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Lese- und Rechtschreibförderung in Kita, Schule und in der Therapie von Mand, Johannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2007
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Lese- und Rechtschreibförderung in Kita, Schule und in der Therapie

Über 4 Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben. Wer sich mit diesem hohen Anteil von Analphabeten auf Dauer nicht abfinden will, muss neue Wege gehen und zwar vor allem in der vorschulischen Sprachförderung, in der schulischen Lese- und Rechtschreibförderung und in der LRS-Therapie. Das Buch erklärt zunächst, wie Kinder lesen und schreiben lernen. Es beschreibt dann die besonderen Probleme von Kindern aus Migrantenfamilien, von Kindern mit Lernbehinderungen und solchen mit Legasthenie. Im Zentrum des Buches steht die eigentliche pädagogische Arbeit, also die förderdiagnostische Arbeit an Lese- und Rechtschreibproblemen und die pädagogischen Entscheidungen über Ziele, Inhalte und Methoden der Lese- / Rechtschreibförderung.

Prof. Dr. Johannes Mand lehrt an der Evangelischen Fachhochschule in Bochum.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 188
    Erscheinungsdatum: 15.11.2007
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170277502
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 8907kBytes
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Lese- und Rechtschreibförderung in Kita, Schule und in der Therapie

Zweites Kapitel Literacy und Migration

Fast jeder Lehrer in Grund-, Haupt-, Gesamt- oder Sonderschulen hat mit Kindern zu tun, die Deutsch als zweite Sprache erlernen. Häufig zeigen sich bei diesen Schüler/innen Lern- und Entwicklungsverzögerungen im Lesen oder im Schreiben. Manchmal verbleiben Kinder aus Migrantenfamilien sogar dauerhaft auf den ersten Stufen der Lese- oder Schreibentwicklung. Denn die Alphabetisierung von Kindern in ihrer zweiten oder in ihrer dritten Sprache bzw. ein Wechsel in eine fremde Sprachumgebung nach der Alphabetisierung ist mit zusätzlichen Entwicklungsaufgaben verbunden. Und diese Entwicklungsaufgaben sind so anspruchsvoll, dass viele Kinder daran scheitern.

Die einschlägigen Zahlen sind alarmierend. Nach Befunden der PISA-Studie erreichen derzeit 9,9 % der untersuchten Fünfzehnjährigen nicht die unterste Stufe der Gesamtskala Lesen (Artelt u.a. 2001, 103). Das heißt: Sie haben erhebliche Probleme, in Texten eine oder mehrere ausdrücklich angegebene Informationen zu lokalisieren, den Hauptgedanken eines Textes oder die Intention eines Autors über bekannte Themen zu erkennen oder z.B. eine einfache Verbindung zwischen Informationen aus dem Text und weit verbreitetem Alltagswissen herzustellen (Artelt u.a. 2001, 117 f.). 34 % dieser Jugendlichen besuchen eine Sonderschule, weitere 50 % sind in den Hauptschulen zu finden, 7 % in Integrierten Gesamtschulen, 5 % in Berufsschulen und 4 % in Realschulen. 20 % der Jugendlichen, die aus einem Elternhaus kommen, in dem beide Eltern zugewandert sind, bleiben unter Stufe I der Lesekompetenz. 50 % überschreiten nicht die Stufe I (Baumert/Schümer 2001, 372 ff.). Insgesamt kommen 52,6 % der Jugendlichen, die unter Stufe I der Lesekompetenz bleiben, aus Familien mit Migrationshintergrund (Artelt u.a. 2001, 103, 117 f.). Und an den katastrophalen Befunden im Lesen hat sich - dem verhalten positiven Medienecho auf PISA II zum Trotz - nichts Wesentliches geändert: Die Unterschiede zwischen PISA 2000 und PISA 2003 sind in dieser Hinsicht nicht signifikant (Schaffner u.a. 2004, 107).

Es ist vor diesem Hintergrund kaum verwunderlich, dass Kinder mit Migrationshintergrund nicht nur Probleme im Lesen und Schreiben haben, sondern auch in Schulformen überrepräsentiert sind, die Schulabschlüsse mit geringem Gebrauchswert bzw. mit geringem Sozialprestige vergeben. Die Studien von Kornmann und Mitarbeitern weisen z.B. inzwischen seit Jahrzehnten darauf hin, dass Kinder mit Migrationshintergrund in der Schule für Lernbehinderte/Förderschule Lernen überrepräsentiert sind. Bestätigt wird dieser Befund auch durch Studien von Klein (2001) bzw. Wocken (2000, 2006). Eine Studie des Autors (Mand 2006) ermittelt Hinweise darauf, dass Städte mit hohen Migrantenanteilen häufig auch hohe Anteile von Schülern der Schule für Erziehungshilfe/Förderschule em/soz haben (die Studie analysiert Daten aus allen kreisfreien Städten NRWs). Es ist also möglich, dass die Herkunft aus einer Migrantenfamilie nicht nur Auswirkungen auf das Lernen hat. Sondern es ist ebenfalls möglich, dass negative Auswirkungen auf das Verhalten entstehen.

Die einschlägigen Veröffentlichungen haben in der Öffentlichkeit vielfach den Eindruck entstehen lassen, als würden Migrationshintergrund und Schulleistungsprobleme in einer einfachen, monokausalen Beziehung stehen, als ließen sich Schulprobleme vor allem als Migrationsfolge erklären. Diese Auffassung ist aber falsch: Viele, aber keineswegs alle Kinder mit Migrationshintergrund verbleiben auf einem niedrigen Niveau der Lese- und Schreibentwicklung. Und Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund besuchen keineswegs mehrheitlich Sonderschulen, sondern der Anteil der Sonderschüler in der Förderschule Lernen ist lediglich etwas höher als man von ihrem Bevölkerungsanteil her erwarten müsste. Von monokausalen Beziehungen kann also sicher keinesfalls die Rede sein.

Man muss sich die Verhäl

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