text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Grossbritannien, die EU und die liberale Vision für Europa Zwischen Brexit, Politischer Union und Reform. von Bökenkamp, Gérard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.08.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
0,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Grossbritannien, die EU und die liberale Vision für Europa

Die im Auftrag der Hayek-Stiftung erstellte Studie untersucht die Gefahren und Chancen des Brexit aus liberaler Perspektive. Welche Optionen gibt es und wie sollte Europa aufgestellt sein, damit es dem Leitbild einer freiheitlichen Ordnung entspricht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 68
    Erscheinungsdatum: 24.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741286537
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 440kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Grossbritannien, die EU und die liberale Vision für Europa

2. Liberale Vordenker

Um beurteilen zu können, ob aus liberaler Perspektive die Chancen oder die Risiken eines Brexit überwiegen, werden wir die liberale Perspektive genauer beschreiben. Wir zeigen, wie Friedrich A. von Hayek, Ludwig von Mises, Walter Eucken, Ludwig Erhard, Wilhelm Röpke, Ralf Dahrendorf und James Buchanan sich zur europäischen Integration im Allgemeinen und, insoweit der Fall, zu Sezessionen und der Rolle Großbritanniens im Speziellen geäußert haben. Dabei starten wir weitgehend chronologisch mit den Vorstellungen von Friedrich August von Hayek, Ludwig von Mises und Walter Eucken, die diese zum Teil bereits vor und während des Zweiten Weltkriegs zu Papier brachten.

Als nach dem Krieg die politischen Weichen hin zu einer Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gestellt wurden, waren Wilhelm Röpke und Ludwig Erhard zwei prominente, liberale Kritiker einer immer engeren Union. In den 70er-Jahren äußerte sich Lord Dahrendorf allgemein zu Europa und speziell zur Rolle Großbritanniens. Nach dem Fall der Mauer blickte James Buchanan mit großem Optimismus auf ein föderales Europa.

Friedrich A. von Hayek

Friedrich August von Hayek hat sich ausgerechnet im Jahr 1939 zu den Möglichkeiten föderativer Zusammenschlüsse optimistisch geäußert. Als ganz Europa sich auf den Krieg einstimmte, blieb Hayek hoffnungsvoll beim Gedanken an eine Föderation souveräner Staaten. Denn aus seiner damaligen Sicht wäre die in diesem Fall sich zwangsläufig einstellende liberale Wirtschafts- und Währungspolitik die beste Vorkehrung gegen die Planwirtschaft.

Von einem liberalen Programm abweichende Maßnahmen - die Subventionierung nationaler Unternehmen, breite Umverteilung oder Protektionismus - würden nach damaliger Einschätzung Hayeks in einer Föderation durch universelle Verbote unterbunden. Der Bund hätte dazu kein Mandat, da in einem internationalen Staatenbund nationale Ideologien und das für eine solidarische Sonderbehandlung notwendige Mitgefühl mit dem Nachbarn fehlen würden.

Da "die Macht der den Bundesstaat bildenden Staaten noch begrenzter sein wird, werden viele Eingriffe in das Wirtschaftsleben, an die wir uns gewöhnt haben, in einer föderativen Organisation völlig undurchführbar sein". 2 Dass Bürger über die allgemeinen Verbote von Marktinterventionen hinaus freiwillig einer internationalen Regierung etwa zur Umverteilung im großen Maßstab oder zur Befriedigung von Sonderinteressen Befugnisse abtreten könnten, hielt Hayek 1939 für schwer vorstellbar.

Doch Hayeks 1939 noch äußerst zuversichtliche Perspektive hinsichtlich der sich in einer Föderation quasi automatisch einstellenden freiheitlichen Wirtschaftspolitik machte er 1944 in Der Weg zur Knechtschaft ( The Road to Serfdom) bereits von einigen zusätzlichen Bedingungen abhängig. So sah er die Gefahr, dass sich, sollte sich eine Föderation auf wirtschaftliche Fragen beschränken, die Macht "in den Händen unverantwortlicher internationaler Wirtschaftsinstanzen" konzentrieren könnte. Statt auf internationale Wirtschaftsinstanzen komme es deshalb auf "eine internationale politische Organisation [an], die die Wirtschaftsinteressen in Schach halten und im Falle eines Konflikts ausgleichend wirken kann". Die Machtbefugnisse dieser politischen Organisation sollten lediglich "in jenem Minimum an Befugnissen [bestehen], ohne die keine friedlichen Beziehungen aufrechterhalten werden können, d.h. im Wesentlichen in den Befugnissen des ultraliberalen 'Laissezfaire-Staates'. Und noch mehr als im nationalen Rahmen kommt es darauf an, dass diese Befugnisse der internationalen Instanz genau durch die Normen des Rechtsstaats festgelegt werden." 3

Hayeks Vertrauen in die liberale Entfaltungswirkung einer föderativen Organisation war also zumindest in dem Maße gesunken, dass er die Notwendigkeit eines klaren und durchsetzbaren gesetzliche

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen