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MOOCs statt Hörsaal (Telepolis) Der Unterricht im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit von Becker, Matthias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.02.2014
  • Verlag: Heise Zeitschriften Verlag
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MOOCs statt Hörsaal (Telepolis)

Immer mehr Menschen nutzen 'Massive Open Online Courses' (MOOCs), an denen sich manchmal Hunderttausende einschreiben. Dozenten, die ansprechend auftreten, werden zu internationalen Stars. Der Hörsaal der Universitäten wird durch das Internet weltweit öffentlich. Immer mehr Universitäten bieten Online-Kurse an und geben dafür teils viel Geld aus. Sie glauben, im internationalen Konkurrenzkampf um Studenten, Image und Überleben Online-Kurse weltweit offerieren zu müssen. Neue Plattformen schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden, um die Chancen auf dem weltweiten Bildungsmarkt zu ergreifen. Versprochen wird, dass jeder so auf der ganzen Welt die Möglichkeit erhält, sich an den besten Universitäten weiterzubilden. Bislang gibt es dafür nur eine Teilnahmebestätigung. Interessant wird sein, ob online auch Prüfungen abgelegt werden können. Die technisch avancierte Internetlehre wird die Hochschulbildung insgesamt verändern. Durch Automatisierung, Offshoring und Crowdsourcing ermöglichen MOOCs eine umfassende Rationalisierung, die unsere Vorstellung davon, was akademische Bildung eigentlich bedeutet, gründlich umkrempeln wird. Matthias Becker gibt einen Überblick über den Stand der Dinge und stellt vor, wie es in der schönen, neuen Welt der Online-Universitäten und Online-Ausbildung weitergehen könnte. Raùl Rojas, Robotikprofessor an der FU Berlin, analysiert aus eigenen Erfahrungen die Möglichkeiten von MOOCs. In Interviews mit Experten wird geklärt, warum Universitäten auf MOOCs setzen, welche Grenzen sie haben und was sie verändern werden. Es kommen außerdem zu Wort: Prof. Dr. Bernd Huber, Präsident der LMU, Jürgen Handke, Professor für Anglistik, der seit Mitte der 1990er Jahre multimediales linguistisches Lernmaterial entwickelt, Les Perelman vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Jörn Loviscach, Professor für Ingenieurmathematik, der seit 2009 seine Lehrveranstaltungen in Mathematik auf YouTube verbreitet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 90
    Erscheinungsdatum: 17.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944099248
    Verlag: Heise Zeitschriften Verlag
    Größe: 1530kBytes
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MOOCs statt Hörsaal (Telepolis)

Matthias Becker
"Ein Teil der Präsenzlehre wird durch MOOCs ersetzt werden"

Bernd Huber, der Präsident der LMU, über Massive Open Online Courses (MOOC) und die Zukunft der Lehre

Prof. Dr. Bernd Huber ist seit 2002 Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Unter seiner Präsidentschaft etablierte sich die LMU als eine der wichtigsten und forschungsstärksten Hochschulen in Deutschland und war 2006 eine der drei Gewinnerinnen der sogenannten Exzellenz-Initiative. Außerdem gehört der einflussreiche Volkswirtschaftler dem Unternehmensbeirat der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte an und wurde während der Schröder/Fischer-Regierung in den Wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums berufen, in dem er bis heute Mitglied ist.

Hubers Universität war die erste in Deutschland, die eine Kooperation mit einem der führenden amerikanischen Anbieter einging. Für Bernd Huber ist dieses Online-Engagement seiner Universität ein ergebnisoffenes Experiment. Dass aber Massive Open Online Courses (MOOCs) die künftige Hochschulbildung prägen werden, ist für ihn eine ausgemachte Sache. Zu MOOCs siehe auch: Ein Weltmarkt für Internet-Bildung ).

? Professor Huber, die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) ist unter den deutschen Hochschulen wohl diejenige, die sich am stärksten im Bereich der MOOCs engagiert. Auf der Plattform Coursera sind mittlerweile vier Kurse Ihrer Universität zu finden. Was versprechen Sie sich von diesem Engagement?

Bernd Huber: Wir sehen unsere MOOCs im Augenblick in erster Linie als Experiment, als einen Modellversuch. Wir wollen herausfinden, was sich mit diesem neuen pädagogischen und technischen Instrument anfangen lässt, wir sammeln Erfahrungen. MOOCs werden die Lehre an den Hochschulen fundamental verändern, und wir wollen frühzeitig bei dieser Entwicklung dabei sein.

? Die Netz-Kurse der LMU sind seit Sommer 2013 bei Coursera abrufbar. Wie zufrieden sind Sie nun mit dem Ergebnis Ihres Experiment?

Bernd Huber: Der Erfolg ist sensationell. Wir hatten insgesamt fast 200.000 Teilnehmer und vergleichsweise hohe Abschlussraten. Sogar an unserem MOOC zur Vulkanologie, eigentlich ja eher ein kleineres Fach, haben mehr als 10.000 Nutzer aus der ganzen Welt teilgenommen. Natürlich bedeutet es für die Dozentinnen und Dozenten erst einmal eine Umstellung, ihre Vorlesung nicht vor einem Auditorium, sondern vor der Kamera zu halten. Aber auch das hat bemerkenswert gut geklappt. Kurz, wir sind bisher außerordentlich zufrieden!

? Wie viel Aufwand und Geld steckt in den MOOCs der LMU?

Bernd Huber: In die Produktion geht natürlich eine Menge Arbeit ein, weil man das Format einer Vorlesung nicht einfach auf ein Netzangebot übertragen kann. Insgesamt hat die Produktion der vier Kurse ohne Personalkosten rund 60.000 Euro gekostet. Diese Investition ist mit Blick auf die sich uns dabei bietenden Möglichkeiten vertretbar.

? Warum haben Sie sich für Coursera entschieden und nicht für einen anderen Anbieter oder für eine eigene Netz-Plattform?

Bernd Huber: Wir sind ja eine Volluniversität, die gleichermaßen Geistes- und Naturwissenschaften anbietet, und das Angebot von Coursera ist ebenfalls inhaltlich sehr breit. Coursera ist außerdem das größte internationale Netzwerk mit der größten Reichweite und auch der größten Erfahrung auf diesem Gebiet. Um darin Erfahrungen zu sammeln, sind sie der idealer Partner für uns.

"Es geht uns darum, international noch sichtbarer zu werden"

? Sehen Sie nicht auch eine Gefahr dar

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