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Pädagogische Kinderforschung Grundlagen, Methoden, Beispiele

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2016
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Pädagogische Kinderforschung

Die Pädagogische Kinderforschung ist ein neuer Ansatz des Forschens mit und über Kinder. Sie stellt die Perspektive der Kinder in den Mittelpunkt und erforscht die subjektive Befindlichkeit, Erfahrungen, Bedürfnisse und Wünsche der Kinder im Zusammenhang von Lernen, Erziehen und Unterrichten. Das Buch klärt zunächst die Intentionen des Ansatzes, den genuin pädagogischen Forschungszugang und den theoretischen Bezugsrahmen. Der zweite Teil erläutert den methodologischen Ansatz der Pädagogischen Kinderforschung. Im dritten Teil werden Forschungsprojekte und konkrete Forschungsergebnisse vorgestellt, die die Themen, Zugänge und Methoden der Pädagogischen Kinderforschung anschaulich werden lassen. Professor Dr. Klaudia Schultheis hat den Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik an der KU Eichstätt-Ingolstadt. Dr. Petra Hiebl ist dort wissenschaftliche Mitarbeiterinnen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 186
    Erscheinungsdatum: 18.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170285965
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 4235 kBytes
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Pädagogische Kinderforschung

I Was ist Pädagogische Kinderforschung? Grundlagen und Bezugstheorien

Klaudia Schultheis

In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich die Forschung über und mit Kindern als eigenständiges und produktives Forschungsgebiet konstituiert. Kinder und Kindheit sind heute ein international anerkanntes und wachsendes Forschungsfeld. Historisch gesehen lassen sich in Europa Studien über Kinder und Dokumente, die auf der Beobachtung von Kindern basieren, bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Ein methodisch basierter und breiterer Forschungszugang begann sich jedoch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu entwickeln. Gegenwärtig gibt es nicht nur verschiedene akademische Disziplinen wie die Psychologie, Soziologie oder die Kulturwissenschaften, die Kinder zum Forschungsgegenstand haben, sondern auch unterschiedliche methodische Zugänge. So verfügen wir über repräsentative Surveys und umfangreiches statistisches Datenmaterial zu Kindern und Kindheit. Genauso finden sich aber auch hermeneutisch-phänomenologische und qualitative Studien in der Forschung mit und über Kinder.

Während für die sozialwissenschaftliche Kindheitsforschung und die Kulturwissenschaften wie die Ethnologie Kindheit eine konzeptionelle Kategorie ist und sie diese als gesellschaftliches Phänomen oder Konstruktion verstehen, fokussieren Psychologie und Erziehungswissenschaft stärker auf die Entwicklung und das Lernen von Kindern. In der Erziehungswissenschaft dominierte zunächst ein stark phänomenologisch-verstehender Zugang, bevor sie ihre Forschungen zu Kindern an die sozialwissenschaftlichen Konzepte und die Erkenntnisse anderer Disziplinen anschloss. Eine deutliche Referenz auf ihre Nachbardisziplinen wie z. B. der Psychologie, Soziologie oder Philosophie ist seit jeher für die pädagogische Reflexion kennzeichnend. Dennoch sind der Zugang und die Perspektive auf Kinder, Lernen, Erziehung, Schule und Unterricht in den benachbarten Disziplinen völlig unterschiedlich. So gibt es in der Pädagogik nicht den isolierten Blick auf singuläre Variablen kindlicher Entwicklung oder kindlichen Lernens, die eventuell experimentell nachgestellt, beobachtet und in ihren Veränderungen gemessen werden. Ebenso besteht eine Differenz zur Kindheitsforschung in der Soziologie, die Kindheit und Kinder als Konstrukt versteht und z. B. soziale Beziehungen und Interaktionen oder die Rolle der Kinder in der Gesellschaft mit ethnographischen Methoden untersucht. Der pädagogische Zugang ist im Vergleich dazu dadurch gekennzeichnet, dass er die Beziehung zwischen dem kindlichen Lernen und dem Erziehungshandeln von Lehrer(inne)n, Erzieher(inne)n und Eltern in den Blick nimmt.

Die Pädagogische Kinderforschung hat genau hier ihren Fokus und bezeichnet einen neuen Ansatz erziehungswissenschaftlichen Forschens mit Kindern, den wir in diesem Buch in Theorie und Praxis vorstellen wollen. Dieser Forschungszugang stellt die Perspektive der Kinder auf Lernen und Erziehen in pädagogischen Kontexten in den Mittelpunkt. Zum einen werden Kinder als Experten ihrer Lebenswelt gesehen und zu ihren subjektiven Erfahrungen befragt. Zum anderen ist das Erkenntnisinteresse pädagogischer Natur - womit zwei Kernelemente dieses Forschungsansatzes benannt sind. Beides bedarf der Erläuterung und Begründung und ist Gegenstand dieses Kapitels über die Grundlagen der Pädagogischen Kinderforschung. Wir gliedern die Überlegungen in folgende Schritte:

1. Pädagogische Kinderforschung muss sich als Forschung mit und über Kinder positionieren. Dazu sind Abgrenzungen zu anderen Disziplinen notwendig. Wir werfen dazu einen kurzen Blick auf die historischen Entwicklungslinien und gegenwärtigen Ansätze des Forschens mit und über Kinder.

2. Im Weiteren erläutern wir den Ansatz der Pädagogischen Kinderforschung. Wir f

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