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Schule leiten und gestalten Mit einer neuen Führungskultur in die Zukunft von Fischer, Walter A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.01.2016
  • Verlag: Studienverlag
eBook (ePUB)
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Schule leiten und gestalten

Das Schulsystem ist heute mit vermehrten Anforderungen konfrontiert. Die Aufgaben der Schulleitung bleiben davon nicht unberührt: Die pädagogischen und organisatorischen Zielsetzungen der Institution Schule müssen entsprechend weiterentwickelt werden.. Walter A. Fischer und Michael Schratz stecken wissenschaftlich fundiert das zeitgemäße Profil des Schul-'Managers' ab. Sie bieten umfassend und praxisnah moderne Methoden für die Leitung und Gestaltung von Schulen für alle, die mit der Führung von Ausbildungsstätten betraut sind. Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrkräfte, denen diese verantwortungsvolle Position früher oder später in Aussicht steht, finden hier eine Fülle von Anregungen und Vorschlägen, die sich unmittelbar auf die eigene berufliche Praxis umsetzen lassen. Michael Schratz, Jahrgang 1952, Universitätsprofessor am Institut für Lehrer/innenbildung und Schulforschung der Universität Innsbruck, Arbeitsschwerpunkte: Didaktik und Curriculum, Bildungsmanagement und -beratung, Qualitätssicherung und Schulentwicklung. Walter A. Fischer, Jahrgang 1934, Studium der Erziehungswissenschaften und Psychologie. Managementausbildung in den USA. Leitete am Pädagogischen Institut des Bundes in Oberösterreich bis 1998 den Bereich Schulmanagement. Seither als selbstständiger Unternehmer im Bildungsmanagement tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 27.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783706557962
    Verlag: Studienverlag
    Größe: 7967 kBytes
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Schule leiten und gestalten

Es scheint eine der Hypotheken einer gefühlsabstinenten Erziehung zu sein, daß Emotionen für viele Menschen im Zusammenhang mit Lernen, Arbeit und Erfolg einen negativen Beigeschmack haben. Sie werden meist als hemmend oder störend bzw. als Schwäche interpretiert. Bereits in der frühen Kindheit werden unterschiedliche Verhaltensweisen bei Buben und Mädchen verstärkt, wenn es um das Zeigen von Emotionen geht (vgl. Bast 1988). "Ein Bub weint doch nicht", heißt es zumeist in der männlichen Sozialisation, und dieses Nicht-zeigen-Dürfen von Gefühlen wird für viele Männer zur nie mehr hinterfragten Leitlinie ihres Lebens. Im Gegensatz dazu formulieren viele Frauen ihre Einstellung zu Emotionen so, daß deren Ausdruck zwar zu ihrem Selbst gehöre, sie aber die Welt der Gefühle oft als Gefängnis erleben, aus dem sie sich willentlich nicht mehr befreien könnten. Wut, Haß, Rache und Eifersucht etwa sind solche Emotionen, die sich oft sogar noch steigern, wenn man versucht, sie zu bekämpfen.

In der täglichen Schul- und Berufswelt scheint also für Gefühle kein Platz zu sein. Vordergründig mag sich dieser Eindruck bestätigen. Der distanzierte Schulaufsichtsbeamte, der knallharte Manager, die gewandte, sachliche Geschäftsführerin und der Trainer mit dem Pokerface sind gängige Stereotypen, die auf Emotionslosigkeit schließen lassen. Beim genaueren Nachspüren sind die Gefühle jedoch nur zurückgedrängt, sie werden abgewehrt und ziehen sich ins Unterbewußtsein zurück. Höchstens Schuldgefühle oder Wut werden verhältnismäßig leicht an die Oberfläche gespült. Gefühle sind mit dem Erfolg ebenso verbunden wie mit dem Mißerfolg. Wenn wir Erfolg haben, fühlen wir uns glücklich, wir sind stolz, wir freuen uns, wir möchten die ganze Welt umarmen. Aber für manche Menschen bricht eine Welt zusammen, wenn sie Mißerfolg haben. Dann fühlen sie sich als Verlierer und Versager, und in der Folge entstehen unangenehme Gefühle wie Scham, Schuld, Verzweiflung oder Haß. Es gibt also Gefühle, die uns emportragen und das Leben lebenswert machen, aber auch solche, die uns entmutigen und krank machen. Streß, Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Verdauungsbeschwerden und viele degenerative Erkrankungen sind u.a. auch die Folge von Emotionen, die wir nicht in den Griff bekommen und die ihr Zerstörungswerk aus dem Unterbewußten her einleiten und begleiten. Die beiden stärksten Gefühle, die unser Leben zum Erfolg im Hinblick auf Gesundheit, Partnerschaft, Finanzen, Führung und Zeitmanagement bestimmen, sind einerseits die Angst vor dem Mißerfolg, vor Versagen und Schmerz und andererseits das Glücksgefühl, das Vergnügen, das wir mit dem Erreichen eines Zieles verbinden. Von diesen beiden ist wiederum die Angst bzw. der Schmerz der stärkere Motivator. Im Zweifelsfall verzichten wir auf einen Erfolg, wenn damit Schmerz verbunden ist. Der Umgang mit unseren Emotionen bietet uns die Möglichkeit, unsere persönliche Autonomie zu verwirklichen und das zu erreichen, was wir wirklich wollen.

Auch in der Schule macht die nicht adäquate oder mangelnde emotionale Auseinandersetzung mit Mißerfolgen vielen Schülern das Leben schwer, und sie durchleiden ähnliche Schicksale wie Erwachsene. Die Folgen können sich in unkontrollierten Aggressionen oder depressiven Zuständen bis hin zu tragischen Suizidfällen manifestieren. Eine spezielle schulische Sprachregelung pathologisiert Schüler, die in ihren Emotionen gefangen sind, als verhaltensauffällig, verhaltensgestört, hyperaktiv oder umgangssprachlich als "Störenfried", "Nervensäge" oder "Sargnagel".

Manche Menschen versuchen unbefriedigende Gefühle mit Hilfe von Suchtoder Aufputschmitteln zu vertreiben. Wieder andere wollen angenehme Gefühle mit Hilfe von Alkohol, Tabak oder Drogen erzeugen. Allen diesen Versuchen gemeinsam ist, daß sich die Menschen der Willkür von Gefühlen ausgeliefert glauben. Sie sind Opfer und nicht Regisseure ihrer Emotionen. "Ich kön

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