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Die Lüge der digitalen Bildung Warum unsere Kinder das Lernen verlernen von Lembke, Gerald (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2018
  • Verlag: Redline Verlag
eBook (ePUB)
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Die Lüge der digitalen Bildung

Die Panikmache geht weiter: Unisono fordern Politiker und Industrie, dass Schüler mit allerlei Technik überhäuft werden, um den Anschluss ans digitale Zeitalter nicht zu verpassen. Diese Digitalisierung der Bildung erfolgt jedoch fast nur technologie- und ökonomiegetrieben. Pädagogische Konzepte? Fehlanzeige! Die Autoren üben nicht nur Kritik an dieser Art von Digitalisierung, sondern nehmen in dieser Neuauflage gezielt auch die wirtschaftlichen Verflechtungen aufs Korn, die zwischen IT-Industrie und Bildungspolitik bestehen. Sie greifen zentrale Mythen der Digital-Befürworter an und entlarven die Anstrengungen für eine 'Lernfabrik 4.0', in der Computer allmählich Lehrer ersetzen sollen. Die Autoren danken insbesondere auch der FDP für ihr inspirierendes Wahlplakat 'Digital first. Bedenken second'. Und zeigen, dass gerade das Gegenteil richtig ist. Prof. Gerald Lembke ist gefragter Experte für Digitale Medien und berät Unternehmen und Organisationen, wie sie Digitalisierung gewinnbringend umsetzen können. Dipl.-Volkswirt Ingo Leipner ist Experte für publizistische Projekte im Internet und schreibt seit vielen Jahren für journalistische Online-Portale. Dazu ist er seit neun Jahren als freiberuflicher Dozent tätig

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 12.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962670078
    Verlag: Redline Verlag
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Die Lüge der digitalen Bildung

2. Im Kreuzfeuer der Werbung

Wie Kinder zu unkritischen Konsumenten werden - beschleunigt durch digitale Medien

Kleinkinder in "brillante Babys" verwandeln - diesen fragwürdigen Versuch haben wir bisher unter die Lupe genommen. Das geschieht alles mithilfe digitaler Medien, die jedes Kinderzimmer der Welt erobern. Was für Absatzmärkte! Was für ein Profit! Dabei lenkten wir den Blick auf die Wirkungen elektronischer Medien, die sie unabhängig von ihren Inhalten entfalten. Getreu dem Motto McLuhans "The medium is the message". Denn sogenannte kindgerechte Formate gibt es nicht; unter Dreijährigen schadet jede Form der Berieselung, egal ob über TV, Tablets oder Smartphones.

Wir müssen aber trotzdem über Inhalte reden, wenn wir Kinder in Kindergärten einbeziehen (drei bis sechs Jahre). Dabei rücken spezielle Inhalte in den Mittelpunkt, die manipulativ kleine Kinder in den Bann der Konsumindustrie ziehen. Dazu stellen Helga Theunert und Kathrin Demmler fest (1):

"Relevant sind in diesem Kontext auch die Mehrfachvermarktung von Medienangeboten und deren Verlängerung in den Konsummarkt. Schon Säuglinge und Kleinkinder werden hierdurch mit Medienfiguren in Form von Spielzeug und Gebrauchsgegenständen umgeben, die sie wenig später in medialen Präsentationen, zum Beispiel im Bilderbuch, im Fernsehen oder im Computerspiel, wieder entdecken. Die konvergente Medienwelt spinnt heute bereits die Allerjüngsten in ihr Netz ein, und zwar mit System. Eltern jedoch ist dies meist nicht bewusst. [Heraushebung durch die Autoren]."

Diese kritischen Sätze im wissenschaftlichen Gewand enthüllen kein Geheimnis, denn die Meister der Kindermanipulation warben lange Zeit offen mit der Botschaft "Eltern kaufen doppelt so häufig Produkte auf Wunsch ihrer Kinder, als ihnen bewusst ist".
"Familienmarketing" - die crossmediale Manipulation

Diese Aussage wurde illustriert durch eine Szene, die in einem Supermarkt spielt: Ein kleiner Junge blättert in einem Werbeblatt und blickt pfiffig zu einem Erwachsenen hinauf, der sich für ein Produkt im Kühlregal entscheidet. Die Botschaft ist klar: Dringst du in den Kopf der Kinder ein, hast du die Erwachsenen in der Tasche. Und der Kopf des Käufers war tatsächlich in der Grafik abgeschnitten. Diese Szene fand sich bis 2017 auf der Startseite der Agentur KB&B, deren Werber ihre Arbeit vornehm umschreiben - als "Kinder- und Familienmarketing".

Was sie aber auf ihrer Website anpreisen, ist die crossmediale Manipulation von Menschen, die sich überhaupt nicht wehren können, wenn sie den Einflüsterungen der Werbeindustrie ausgesetzt sind. Natürlich sehen das die Werber ganz anders, sie entwickeln "Elemente einer erfolgsorientierten Kommunikationsstrategie. Von der Strategie bis zum TV-Spot, Website, Printkampagne oder App - alle Medien aus einer Hand (...)". Seit Kurzem lassen sich aber die Werber nicht mehr so leicht in die Karten schauen. Das Kühlregal mit dem pfiffigen Jungen ist bei einem Relaunch der Seite verschwunden, ebenso das Fallbeispiel "Oktonauten". Die Methoden sind aber offensichtlich geblieben ...

Genau in dieser Welt der Verführung spielen digitale Medien eine zentrale Rolle. Um das zu zeigen, begeben wir uns auf Spurensuche - und folgen den Oktonauten auf ihrer Reise durch die Medien-Tiefsee. Diese TV-Serie läuft seit Herbst 2011 bei Super RTL; die drei wichtigsten Helden sind Eisbär Käpt'n Barnius, Kater Kwasi und Pinguin Peso. Sie sind bei ihren Abenteuern im Ozean unterwegs, ihr Motto lautet: "Erforschen, retten, beschützen!" Wer wagt es da, Kritik zu üben?

Ein Sendeplatz findet sich schon am Morgen. Um 8 Uhr setzen sich Kinder vor die Glotze, um Barnius und Co. auf ihren Reisen zu begleiten. Doch die Digitalität hat längst die Beschränkungen durch Zeit und Raum aufgehoben: Bei Apple iTunes lässt sich die Serie für Smartphones und Tablets kaufen, etw

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