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Die neue Macht der Öffentlichkeit Der Kampf um die Meinungsmacht in Österreich

  • Erscheinungsdatum: 23.11.2015
  • Verlag: av Buch
eBook (ePUB)
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Die neue Macht der Öffentlichkeit

Werfen Sie gemeinsam mit uns einen Blick auf das neue, digitale Österreich. Wie wird öffentliche Meinung gemacht? Wie verändert sie sich? Was beeinflusst sie im neuen digitalen Zeitalter der Kommunikation? Wie schafft die digitale Transformation in unserer Gesellschaft neue Formen von Öffentlichkeit und eie werden damit die Prägung öffentlicher Meinung und die Rolle von Medien und Meinungsmachern verändert? Diese und ähnliche Fragen werden in diesem Buch von namenhaften Expertinnen und Experten der Medien- & Kommunikationswelt Österreichs ausführlich analysiert. Herausgeber ist der Journalist Rudolf Klausnitzer. Namenhafte Expertinnen und Experten der Medien- & Kommunikationswelt Österreichs liefern Texte; darunter Alexander Wrabetz (ORF-General), Horst Pirker (News Gruppe), Eugen Russ (Vorarlberger Medienhaus).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 23.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840463570
    Verlag: av Buch
    Größe: 10541 kBytes
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Die neue Macht der Öffentlichkeit

- Podiumsdiskussion mit Rainer Esser, Kristin Hanusch-Linser, Michaela Huber, Sebastian Loudon, Christian Rainer und Corinna Tinkler -

Digitale Vernetzung und öffentliche Meinung

Im März dieses Jahres diskutierten wir beim Media & Lifestyle Summit in Zürs am Arlberg das Thema dieses Buches zum ersten Mal. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Medien, Wirtschaft und Politik mit den Veränderungen der digitalen Transformation umgehen und wie sich durch soziale Netzwerke und die zunehmende Fragmentierung im Mediensektor auch die Form der öffentlichen Meinungsbildung verändert. Sebastian Loudon, der Moderator dieser Diskussion, hat die Beiträge der Teilnehmer zusammengefasst und in Bezug gesetzt.

Strukturwandel

Was der deutsche Philosoph Jürgen Habermas bereits zu Beginn der Sechzigerjahre in seiner Habilitationsschrift "Strukturwandel der Öffentlichkeit" als Begriff geprägt hat, lässt sich seit einigen Jahren in Echtzeit und mit ebenso hoher Intensität wie Geschwindigkeit in Echtzeit und auf vielen Ebenen erleben. Stand damals die Rolle der aufstrebenden elektronischen Massenmedien, vor allem des Fernsehens, im Mittelpunkt, so ist es heute die digitale Kommunikation, die sozialen Netzwerke, die Blogs, die Shitstorms, die Memes. Eine schier unüberblickbare Zahl an digitalen, großteils vernetzten und interaktiven Medien- und Kommunikationsplattformen. Sie alle schaffen Öffentlichkeit und binden Aufmerksamkeit und Zeit der Menschen. Natürlich spielen die etablierten Massenmedien eine enorme Rolle in dieser digitalen Sphäre, sei es als Lieferant für Gesprächsstoffe oder als Impulse für Diskussion, Aktivierung oder mitunter auch als Objekte der Belustigung, die für ihre scheinbar altmodischen Geschäftspraktiken verhöhnt werden. Nach dem Motto: "Schaut's, wie patschert die sind." Der digitale Hochmut gegenüber jenen, die dieser kulturtechnischen Revolution hinterherhinken, ist übrigens einer der Gründe, warum viele besonders zögerlich und skeptisch sind, und trägt seinen Teil dazu bei, dass der "Digital Gap" die Kluft der beiden Parallelwelten tiefer werden lässt.

Die wahre Revolution

Doch längst hat sich ein neuer Aspekt dazugesellt. Jene Entwicklung, die als die eigentliche Revolution in die Kulturgeschichte eingehen wird. Jene, die die Sorge um die Kluft zwischen digital und analog kommunizierenden und konsumierenden Menschen verblassen lassen wird. Es ist der weltumspannende Siegeszug der Smartphones. In den vergangenen fünf Jahren verpassten sie der Digitalisierung einen Turboschub, indem sie Milliarden Menschen mobil mit der Internetwelt vernetzten. Das digitale Idealprinzip, intelligentere Angebote zu besseren Preisen, maßgeschneiderte Werbung und effizientere Kommunikation mit ganz neuen Mechanismen, wird nun Teil unseres Lebens - losgelöst von Standcomputer oder Arbeitsplatz. Die digitale Vernetzung steckt für bald ein Viertel der Weltbevölkerung in der Handfläche, nutzbar mit einem Wischen, einem Sprachbefehl oder bald einer simplen Geste. Von nun an ist alles möglich. Und diese Revolution nimmt jede einzelne der aus der alten Welt stammenden Autoritäten aus Politik, Religionen, Universitäten, Medien und Wirtschaft in Beschlag. Über kurz oder lang ist der Effekt der um sich greifenden Konnektivität von Menschen und zunehmend Dingen allumfassend. Aber was bedeutet das alles für das, was man früher mit "öffentliche Meinung" beschreiben konnte, für den gemeinsamen Narrativ einer Gesellschaft, der bei all ihren Konflikten, Verwerfungen und unterschiedlichen Meinungsströmungen doch in seiner Summe ein abgestecktes Ganzes darstellte, das überblickbar schien? Auf die österreichische Medienrealität heruntergebrochen: Den Fernsehhauptnachrichten konnte man nicht ausweichen, weil sie auf den beiden einzig verfügbaren Fernsehkanälen durchgeschaltet wurden. Das, was heute absurd altmodisch "Bewegtbild-Content" genannt wird, gab es damals nur auf

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