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Lernen im bewegten Klassenzimmer von Schönherr-Dhom, Reinhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.03.2015
  • Verlag: Verlag Freies Geistesleben
eBook (ePUB)
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Lernen im bewegten Klassenzimmer

Der erfahrene Klassenlehrer Reinhard Schönherr-Dhom, der seit vielen Jahren an einer Waldorfschule erfolgreich mit dem innovativen Konzept des "bewegten Klassenzimmers" arbeitet, schildert die Grundzüge, Erfahrungen und praktischen Auswirkungen dieses Unterrichtsmodells. An einzelnen Beispielen wird das bewegte Klassenzimmer anschaulich erläutert. Ein sehr ausführlicher praktischer Teil gibt zahlreiche Anregungen zur Sinnesschulung und zu einem Lernen in Bewegung. Für Klassen- und Förderlehrer ist dieses Buch ein hilfreiches Arbeitsmittel. Es eignet sich aber auch für interessierte Eltern, die sich über das bewegte Klassenzimmer informieren möchten.

Reinhard Schönherr-Dhom,geboren 1952, studierte Erziehungswissenschaften, Soziologie und Theologie. Er war dreizehn Jahre in der evangelischen Jugend- und Erwachsenenbildung tätig, seit 1991 unterrichtet er als Klassenlehrer und Fachlehrer für Sport und Religion an der Freien Waldorfschule Westpfalz / Otterberg. 1999 führte er das bewegte Klassenzimmers in der Otterberger Unterstufe ein. Darüber hinaus ist er Dozent bei Seminaren der Lehrerfortbildung zu Spiel und Bewegung im Grundschulalter und zum bewegten Klassenzimmer.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 183
    Erscheinungsdatum: 05.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783772540493
    Verlag: Verlag Freies Geistesleben
    Größe: 3777kBytes
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Lernen im bewegten Klassenzimmer

Das bewegte Klassenzimmer am Beispiel der Otterberger Waldorfschule

Ein Vormittag im bewegten Klassenzimmer

Eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn ist der Klassenlehrer in seinem Raum. Die ersten Kinder kommen schon früh, weil die Eltern arbeiten müssen, einige auch, weil sie morgens nichts verpassen möchten. Der Lehrer begrüßt die Kinder an der Tür. Er hat zwei Bänkchen umgedreht, ein zwei Meter langer Balancierbalken ist entstanden, der die Kinder schon beim Betreten des Raumes zu einer ersten Gleichgewichtsschulung herausfordert. Freudig überqueren sie mit der Schultasche in der Hand den Balken. Nachdem der Schulranzen auf seinen Platz im Regal abgestellt ist, beginnen die Kinder, mit den Bänkchen und Kissen eine Bewegungslandschaft zu bauen. Eine "Burg" mit einer Auffahrrampe entsteht, ein Wassergraben mit schmaler Brücke, ein Fluss mit Steinen (Kissen). Fast alle Kinder, die nach und nach kommen, beteiligen sich an Aufbau und Spiel. Nur wenige setzen sich in eine Ecke, schauen zu, holen das Frühstück nach oder erzählen sich etwas. Immer wieder kommt der Lehrer in den Kreis der Konstrukteure, gibt kleine Anregungen oder Hilfestellungen beim Aufbau. Dabei hat er stets alles Geschehen im Blick, damit keinem Kind beim Bauen und Klettern etwas zustößt. Alle halten die gelernten Regeln für das Benutzen der Möbel ein:

- Bänke müssen mit Teppichstoppern gesichert werden.

- Das Betreten ist nur mit Gymnastikschläppchen oder barfuß gestattet.

- Anstoßen und Antreiben anderer Kinder ist nicht erlaubt.

- Jeder achtet auf den anderen und nimmt Rücksicht.

Den ganzen Klassenraum durchzieht eine "schaffige" Atmosphäre. In einer Ecke wird es recht laut. Ein Mädchen hält sich die Ohren zu. Der Lehrer hebt die Hand. Alle Kinder verharren einen Moment im Tun. "Ein bisschen leiser, bitte, damit sich niemand die Ohren zuhalten muss!" Die Kinder haben verstanden. Fleißig wird weiter gebaut.

Um 8.00 Uhr beginnt die reguläre Unterrichtszeit. Eine Klangschale gibt einen wohlklingenden Ton. Alle Kinder setzen sich still, wo sie gerade sind. Der Lehrer nimmt den gebauten Parcours, wie ihn die Kinder gestaltet haben, und stellt für alle Schüler einfache Bewegungsaufgaben. Unter eine umgedrehte Bank werden ein, zwei blaue Kissen gelegt. Jedes Kind überquert den "Fluss" über den Holm der Bank balancierend. Manche Kinder brauchen eine stützende Hand, andere gehen ganz souverän den Weg. Für diese wird der Rückweg erschwert durch ein Säckchen, das sie auf dem Kopf oder den Schultern transportieren. Durch die gemeinsamen Bewegungsaufgaben werden auch die unsicheren Kinder, die sich beim freien Spiel zurückhielten, zur gezielten Bewegungsschulung angeregt. Weitere Aufgaben folgen. Der Weg wird durch eine zweite Bank verlängert. Es wird dunkel und Nacht. Die Kinder legen den Weg mit geschlossenen Augen zurück. Nach zehn bis fünfzehn Minuten ertönt die Klangschale zum zweiten Mal. Alle Kinder helfen nun, rasch die Bänkchen und Kissen im Kreis anzuordnen. Das dauert nicht einmal zwei Minuten, und schon sitzen alle zum gemeinsamen Beginn im Kreis. Viele Kinder gehen rasch noch zur Schultasche, holen ihre "Schätze" heraus und legen sie auf einem Tuch ab.

In der Mitte des Klassenzimmers liegt ein Teppich, darauf steht ein kleiner Hocker, bedeckt mit einem Baumwolltuch, einer Kerze und einem Edelstein, daneben das Tuch mit den mitgebrachten Schätzen. So rennen die Kinder nicht unkontrolliert durch die Mitte. Dann beginnt der Morgenkreis. Der Lehrer erzählt eine kurze sinnige Geschichte von dem Eichenblatt, das vom Fliegen träumt. Dann kommen die Kinder dran. Der Erzählball, ein gefilztes Bällchen, wird weitergereicht - so lange, bis vier oder fünf Kinder von dem erzählt haben, was sie gerade beschäftigt, was sie gestern erlebt haben.

Danach werden die Schätze angeschaut, die die Kinder auf das Tuch abgelegt haben. Eine Vog

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