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Die bösen Rapper sind schuld. Das Image von HipHop in den deutschen Printmedien von Burkard, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.04.2013
  • Verlag: GRIN Verlag
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Die bösen Rapper sind schuld. Das Image von HipHop in den deutschen Printmedien

Diplomarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik, Note: 1,3, Technische Universität Dortmund (Institut für Journalistik), Sprache: Deutsch, Abstract: 'Mitte Juli gab der Heinrich Bauer Verlag bekannt, dass er seine Zeitschrift 'Bravo HipHop Sepcial' einstellt. Es wäre heuchlerisch zu behaupten, dass wir traurig darüber wären. Für uns stellte dieses Magazin seit seiner Gründung 2005 ein verzerrtes, reißerisches und geradezu schädliches Abbild der HipHop-Szene dar. Vieles an diesem Blatt widerte uns an: Die in den Knast- und Gangster-Geschichten proklamierten Wertvorstellungen, die absurden Verbrüderungsfotos der 'Bravo'-Redakteure mit den 'Stars', die völlige Negation der Vielfalt der Rap-Welt' (Juice Crew 2012). Die HipHop-Kultur ist längst Teil der Gesellschaft geworden: Bushido erhielt 2011 den Integrations-Bambi, Künstler wie 50 Cent oder Sido sitzen bei Thomas Gottschalk auf der Couch oder spielen bei Jörg Pilawa um Geld für wohltätige Zwecke. Rapper sind also Stammgäste im Fernsehprogramm und seit einigen Jahren gibt es auch musikalische Kollaborationen mit den erfolgreichsten deutschen Künstlern abseits vom HipHop. Das hängt damit zusammen, dass Rap 'die derzeit populärste und kommerziell erfolgreichste Jugendkultur [ist]' (Wittmann 2009). Aktuelle Zahlen belegen das: In den vergangenen eineinhalb Jahren landeten rund 35 deutschsprachige Rap-Alben in den Charts, im Juli 2012 stieg der Newcomer Cro mit seinem Debütalbum 'Raop' mit über 60.000 verkauften Tonträgern auf Platz 1 der deutschen Albumcharts ein (vgl. Juice Crew 2012). Doch dieser kommerzielle Erfolg von Rap und die daraus resultierende Medienpräsenz können nicht darüber hinwegtäuschen, dass HipHop häufig als 'proletarische Kunstform' wahrgenommen wird. Das liegt nach Meinung von HipHop-Experten (vgl. Schieferdecker 2012) sowie Journalisten und Wissenschaftlern daran, dass der 'in skandalversessenen Medien völlig überrepräsentierte [...] Pornorap beziehungsweise Gangsterrap' (Wittmann 2009) das Image der HipHop-Kultur negativ beeinflusst. Eine empirische Studie, die diese Hypothese bestätigen würde, fehlte bisher. Das ändert sich mit dieser Diplomarbeit: 1009 Artikel über HipHop aus den Jahren 2000 bis 2011 geben Aufschluss darüber, ob die bösen Rapper schuld am Image ihrer Kultur sind - oder die Medien einseitig (negativ) berichten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 142
    Erscheinungsdatum: 30.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783656422860
    Verlag: GRIN Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V214022
    Größe: 2619kBytes
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Die bösen Rapper sind schuld. Das Image von HipHop in den deutschen Printmedien

2.2 Dreh' dich und tanz' um dein Leben: Breaking

"Breaking war spektakulär, gefährlich und seinem Wesen nach ein Wettkampf. Während Rapper mit Plattenverträgen ihre Hingabe zum HipHop in Worte fassen, gibt es Tänzer, die sich seit zwanzig Jahren auf dem Kopf drehen [...] und sich mit dem einen oder anderen Werbevertrag mit einer Klamottenmarke, hartem körperlichem Einsatz und winzigen Gehältern über Wasser halten" (George 2006:33).

B-Boys (auch Break-Boys) waren HipHop-Fans oder -Aktivisten, die die Musik auf ihre Weise interpretierten und anfangs eher ungebetene Gäste waren, da sie sich häufig Wettkämpfe lieferten und die "Normalos" vom Tanzen abhielten (vgl. Fab 5 Freddy 1995:13f.). "The b- boys [...] who carried the hip hop attitude forth were reacting to disco, to funk, and to the

Die Entstehung von HipHop in den USA 7

chaotic world of New York City in the '70s. These b-boys (and girls) were mostly black and Hispanic. They were hip hop's first generation" (George 2005:VI).

Vor allem die Kids machten das Tanzen in den Straßen populär: Weil sie noch zu jung für die Clubs waren, trafen sie sich an öffentlichen Plätzen, um sich außerhalb der Discos auszuleben. In den Parks waren viele Jugendliche mit sogenannten Ghettoblastern (tragbare, batteriebetriebene Radios) unterwegs (vgl. Chang 2005:114ff.). Doch erst die lateinamerikanischen Einwanderer machten Breakdance zu einem Wettkampf, einer gewaltlosen Auseinandersetzung: "Bewaffnet mit Kartons oder Linoleumfetzen, nicht mit Pistolen oder Messern, formten sie einen Kreis, in dessen Mitte je zwei Tänzer miteinander kämpften" (George 2006:34). Der Begriff leitet sich von den breaks der DJs (vgl. Kapitel 2.1) ab; die Tänzer nutzten diese "Pausen", um spektakuläre Bewegungen zum Besten zu geben, die viel Körperbeherrschung erforderten (vgl. Schwann 2002:54). Das "Kämpfen" war also harmlos, vergleichbar mit einem sportlichen Messen körperlicher Fähigkeiten. "Gruppen von Breakdancern forderten rivalisierende Gruppen heraus und verabredeten sich mit ihnen auf einem Spielplatz, an einer Straßenecke oder bei einer U-Bahn-Station" (George 2006:34). Jedes Gangmitglied musste sein Können unter Beweis stellen und jeweils die Bewegungen seines Gegenübers geschickt kontern. Die Bewegungen ähnelten dabei häufig Kung-Fu-Bewegungen, weil asiatische Kampffilme à la Bruce Lee zu dieser Zeit sehr modern waren. "In fact, the line between dance and martial arts was thin" (Chang 2005:115).

Der Erfolg hing von den Fähigkeiten aller Mitglieder ab, Breakdance kann daher als Mannschaftssport angesehen werden. Die einzelnen Teams - besser: Crews - versuchten sich bei einem Tanz zu übertreffen, der völlig neu war und sich aus unterschiedlichen Tanzstilen wie beispielsweise Capoeira, Steptanz und Salsa neu zusammensetzte (vgl. Klausegger 2009:170f.). "Indem er Achsen und Zentren überall im Körper verstellbar macht, bricht er radikal mit der Tradition des europäischen Tanzes und eröffnet ganz neue Spielräume für bis dahin unvorstellbare Körper-Figuren" (Klein/Friedrich 2003:32). Die Crews versuchten sich einander hinsichtlich Kreativität, Akrobatik und Athletik zu übertreffen, "was die Entwicklung von Breakdance auch sehr vorantrieb, weil neue Techniken und Stile entwickelt wurden [...], um als Sieger aus dem Wettbewerb hervorzugehen" (Klausegger 2009:171). Ein interessanter Nebenaspekt: Durch Breakdance ist die Mode entstanden, Baseball-Mützen (sogenannte Basecaps) verkehrt herum oder seitlich aufzusetzen. Da sich die Tänzer häufig auch auf Kopf und Nacken gedreht haben, wäre der Schirm der Mützen bei den Tanzbewegungen im Weg gewesen (vgl. George 2006:34). Auch heute noch ist diese Mode im HipHop weit verbreitet, man sieht es in den Straßen ebenso wie in Musikvideos und modernen Tanzfilmen wie der

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