text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Bildung Ein pädagogischer Grundbegriff von Rittelmeyer, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.10.2011
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
21,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Bildung

Der Bildungsbegriff wird nicht nur in der Erziehungswissenschaft seit einiger Zeit heftig diskutiert: Ist er noch aussagefähig oder ersetzt man ihn besser durch präziser erscheinende Begriffe wie 'Kompetenz', 'Lernen' oder 'Sozialisation'? Tatsächlich zählt der Bildungsbegriff jedoch gerade wegen seines Facettenreichtums zu den unverzichtbaren Grundbegriffen der Pädagogik. Das Buch beschäftigt sich mit der Geschichte und der Aktualität des Bildungsbegriffs. Dabei wird gefragt, wie sich elementare Erziehungsfragen und pädagogische Problemstellungen im Lichte des Bildungsbegriffs bestimmen lassen. Ins Blickfeld rückt dabei u.a. der klassische Konflikt zwischen den Erziehungsintentionen Erwachsener und den Eigeninteressen der Heranwachsenden oder das grundlegende Problem von Freiheit und Fremdbestimmung in der Erziehung. Das Buch richtet sich in seiner praxisorientierten Gestaltung insbesondere auch an Studierende der Pädagogik, denen eine problemorientierte Einführung in erziehungswissenschaftliches Wahrnehmen und Denken geboten wird.

Professor Dr. Christian Rittelmeyer lehrte an der Universität Göttingen mit den Schwerpunkten Theorie und Geschichte der Pädagogik, Pädagogische Anthropologie und Entwicklungspsychologie des Kindesalters.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 207
    Erscheinungsdatum: 13.10.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170278660
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Serie: Pädagogik
    Größe: 11856 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Bildung

Einführung

Was sind pädagogische Grundbegriffe? Mit diesem Terminus werden Begriffe bezeichnet, die in allen pädagogischen Disziplinen - z.B. der Schul- und Heilpädagogik, der außerschulischen Jugendarbeit oder der Erwachsenenbildung, der elterlichen Erziehung oder der Sozialpädagogik - von Bedeutung sind. So bezeichnet der Begriff Erziehung die mehr oder minder bewusste und gezielte Einflussnahme der älteren Generation auf die jüngere mit der Absicht, sie für die aktive Teilhabe an einer bestimmten Kultur und Gesellschaft zu befähigen. Diese pädagogische Aktivität kann sich gleichermaßen, wenn auch in jeweils spezifischer Ausprägung, in der Familien-, Vorschul- und Schulerziehung, in Erziehungsheimen oder in Bildungsveranstaltungen der Gewerkschaften und Kirchen ereignen. Auch die gezielte Bemühung um eine Veränderung der eigenen Person kann mit diesem Begriff bezeichnet werden - es geht dann um Prozesse der sogenannten Selbsterziehung. Man spricht darüber hinaus auch von den geheimen Erziehern und meint damit beispielsweise den unbemerkten prägenden Einfluss der modernen Massenmedien auf Heranwachsende - der allerdings auch mit dem Begriff Sozialisation bezeichnet wird. Hier wie in anderen Fällen sind die pädagogischen Grundbegriffe nicht immer trennscharf voneinander abzugrenzen. Das in vielen klassischen Erziehungstheorien bis in die 1920er Jahre hinein favorisierte und wie eine pädagogische Enklave beschriebene Erzieher-Zögling-Verhältnis ist nicht nur durch eine theoretische Ausblendung der so wichtigen gesellschaftlichen Einflüsse auf Heranwachsende gekennzeichnet, sondern enthält schon im Begriff "Zögling" ein Konstrukt, dem gerade - und zwar auch schon in klassischen Theorien - durch den Bildungsbegriff widersprochen wird.

Der Begriff Bildung ist weiter gefasst als der Erziehungsbegriff, da er Vorgänge der körperlichen, seelischen und geistigen Entwicklung (zumeist im Sinne einer Höherentwicklung oder Vervollkommnung) bezeichnet, unabhängig davon, ob es hierbei um Resultate der Eigenaktivität, der äußeren Einflussnahme oder um biografische Konstellationen geht, mit denen sich ein Individuum produktiv und lernend auseinander setzt. Der Bildungsbegriff wird allerdings, wie manche Kritiker aus der Erziehungswissenschaft meinen, so inflationär gebraucht (mit Worten wie Bildungsprivileg, Bildungsphilister, Bildungspolitik, Bildungstechnologie, Scheinbildung, bildungsferne Schichten, Bildungsgebaren), dass er kaum noch zur präzisen Bezeichnung pädagogischer Sachverhalte herangezogen werden kann. In der Erziehungswissenschaft dürfte aber dennoch die Position vorherrschen, dass es sich bei diesem Terminus gerade wegen seines Facettenreichtums um einen grundlegenden, vielleicht um den elementaren Begriff der Pädagogik handelt, gleichviel, ob es um die Theorie oder Praxis dieser Disziplin geht. 1 Ihm wird daher in diesem Buch eine prominente Position eingeräumt. Ich möchte versuchen, seinen Bedeutungsgehalt an zahlreichen Beispielen herauszuarbeiten. Dieser vielen exemplarischen Geschichten, biografischen Berichte, Praxisbeispiele und Alltagsbeobachtungen wegen spreche ich von Lehrstücken : Es geht um Beispiele, die man selber - vielleicht in ganz andere Richtungen, als sie hier aufgezeigt werden - auslegen kann. 2 Ich möchte zeigen, dass Bildung ein empirisches wie begriffliches Phänomen ist, das die eigentliche Substanz pädagogischer Theorie und Praxis ist und daher auch dem Erziehungswie dem Sozialisationsbegriff erst die orientierende Grundlage verschafft.

Dem umfangreichen ersten Kapitel, das in den Bildungsbegriff einführt, werden zwei Kapitel folgen, in denen auch elementare Erziehungsfragen eine wesentliche Rolle spielen. Mein eigentliches Anliegen ist dabei jedoch, die Möglichkeit einer Aufklärung dieser erziehungstheoretischen Prob

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen