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Digital Naive. Der Digitale Wandel in Unternehmen aus der Sicht des soziologischen Neo-Institutionalismus von Friedrich, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.02.2016
  • Verlag: Studylab
eBook (ePUB)
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Digital Naive. Der Digitale Wandel in Unternehmen aus der Sicht des soziologischen Neo-Institutionalismus

Unternehmen kommen nicht mehr umher sich selbst zum Digitalen Wandel und den Herausforderungen, die dieser mit sich bringt, zu positionieren. Stakeholder aus allen Bereichern erwarten eine klare Positionierung, obgleich die Erwartungen an konkrete Maßnahmen diffus bleiben. Wie kommt es, dass ein solcher Druck entsteht, welche Mechanismen haben dazu geführt und wie reagieren Unternehmen in ihrer Kommunikation auf den Digitalen Wandel? Diese Fragen und entsprechende Hintergründe werden anhand des soziologischen Neo-Institutionalismus erforscht und knapp zusammengefasst. Aus dem Inhalt: - Theorieansätze des Neo-Institutionalismus, - Das Konzept des digitalen Wandels, - Prozesse und Akteure der Institutionalisierung, - Empirische Untersuchung und qualitative Inhaltsanalyse.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 82
    Erscheinungsdatum: 15.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783668148918
    Verlag: Studylab
    Größe: 376 kBytes
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Digital Naive. Der Digitale Wandel in Unternehmen aus der Sicht des soziologischen Neo-Institutionalismus

2. Theoretische Grundlage: Der soziologische Neo-Institutionalismus

2.1. Verortung des soziologischen Neo-Institutionalismus

Der Neo-Institutionalismus gilt heute als einer der wichtigsten sozialwissenschaftlichen Ansätze und erfreut sich in der Wissenschaft steigender Beliebtheit (vgl. Senge, 2011, S. 11). Der soziologische Neo-Institutionalismus ist dabei allerdings nur eine der zahlreichen Ansätze, die die Bedeutung von Institutionen für das Handeln von Akteuren betonen [3] . Das Kapitel verortet den soziologischen Neo-Institutionalismus in Abgrenzung zu den ökonomischen Theorien der Organisationstheorie als sozialkonstruktivistische Theorie.

Auch außerhalb der Organisationstheorie findet sich das Konzept der Institution wieder. So beschreibt Foucault (vgl. 1978, S.119f.) im Rahmen seiner Diskursanalyse unter dem Begriff des Dispositivs eine institutionelle Grundannahme, auf der Handlungen wahrgenommen und bewertet werden.

Durkheim (vgl. 1984, S. 100ff.) definiert eine Institution in der Soziologie mit dem Begriff des sozialen Tatbestandes, der die Art des Handelns in institutionalisierten Bereichen zu einem bestimmten Grad festlegt, also auf den Einzelnen einen äußeren Zwang ausübt.

Einen weiter gefassten Begriff von Institutionen verfolgt Weber (vgl. 1984, S. 54f.), der Institutionen als eine Ordnung begreift, an der sich das soziale Handeln der Akteure orientiert. Ihre Legitimität erhält die Ordnung dadurch, dass sie von einem Großteil der Akteure akzeptiert wird. Weber geht es jedoch mehr als Durkheim um den Sinn, den die Institution erfüllt, denn davon abhängig sei die Geltungsmacht für Akteure.

Die Vorsilbe "Neo" wird als Rückgriff des Neo-Institutionalismus auf die bereits zuvor formulierten Konzepte verstanden. Der Neo-Institutionalismus argumentiert jedoch, dass Strukturen und Aktivitäten von Organisationen nicht ohne die enge Verknüpfung mit gesellschaftlichen Strukturen erklärt werden können (vgl. Senge, 2011, S. 12).

Der Neo-Institutionalismus begreift Institutionen als Erwartungsstrukturen der Umwelt, in die Akteure eingebettet sind und die damit maßgeblich das Handeln von Akteuren beeinflusst (vgl. Walgenbach und Meyer, 2008, S.11). Auf der theoretischen Grundlage der Werke von Meyer und Rowan (1977) und DiMaggio und Powell (1983), die sich mit dem makroinstitutionalistischen Ansatz das Zusammenspiel von Organisation und Gesellschaft untersuchten, sowie der Arbeit von Zucker (1977), die die Wirkung von Institutionen auf der Ebene der Organisation betrachtete, folgte eine Reihe von praktischen Studien. Dabei ist der Theorieansatz des Neo-Institutionalismus mehr "effektive Forschungstechnologie" (Hasse & Krücken, 1999, S. 51) als ein weitgreifendes Theoriekonstrukt.

Mit starkem Bezug auf das Werk von Berger und Luckmann, The Social Construction of Reality (1966), hat sich der soziologische Neo-Institutionalismus als sozialkonstruktivistischer Forschungsansatz schon früher angekündigt, wurde jedoch erst mit den Arbeiten von Meyer und Scott (1983) sowie Scott und Meyer (1994) als eigenständige Forschungsrichtung angesehen. An Bedeutung gewann die soziologische Betrachtungsweis durch Durkheim (1999), der die "Soziologie als die Wissenschaft von den Institutionen" bezeichnete und Institutionen als "Glaubensvorstellungen und durch die Gesellschaft festgesetzte [...] Verhaltensweisen" charakterisierte (Durkheim, 1999, S.100, zitiert nach Senge, 2011, S. 82). Es folgten zahlreiche Forschungsarbeiten und Studien, zu denen im deutschen Raum vor allem Hasse und Krücken (1999) sowie Walgenbach (2000) einen wesentlichen Beitrag leisteten.

Berger und Luckmann (vgl. 2004, S. 55ff.) gehen insbesondere der Frage nach dem Prozess der Institutionalisierung nach und kommen zu

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