroamerikanische Musiktradition, in der das afrikanische Erbe weiterlebte, wenn auch in anderer Form. [47]

Die Erweckungsbewegungen in Amerika zwischen 1733 und 1815, an denen afroamerikanische und weiße Amerikaner an Camp Meetings teilnahmen, waren geprägt von langen Gottesdiensten mit Massentaufen, "ekstatischen Zusammenbrüchen", "emotionalen Hymnen-Gesängen" sowie "Zungenreden von baptistischen oder methodistischen Missionaren". [48] Durch die Missionierung wurden die Sklaven mit dem europäischen "Liedgut" vertraut, das sich vor allem durch die Form der "English Hymns" auszeichnete. Die Sklaven begannen, diese Form im Gesang auf ihre eigene Art, die von der abendländisch-musikästhetischen Tradition geprägt war, zu interpretieren und auszudrücken. [49] Der Begriff "Hush harbours" steht für die Zusammenkunft der Sklaven, die heimlich stattfinden musste und ganz im Zeichen der Religion stand. Die afroamerikanischen Prediger führten die Sklaven an andere Texte der Bibel heran, die sie in den Gottesdiensten ihrer Sklavenhalter nicht kennenlernten. [50]

1794 wurde die erste unabhängige afroamerikanische Kirche (African Methodist Episcopal Church) gegründet, wodurch ihre Mitglieder mehr Unabhängigkeit erfahren durften und das auch in Bezug auf ihre geistliche Ausdrucksweise. Während die geistlichen Lieder "Spirituals" [51] si

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