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Medienmenschen Wie man Wirklichkeit inszeniert. Gespräche mit Joschka Fischer, Verona Pooth, Peter Sloterdijk, Hans-Olaf Henkel, Roger Willemsen u.v.a.

  • Erscheinungsdatum: 06.11.2013
  • Verlag: Solibro Verlag
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Medienmenschen

Hinter den Kulissen der Inszenierungsgesellschaft: 30 Prominente verraten in Interviews wie man Wirklichkeit inszeniert. Was machen Prominente mit den Medien? Was machen die Medien mit den Prominenten? Wer ist Täter, wer Opfer? Wie funktioniert das Geschäft mit der Selbstdarstellung, und was ist sein Preis? Wie wahr sind Images? Nach welchen Regeln konstruiert man Authentizität? Diesen Fragen haben sich 30 herausragende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion, Sport und Entertainment gestellt. Zu Wort kommen Schriftsteller und Schauspieler, Künstler und Klatsch-Reporter, Philosophen und Fernseh-Stars, PR-Berater und Unternehmer. Sie berichten in großer Offenheit über den Widerspruch zwischen Image und Ich, über ihre Hassliebe zu den Medien, über Schlüsselerlebnisse, Grenzüberschreitungen und folgenschwere Fehler im Kampf um Aufmerksamkeit. So erklärt der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer die Funktion des Regentanzes in der Politik. Das Fußball-Idol Günter Netzer spricht über seine Unsicherheit vor der Kamera. Das Gesamtkunstwerk Verona Pooth gibt erstmals zu, intelligent zu sein. Der Lobbyist Hans Olaf-Henkel erzählt, wie er die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Hilfe der Bildzeitung beeinflusst hat. Die Leistungssportlerin Franziska von Almsick berichtet darüber, wie sie vor Gericht um ihr Privatleben und gegen die Paparazzi kämpft; der Moderator Michel Friedman nimmt zu dem Skandal um Kokain und Zwangsprostitution Stellung; die Boxweltmeisterin Regina Halmich erklärt Dynamik und Dramatik der öffentlich inszenierten Schaukämpfe. Und der Steuer-Experte Paul Kirchhof erläutert, wie Politiker die Medien benutzen, um Gegner und Konkurrenten zu diffamieren. Die Gespräche lassen sich als subjektive Medientheorien von Eingeweihten lesen. Sie vermitteln in anekdotischer und sehr persönlicher Form überraschende, unterhaltsame und zum Teil erschreckende Einsichten in die Inszenierungsgesellschaft, zu der wir alle gehören. Professor Dr. Bernhard Pörksen, Jahrgang 1969, studierte Germanistik, jjJournalistik und Biologie in Hamburg und den USA (Pennsylvania State University), volontierte beim Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt und arbeitet neben Forschung und Lehre seit über fünfzehn Jahren als Journalist und Sachbuch-Autor. Nach seiner Promotion (Die Konstruktion von Feindbildern: zum Sprachgebrauch in neonazistischen Medien 1999) baute er an der Universität Greifswald die Studieneinheit 'Schreibpraxis' auf. Von 2001 bis 2008 war er in Forschung und Lehre (Schwerpunkt: Medienpraxis) am Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft in Hamburg tätig, vertrat 2006 den Lehrstuhl für Kommunikationstheorie und Medienkultur an der Universität Münster. Seit 2008 lehrt er als Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Pörksen ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen in Fachzeitschriften sowie diverser Bücher (u.a. mit Heinz von Foerster und Humberto Maturana), die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Zusammen mit Studenten veröffentlichte er mehrere Bücher, die aktuelle Medienthemen aufgreifen ('Trendbuch Journalismus', 'Skandal!', 'Medienmenschen', 'Die Casting-Gesellschaft'). 2008 wird er zum Professor des Jahres 2008 (UNICUM-Beruf) in der Kategorie Geistes-/Gesellschafts- und Kulturwissenschaften' gewählt. Jens Bergmann, Jg. 1964, wurde in Hannover geboren und wuchs dort auf. Nach Abitur und Zivildienst studierte er in Hamburg Psychologie und Journalistik. Im Anschluss volontierte er bei einer Fernsehproduktionsfirma, schloss außerdem die Henri-Nannen-Schule (Gruner + Jahr) ab. Danach arbeitete er fünf Jahre lang als Redakteur bei dpa und bei der Hamburger Morgenpost, im Anschluss zwei Jahre als freier Autor u.a. für das Wirtschaftsmagazin brand eins, Spiegel Reporter, Bild der Wissenschaft und Merian. Seit September 2001 ist Bergmann Redakteur bei brand eins.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 357
    Erscheinungsdatum: 06.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783932927812
    Verlag: Solibro Verlag
    Serie: defacto .1
    Größe: 3025 kBytes
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Medienmenschen

Frau Buschheuer, in einem Porträt über Sie heißt es: "In ziemlich vielen Medien hat Else Buschheuer ziemlich viele Facetten gezeigt, deren gemeinsamer Nenner darin besteht, dass sie nicht zusammenpassen, aber irgendwie der Akkumulation von Prominenz dienen." Geht es Ihnen tatsächlich darum?

Ich glaube nicht. Es war im Grunde ganz einfach: Ich wollte ein Buch verkaufen. Ich hab' mich erst bemüht, bekannt zu werden, als ich vor sechs Jahren meinen ersten Roman Ruf! Mich! An! zu vermarkten hatte. Vorher bin ich zwar öffentlich aufgetreten, aber nicht auffällig geworden.

Bekannt geworden sind Sie doch schon als Wetterfee bei Prosieben .

Eben nicht. Ich habe da drei Jahre vor mich hin gewettert - keiner hat mich gesehen. Jeder Sender hat so eine Wetterschnecke, die vor der Bluebox herumhampelt. Ich habe mich kaum von denen unterschieden, höchstens sprachlich, aber es hört eh keiner hin. Auffällig geworden bin ich erst als Wetterfee, die einen Skandal-Roman geschrieben hat: Die Kombination ließ sich gut verkaufen.

Besonders Ihre letzte Ansage als Wetterfee ist noch vielen in Erinnerung. Ursprünglich wollten Sie vor einem Millionenpublikum bei Harald Schmidt kündigen. Dann haben Sie sich dafür entschieden, eine mit einem nackten Körper bedruckte Grillschürze zu tragen. Sie brauchten unbedingt einen spektakulären Abgang.

Na und? War doch nur Spaß. Im Sender hieß es immer, man solle sich sexy anziehen. Ich war immer dagegen - keine Ausschnitte, keine Röcke. Bei meinem letzten Wetter habe ich dann gesagt: "Jetzt mache ich mich mal nackig wegen der Quote." Derzeit überlege ich gerade, ob ich demnächst bei Riverboat mit Miniröcken und Perücken auftrete. Sozusagen als Karikatur meiner Selbst, mich augenzwinkernd dem Quotendruck beugend.

Als Wetterfee ließ man Sie nie live vor die Kamera. Der Spiegel schrieb, Sie sähen "auch mit einem Azorenhoch im Rücken irgendwie gefährlich aus".

Ich gelte als unberechenbar - was im Übrigen stimmt. Ich bin mir oft im Unklaren über die eigenen Motive. Ich neige zu unüberlegten Dingen, sage aus heiterem Himmel etwas wirklich Unpassendes. Als Wetterfee war ich eine grandiose Fehlbesetzung.

Wie kamen Sie zu dieser Rolle?

Ich habe eine Augenkrankheit, und ein Arzt hat mir einmal gesagt, ich könne nie im Scheinwerferlicht stehen. Da habe ich gedacht: 'Das wollen wir erst mal sehen!' So bin ich Moderatorin geworden. Eigentlich rutscht man über eine Moderation in den Journalismus und macht dann ernsthafte Sachen. Bei mir war es umgekehrt, ich war vorher schon acht Jahre Journalistin gewesen, habe für verschiedene Zeitungen, Magazine und Fernsehsendungen gearbeitet. Es hat mich gereizt, den Arzt zu widerlegen, und es hat mich gereizt, Geld zu verdienen, ohne meinen Kopf sehr anstrengen zu müssen. Ich wollte ja ein Buch schreiben.

Ihr Skandal-Roman Ruf! Mich! An! erschien 2000, und Sie bewarben ihn in den Medien exzessiv.

Ich hatte mir vorgenommen: Für dieses Buch mache ich alles, dafür gehe ich überall hin. Und es hat geklappt. Ich war sogar bei Naddel in Peep! , habe Dinge getan, die ich heute nicht mehr täte.

In der RTL-II -Sendung Peep! simulierten Sie multiple Orgasmen, im Stern erzählten Sie "Selbstbefriedigung ist für mich wie Yoga", der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki nannte Sie die "schöne Pornografin". Waren das wirklich Sie?

Natürlich nicht, aber es passte zur Heldin aus Ruf! Mich! An! Und so bin ich eben als Amazone aufgetreten mit High Heels, langen Fingernägeln und kurzen Haaren. Ich war ganz zufrieden mit diesem Image, da

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