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Neue digitale Kultur- und Bildungsräume

  • Erscheinungsdatum: 03.11.2009
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
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Neue digitale Kultur- und Bildungsräume

Die These, dass das Internet vor allem als neuer Kultur- und Bildungsraum gesehen werden kann, hat sich durchgesetzt. Anhand der Schlüsselbegriffe 'Alltagskulturen', 'Inter- und Transkulturalität', 'personale Identität', 'Digital Game Studies' und 'Virtuelle Konsumwelten' wird diese These überprüft und weiter entwickelt.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 03.11.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783531919171
    Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
    Größe: 1584kBytes
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Neue digitale Kultur- und Bildungsräume

Virtuelle Räume und die Hybridisierung der Alltagswelt (S. 99-100)

von Alexander Unger

Einleitung

In der sozialwissenschaftlichen Diskussion wird zunehmend die Frage behandelt, wie sich die Verbreitung digitaler Medientechnologien auf die soziale Lebenswelt sowie die individuelle Existenzbewältigung und Persönlichkeitsentwicklung auswirkt. Blickt man zurück, so wurde die Frage nach dem Für und Wieder von Technisierung und Medialisierung zumeist mit einer euphorischen Bejahung oder einer extremen Ablehnung beantwortet. In der öffentlichen Diskussion finden sich dementsprechend auch eine Vielzahl von Stimmen, die in der Verbreitung neuer Medien und Medientechnologien einen Verfalls- und Degenerationsprozess sehen (Nolda 2002, 40f.; Unger 2009, 109f.).

Nach dem Kino, Comics und dem Fernsehen stehen heute besonders die so genannten neuen Medien im Verdacht, das soziale und kulturelle Leben zu deformieren und die individuelle Bewusstseinsbildung durch die Ausbildung einer medialen Scheinwelt zu unterlaufen. 1 Weitgehend unstrittig ist in der wissenschaftlichen Diskussion hingegen, dass Neue Medien und softwarebasierte Umgebungen, sowohl in der Arbeitswelt als auch im Bereich der Freizeit, zu einem integralen Bestandteil unseres alltäglichen Handelns werden.

Vor diesem Hintergrund wird es immer schwerer sie bei der Untersuchung gesellschaftlicher Strukturen und des Sozialraums auszublenden. Ein entscheidender Unterschied der Neuen Medien im Vergleich zu den klassischen Massenmedien ist dabei, dass Neue Medien zunehmend Anwendungen anbieten, die eine neue, virtuelle Handlungssphäre eröffnen, die in vielfältiger und sehr enger Weise mit realen Handlungen und Sozialität verknüpft sind. Viele Aktivitäten und Handlungsformen, die als nicht-medialisiert und in materiellen Räumen verankert geläufig sind, verlagern sich in oder verbinden sich mit dieser Sphäre, die auf Digitalität, Interaktivität und Vernetzung basiert (vgl. Issing/Klimsa 2002; Schulmeister 2002).

Dies reicht vom Austausch von Dokumenten über die Organisation von Arbeitsprozessen, das kooperative Erstellen von Inhalten, die private Peer-Group Kommunikation und die eigene Selbstdarstellung, bis hin zu neuen Formen des gemeinschaftlichen Spielens und der Partnersuche. Trotzdem ist man auch in der sozialwissenschaftlichen Diskussion eher zurückhaltend geblieben, was die Integration der virtuellen Sphäre bzw. von Virtualität in tragende Theoriekontexte anging. Dabei liegt es auf der Hand, dass in einer Gesellschaft, die grundlegend durch neue Medientechnologien geprägt ist, auch mediale Formate, Architekturen und Interaktionsformen einen integralen Bestandteil von Sozialität darstellen und sich in Sozialisationsprozesse einschalten, was nicht zu letzt die Diskussion um Mediensozialisation verdeutlicht (vgl. Hoffmann/Mikos 2007; Süss 2004).

Damit stellt sich allerdings auch die Frage, in welchem Verhältnis diese medialen Formate und die durch sie eröffneten Räume zum "realen" Sozialraum stehen bzw. wie sie in diesem zu verorten sind. Haben wir es mit getrennten Bereichen und Formen von Sozialität zu tun? Findet eine Überschreibung bzw. Virtualisierung des lebensweltlichen Raums und seiner Sozialität statt, was möglicherweise zu deren Verschwinden führt (vgl. Baudrillard 1996)? Oder verbinden sich diese beiden Sphären vielmehr zu einem hybriden Konglomerat, das zunehmend als Hintergrund von Sozialität und Sozialisation zu sehen ist?

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