text.skipToContent text.skipToNavigation

Pädagogisches Handeln im Außengelände und in Räumen von Niebergall, Tobias (eBook)

  • Erschienen: 30.08.2013
  • Verlag: GRIN Verlag
eBook (ePUB)
29,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Pädagogisches Handeln im Außengelände und in Räumen

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Pädagogik - Sonstiges, Note: 1,0, Fachhochschule Erfurt (Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften), Veranstaltung: Bildung und Erziehung von Kindern, Sprache: Deutsch, Abstract: In der täglichen Praxis im Kindergarten ist mir immer wieder aufgefallen, dass das Außengelände der Einrichtungen von den pädagogischen Fachkräften als ,Extra'-Raum, der nicht in das gesamte pädagogische Konzept einer Institution einbezogen, sondern für bestimmte eng begrenzte Aktivitäten genutzt wird, betrachtet wird. Weitere persönliche Erfahrungen zeigen, dass sich die Begleitung der kindlichen Aktivitäten durch die pädagogischen Fachkräfte im Gegensatz zum Kindergartengebäude im Außengelände stark reduziert. Dies wird mit der zu gewährleistenden Aufsichtspflicht und der im Außengelände stattfindenden Phase des ,Freispiels' der Kinder gerechtfertigt. Eine solche Argumentation ist natürlich völlig unzulässig, da die pädagogischen Fachkräfte Freispielphasen natürlich auch im Kindergartengebäude, und nicht nur im Außengelände, zu initiieren haben. Weiterhin bedeutet Freispielphase der Kinder auch nicht, dass sich die pädagogischen Fachkräfte an dieser Stelle zurückziehen, um mit KollegInnen (im schlechtesten Falle über private Themen) ins Gespräch zu kommen oder die Kinder zu beaufsichtigen (Aufsichtspflicht gewährleisten). Vielmehr sollten die Fachkräfte diese Phasen nutzen, um zwei der zentralen Aufgaben ihrer Arbeit in den Fokus zu rücken, nämlich die Begleitung und die Beobachtung und Dokumentation kindlicher Bildungsprozesse. Österreicher (2012, 180) führt noch weitere zeitlich-organisatorische Aspekte an, die von den Fachkräften als Gründe genannt werden, das Außengelände nicht zu nutzen. Hierzu zählen z.B. Personalnot, die bereits erwähnten ungünstigen Wetterbedingungen und Programmpunkte, 'die aufgrund eines bestimmten Bildungsverständnisses als wichtiger angesehen werden' (Österreicher 2012, 180). Pädagogische Fachkräfte sollten also den 'Wert des Draußen-Seins' (Österreicher 2012, 180) erkennen und sich im Klaren darüber sein, dass ihr Handeln und die Interaktion mit einem Kind/ den Kindern nicht nur im Kindergartengebäude, sondern auch im Außengelände von hoher Bedeutung ist. Da mich dieses Thema also sowohl persönlich als auch fachlich sehr interessiert, hatte ich mich dazu entschlossen, mich im Rahmen meiner Bachelorarbeit damit tiefer auseinanderzusetzen. Im Fokus meiner Arbeit war die Frage, wie sich Interaktionsmomente zwischen pädagogischen Fachkräften und einem Kind/ Kindern im Außengelände bzw. im Gebäude der Kita vollziehen und ob es zwischen beiden Settings qualitative Unterschiede gibt.

Produktinformationen

    Größe: 5112kBytes
    Reihe (Teil): Akademische Schriftenreihe Bd.V232788
    Herausgeber: GRIN Verlag
    Untertitel: Untersucht am Beispiel einer norwegischen Kindertageseinrichtung.
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 104
    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783656487951
    Erschienen: 30.08.2013
Weiterlesen weniger lesen

Pädagogisches Handeln im Außengelände und in Räumen

1. Einleitung

In der täglichen Praxis im Kindergarten [1] ist mir immer wieder aufgefallen, dass das Außengelände der Einrichtungen von den pädagogischen Fachkräften [2] als ,Extra'- Raum, der nicht in das gesamte pädagogische Konzept einer Institution einbezogen, sondern für bestimmte eng begrenzte Aktivitäten genutzt wird, betrachtet wird. So kann ich aus meiner eigenen Erfahrung berichten, dass ich es oft erlebt habe, dass das Außengelände nur zu einem bestimmten Zeitpunkt am Vormittag und ab einer bestimmten Uhrzeit am Nachmittag genutzt wird - wenn (laut der pädagogischen Fachkräfte) die Wetterbedingungen dies zugelassen haben. Weitere persönliche Erfahrungen zeigen, dass sich die Begleitung der kindlichen Aktivitäten durch die pädagogischen Fachkräfte im Gegensatz zum Kindergartengebäude im Außengelände stark reduziert. Dies wird mit der zu gewährleistenden Aufsichtspflicht und der im Außengelände stattfindenden Phase des ,Freispiels' der Kinder gerechtfertigt. Eine solche Argumentation ist natürlich völlig unzulässig, da die pädagogischen Fachkräfte Freispielphasen natürlich auch im Kindergartengebäude, und nicht nur im Außengelände, zu initiieren haben. Weiterhin bedeutet Freispielphase der Kinder auch nicht, dass sich die pädagogischen Fachkräfte an dieser Stelle zurückziehen, um mit KollegInnen (im schlechtesten Falle über private Themen) ins Gespräch zu kommen oder um die Kinder zu beaufsichtigen (Aufsichtspflicht gewährleisten). Vielmehr müssen die Fachkräfte diese Phasen nutzen, um in solchen Momenten zwei der zentralen Aufgaben ihrer Arbeit in den Fokus zu rücken, nämlich die Begleitung und die Beobachtung und Dokumentation kindlicher Bildungsprozesse. Österreicher (2012, 180) führt weitere zeitlich-organisatorische Aspekte an, die von den Fachkräften als Gründe genannt werden, das Außengelände nicht zu nutzen. Hierzu zählen z.B. Personalnot, die bereits erwähnten ungünstigen Wetterbedingungen und Programmpunkte, "die aufgrund eines bestimmten Bildungsverständnisses als wichtiger angesehen werden" (Österreicher 2012, 180). Pädagogische Fachkräfte sollten also den "Wert des Draußen-Seins" (Österreicher 2012, 180) erkennen und verstehen, dass ihr Handeln und die Interaktion mit einem Kind/ den Kindern nicht nur im Kindergartengebäude, sondern auch im Außengelände von hoher Bedeutung ist. Möglicherweise vollziehen sich im Außengelände sogar qualitätvollere Interaktionen zwischen einer pädagogischen Fachkraft und einem Kind/ Kindern, aufgrund der Tatsache, dass außerhalb des Gebäudes eine größere Fläche, auf der sich die Kinder verteilen können, zur Verfügung steht und der Geräuschpegel im Gruppenraum bedeutend höher als im Außengelände ist. Sollte dies so sein, dann wäre es ein Grund für pädagogische Fachkräfte, das Außengelände viel intensiver und bewusster zu nutzen.

Aus diesen Gedanken ergeben sich für mich also zwei zentrale Fragen: Hat das Raumsetting (,im Kindergartengebäude' versus ,im Außengelände') Auswirkungen auf die Interaktion zwischen der pädagogischen Fachkraft und einem Kind/ mehreren Kindern bzw. vollzieht sich im Außengelände eine qualitätvollere Interaktion zwischen der pädagogischen Fachkraft und einem Kind/ mehreren Kindern als im Kindergartengebäude? Um dieser Fragen nachzugehen, werde ich meine Bachelorarbeit wie folgt aufbauen:

Grundsätzlich besteht diese Arbeit aus zwei Abschnitten - einem theoretischen und einem qualitativen Teil. Im ersten Teil möchte ich zunächst die Bindungstheorie von Bowlby und die qualitativen Testsituationen von Ainsworth, die die Annahmen von Bowlby bestätigten, darlegen. Dies ist notwendig, da die Bindung als Grundlage für enge zwischenmenschliche Beziehungen dient. Diese sind für Kinder Voraussetzung, um Autonomie zu entwickeln und sich die Welt anzueignen (Mergeay 2009, o.S.) [3] . Somit ergibt sich also auch für pädagogische Fachkräfte aus dem Bereich der

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.