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ProSieben ohne den Entertainer Stefan Raab? Profil- und Markenbildung des TV-Senders von Reinhold, Maximilian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.08.2016
  • Verlag: Studylab
eBook (ePUB)
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ProSieben ohne den Entertainer Stefan Raab? Profil- und Markenbildung des TV-Senders

Für die deutsche Medienbranche war es die Sensationsnachricht schlechthin, als Stefan Raab 2015 bekannt gab, seine TV-Karriere zum Ende des Jahres beenden zu wollen. Der Entertainer hatte das Programm- und Senderprofil von ProSieben über sechszehn Jahre lang entscheidend mitgeprägt. Doch was passiert, wenn ein Fernsehsender plötzlich sein wichtigstes 'Aushängeschild' verliert? Inwiefern muss sich ProSieben nun neu profilieren? Dieses Buch beschäftigt sich mit der Relevanz von Markenschaffung für TV-Sender. Diese Thematik wird am Beispiel des Wirkens des Entertainers Stefan Raab bei ProSieben, insbesondere im Kontext seines TV-Rücktritts Ende 2015, untersucht. Der Autor widmet sich hierbei der Frage, inwiefern ProSieben nun sein Profil anpassen muss, um den Verlust Raabs zu kompensieren und ob es auf dem heutigen Fernsehmarkt ratsam ist, die Außenwirkung des eigenen Senderimages substantiell an dem Leitbild einiger weniger Entertainer auszurichten. Dabei werden Grundlagen der Markenführung zusammenfassend erläutert, auf Spezifika beim Fernsehen angewendet und schließlich am Senderprofil von ProSieben konkretisiert. Ferner wird anhand aktueller Einschaltquoten und Programmplanungen analysiert, welche ersten sichtbaren Konsequenzen und Umstrukturierungen der Sender aus Raabs Rücktritt aus dem TV-Business gezogen hat. Aus dem Inhalt: Fernsehen Entertainment Senderimage Personenmarke Senderprofil

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 99
    Erscheinungsdatum: 12.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783668273153
    Verlag: Studylab
    Größe: 1124kBytes
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ProSieben ohne den Entertainer Stefan Raab? Profil- und Markenbildung des TV-Senders

3. Senderprofil ProSieben

3.1 Positionierung am Fernsehmarkt

ProSieben ist ein deutscher Privatsender mit Vollprogramm [90] , der aus der Lizenz des gescheiterten Vorgängers Eureka TV hervorging und am 1. Januar 1989 den Sendebetrieb aufnahm. [91] Als Tochter der ProSiebenSat.1 Media SE gehört das Unternehmen zu den erfolgreichsten deutschen Sendern im Free-TV. [92] Die ProSiebenSat.1 Media SE bedient sich einer Mehrsenderstrategie auf dem TV-Markt, um mithilfe der einzelnen Sender unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen und sich so komplementär zu ergänzen. [93] Während beispielsweise das Schwesterprogramm Sat.1 ein TV-Programm für die ganze Familie bietet, versucht sich ProSieben vor allem durch seine selbst definierte Zielgruppe der 'jungen Mediengeneration' zwischen 14 bis 39 Jahren zu differenzieren, worauf auch sein Programmangebot und die Markenidentität aufgebaut ist. [94] Der Sender behauptet von sich selbst, die beliebteste Entertainmentmarke der 'jungen Mediengeneration' zu sein. [95] Einer wissenschaftlichen Untersuchung zufolge wurde das Image von ProSieben von den Probanden als besonders sympathisch, unterhaltsam, humorvoll, dynamisch, modern und schnell bewertet. [96]

Ursprünglich als "der Spielfilmsender mit Hollywoodflair und internationalen Top-Serien schlechthin" [97] angetreten, wurde schon im Laufe der 1990er Jahre eine Umpositionierung des Senders angestrebt, um den 'point-of-difference' im Bereich Spielfilm/Serie nach und nach zu erweitern. [98] Dennoch blieben fiktionale US-Programme weiterhin ein zentraler Bestandteil des Senderprogramms. [99] Schon damals stellte der 'Premiumanspruch' einen weiteren zentralen Aspekt des Kernversprechens von ProSieben dar, welchen der Sender bereits früh mit einer Metapher aus dem Lebensmittelhandel beschrieb:

"ProSieben will sich in das bestehende Fernsehangebot der Bundesrepublik Deutschland als das 'etwas anspruchsvollere' Privatfernsehen einordnen. ProSieben versteht sich als populärer Feinkostladen, der vielfältigen Ansprüchen gerecht wird." [100]

Vor dem Hintergrund des schon damals eindeutig fiktionslastigen Programmangebots darf nach Wolff jedoch bezweifelt werden, dass ProSieben zu dieser Zeit dem Qualitätsanspruch 'Premium' gerecht wurde, da der Schwerpunkt zu einseitig auf der fiktionalen Unterhaltung lag und es sich seiner Meinung nach um kein wirkliches Vollprogramm handelte. [101] Daher wurde der Kernbereich der Fiction-Formate schon bald durch neu aufgebaute Kompetenzen bei der Eigenproduktion von Prime-Time-Events mit Stefan Raab , sowie durch Comedy- und Infotainment-Formate und eigenproduzierte TV-Movies und Serien unter dem Label ' Made by ProSieben ' ergänzt. [102] Auch aktuell sieht ProSieben immer noch seine Kernkompetenzen neben Blockbuster-Spielfilmen und US-Serien/-Sitcoms bei großen Prime-Time-Events, sowie bei Information und 'Dokutainment'. [103]

Schon 2011 konstatierte Hofstätter , dass das Programmprofil von ProSieben in den letzten Jahren nahezu konstant geblieben ist. [104] Ein Umstand, der sich bis heute im Wesentlichen kaum geändert hat, vergleicht man die Anteile der Fiction-Formate und Nachrichteninhalte am Gesamtprogramm.

Während der Fiction-Anteil jährlich steigt [105] , lag bereits 2014 der Anteil des Nachrichtenprogramms durchschnittlich bei unter einem Prozent am Tag, womit ProSieben nach wie vor den geringsten Informationsteil

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