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Lernen nach Montessori im Spiegel der Neurowissenschaften: Lassen sich die Annahmen und Prinzipien der Pädagogik Maria Montessoris durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse zum Themenbereich Lernen bestätigen? von Schmidt, Edyta (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2015
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
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Lernen nach Montessori im Spiegel der Neurowissenschaften: Lassen sich die Annahmen und Prinzipien der Pädagogik Maria Montessoris durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse zum Themenbereich Lernen bestätigen?

Maria Montessoris reformpädagogischer Ansatz gehört unbestritten zu den pädagogischen Klassikern. Er bezeichnet eine ab 1906 entwickelte Bildungsmethodik und -philosophie für Kindergärten und Schulen und genießt auch heute noch eine beträchtliche Relevanz. Die Ergebnisse der Neurowissenschaften hingegen drängen erst seit den letzten Jahren zunehmend in die pädagogische Fachöffentlichkeit und Theorieentwicklung, da ihnen technische Fortschritte Möglichkeiten eröffneten, Aussagen zu Bedingungen des Lernens zu treffen. Montessori erstellte ihr didaktisches Konzept aufgrund von Beobachtungen und Erfahrungen. Die Neurowissenschaften betrachten die physischen Voraussetzungen von Lernen und die physischen Prozesse, welche beim Lernen ablaufen. Es handelt sich also um eine gänzlich andere Herangehensweise, umso spannender ist es daher zu untersuchen, ob bei den Ergebnissen Ähnlichkeiten und Parallelen zu finden sind.

Edyta Maria Schmidt wurde 1983 in Tarnowitz, in Polen geboren. Ihr Studium der Erziehungswissenschaften an der Universität Koblenz- Landau schloss sie 2009 mit dem Diplom ab. Bereits während diesem beschäftigte sie sich mit den Prinzipien der Reformpädagogik nach Maria Montessori, aber auch mit den neurobiologischen Bedingungen des Lernens. In ihrer jetzigen Berufstätigkeit als Gruppenleitung einer vollstationären Mädchenwohngruppe arbeitet sie unter Einbezug der Prinzipien der Montessoripädagogik, um den Mädchen und jungen Frauen gelingendes Lernen in Bezug auf eine zunehmend eigenständige Lebensweise zu ermöglichen. Obwohl Montessori ihr Konzept für Kindergärten und Schulen erstellte, beweist sich hierbei dessen Allgemeingültigkeit durch die fruchtbare Anwendung auch im außerschulischen Kontext.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 112
    Erscheinungsdatum: 01.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842832855
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 453kBytes
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Lernen nach Montessori im Spiegel der Neurowissenschaften: Lassen sich die Annahmen und Prinzipien der Pädagogik Maria Montessoris durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse zum Themenbereich Lernen bestätigen?

Textprobe: Kapitel 4.1.1, Innerer Bauplan, Vorbereitete Umgebung und Freiheit bei Montessori: Verdacht der Gendetermination: Bei Montessori finden sich Aussagen, welche eine Gendetermination, das heißt, eine Bestimmung des Menschen, seiner psychischen und physischen Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten, nahelegen: 'Der Erzieher muss erkennen, dass im Kinde, wie schon im kleinsten Lebewesen, eine Entwicklungsrichtung abgelegt ist, die stärker ist als alle Einwirkung von außen' (Montessori, M.: 1996, 41). Montessori entwickelt die Vorstellung eines 'Inneren Bauplans': 'Es (das Kind, die Verf.) verfügt über einen inneren Bauplan der Seele und über vorherbestimmte Richtlinien seiner Entwicklung' (In Böhm, W. 1971, 122). Diese Vorstellung eines 'Inneren Bauplans' führte zum Vorwurf des Biologismus. Nach Schulz (-Benesch) stehen vor allem Buck und Langeveld für diese Kritik. Es klingen auch tatsächlich Aussagen wie 'Das Leben ist eine herrliche Göttin, die immer vorwärtsschreitet und die Hindernisse zertritt, die die Umwelt ihrem Siegeszug in den Weg stellt.' (Montessori, M. In: Schulz- (Benesch), G.: 1961, 25), oder, in Bezug auf Erziehung: '...das Kind allein ist der Bildner seiner Persönlichkeit. Schöpferischer Wille drängt es zur Entwicklung. Noch ist im kleinsten Kind die Zeichnung des Charakters nicht sichtbar, aber in ihm ruht, wie in der Zelle, die ganze Persönlichkeit.' (Montessori, M.: 1996, 9) ganz biologistisch. Im Zuge des Vorwurfs des Biologismus übt Anne Buck in ihrem Aufsatz 'Gedanken zu Montessoris Erziehungstheorie' Kritik an Montessoris Vorhaben, das Kind 'an sich' entdecken zu wollen, losgelöst von den Beziehungen und Wechselwirkungen zur Umwelt und an dem Anspruch Montessoris, es auch entdeckt zu haben. Und somit ist nach Böhm für Montessori auch 'die Entscheidung gefallen, dass es diesen 'an sich' bestehenden Kern des Kindes gibt.' (1971, 122). Das passt auch hervorragend zu Montessoris oben genannten Äußerungen über die Idee eines 'Inneren Bauplanes'. Doch es ist grundsätzlich nicht möglich, das Kind isoliert von allen Umwelteinflüssen zu sehen, was auch Montessori nach Buck feststellt, wenn sie voller Widerspruch zu oben Zitiertem sagt: 'Das gesunde Kind gleicht dem mythischen Menschen, von dem es heißt, Gott habe ihn nach seinem Ebenbild geschaffen. Diesen Menschen hat nie jemand gesehen' (In: Böhm, W. 1971, 123). Buck bemängelt des Weiteren, dass Montessori das Kind 'an sich' und seine spontanen Äußerungen, also nach Montessori diese, welche auf den 'Inneren Bauplan' zurückzuführen sind, lediglich in Abhängigkeit mit ihrer Methode feststellt. Das kann jedoch keineswegs als die Entdeckung des Kindes 'an sich' genannt werden, denn die Methode ist nun eben ein Umweltreiz, welcher die inneren Regungen des Kindes zwar vielleicht hervorbringt, aber eben auch mitbestimmt. Sowohl Buck als auch Langeveld sehen dann auch bei Montessori die Forderung einer rein negativen Erziehung, also der Forderung einer bloßen natürlichen Entfaltung ohne Einwirkung des Erziehers, welche sich ja folgerichtig aus einem biologistischen Theoriekonzept ergeben muss. Auch hier scheinen manche Aussagen der Montessori diese Annahme zu bestätigen, so scheint sie die Rolle des Erziehers als eine passive anzusehen, wenn sie sagt: '... (er, die Verf.) soll '...der natürlichen Entwicklung keine Hindernisse in den Weg legen' ((In: Schulz ( -Benesch ) , G. : 1961 , 25)) und sich vor allem mit der Frage beschäftigen, wie sich das Kind frei entwickeln kann. Zusammengefasst sieht Buck die Gefahren einer biologischen Pädagogik, als welche sie die Erziehung nach Montessori sieht, in folgenden Punkten: 'Überbewertung der kindlichen Bedürfnisse, Verkennung der objektiven Ansprüche der Welt, Formung der Welt nach dem Maßstab des Kindes. Dazu kommt eine Entwertung der moralischen, ethischen und religiösen Werte.' (zit. nach Schulz (-Benesch), 1961,128). Pädagogik könne ohne Werte jedoch nicht bestehen

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