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Kommunikation Eine interdisziplinäre Einführung

  • Erscheinungsdatum: 19.12.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Kommunikation

Dieses Buch mit Beiträgen von Psychologen, Medien- und Wirtschaftswissenschaftlern bietet im ersten Teil einen ausführlichen Überblick über die theoretischen Grundlagen der verbalen und nonverbalen Kommunikation zwischen Personen und Gruppen, in Face-to-Face-Interaktionen und in unterschiedlichen Medien. Der zweite Teil ist anwendungsorientiert und behandelt Kommunikation detailliert in verschiedenen Praxisfeldern: im gesellschaftlichen Kontext, in der Nutzung und Wirkung neuer Medien, in der Wirtschaftspraxis und in der psychosozialen Beratungspraxis. Prof. Dr. Mathias Blanz lehrt Sozial-, Kommunikations- und Medienpsychologie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg. Prof. Dr. Arnd Florack ist Professor für Angewandte Sozialpsychologie an der Universität Wien. Prof. Dr. Ursula Piontkowski ist Professorin i. R. für Sozialpsychologie an der Universität Münster.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 19.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170238923
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 3674 kBytes
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Kommunikation

2 Sprachliche Kommunikation: Psycholinguistische Grundlagen

Monika Schwarz-Friesel und Konstanze Marx

Sprachliche Kommunikation ist Grundlage jeder Gesellschaft. Die Möglichkeit, mittels Sprache Gedanken und Gefühle auszudrücken, gehört zu den wichtigsten geistigen und sozialen Fähigkeiten des Menschen. Alle wesentlichen sozialen Interaktionen, Strukturen und Institutionen basieren auf sprachlichen Prozessen. Sprachliche Äußerungen vermitteln allgemeine und individuelle Kenntnisse, speichern kollektives Wissen, ermöglichen komplexe Denkprozesse, Gedankenaustausch und Bezugnahme auf die Welt. Die Sprache ist in einer Gemeinschaft das bei allen individuellen Unterschieden und subjektiven Ausrichtungen menschlicher Existenzen von allen gemeinsam benutzte, überindividuell verstandene Kenntnis- und Kodierungssystem. Sowohl im privaten wie auch im sozialen Leben wäre ein Miteinander ohne Sprache nicht vorstellbar.

Wenn wir uns mit der Sprache beschäftigen, stellen wir Fragen nach uns selbst, unserem Geist, unseren Fähigkeiten, unserer Wesensart, unserer Interaktion mit anderen Menschen, unserer Onto- und Phylogenese.

Sprache ist somit immer ein Fenster zur Welt, weil wir durch Sprache etwas über die äußere Realität erfahren. Sprache ist zugleich eine Straße in den Geist, da sprachliche Äußerungen immer auch Einblick in Denk- und Meinungsprozesse, Einstellungen oder Motive geben – sie sind also Spuren unserer kognitiven Aktivität.
2.1 Sprache als geistiges Kenntnissystem

2.1.1 Linguistik als Disziplin: zur Relevanz von Sprache

Die Beschäftigung mit der Sprache hat eine lange Tradition. Wenngleich es die Sprachwissenschaft als Disziplin erst seit ca. einhundert Jahren gibt, haben sich Philosophen und Dichter seit der Antike über die Jahrhunderte hinweg mit Sprache beschäftigt, so z. B. Platon in seinem sprachphilosophischen Dialog "Kratylos". Sprachliche Fähigkeiten sind heute Gegenstand der modernen Sprachwissenschaft (Linguistik), die als wissenschaftliche Disziplin die Struktur, die Repräsentation, den Erwerb und die Verwendung von Sprache untersucht. Dabei wird die Sprache aus kognitiver Perspektive als ein Kenntnis- und Regelsystem verstanden, das in unserem Gedächtnis mental und in unserem Gehirn neuronal gespeichert ist. Der Begriff Sprache hat (auch als Untersuchungsgegenstand der Sprachwissenschaft) die folgenden Auslegungsmöglichkeiten:

- Sprache als allgemeine menschliche Fähigkeit (vgl. Der Mensch unterscheidet sich vom Tier durch die Sprache. ),

- Sprache als spezifisches Kenntnis- und Regelsystem einer Gesellschaft (vgl. Im Seminar beschäftigen wir uns mit der deutschen Sprache .),

- Sprache als individuelle Fähigkeit eines Menschen, zu sprechen und zu verstehen (vgl. Herr Müller hat durch einen Schlaganfall seine Sprache verloren .),

- Sprache als konkrete Anwendungsvariante (vgl. Was ist das für eine klare Sprache in diesem Aufsatz! ).

Je nach linguistischem Ansatz (beispielsweise Angewandte oder Theoretische Linguistik) steht die eine oder andere Variante im Vordergrund des Forschungsinteresses. Hinsichtlich der wissenschaftlichen Beschreibung, was Sprache genau ist, ergeben sich die folgenden Charakteristika: Sprache ist natürlich. Sie ist das Ergebnis einer historischen Entwicklung und eine evolutionäre Errungenschaft. Phylogenetisch betrachtet ist die Sprachfähigkeit relativ jung: Man vermutet, dass sie sich aufgrund spezifischer Gehirnentwickl

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