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Mädchen und Jungen in Schule und Unterricht von Herwartz-Emden, Leonie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2012
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Mädchen und Jungen in Schule und Unterricht

Im aktuellen, auf Jungen als sogenannte 'Bildungsverlierer' ausgerichteten gesellschaftlichen Diskurs bleiben Mädchen meist außen vor. Dieses Lehrbuch widmet sich im Gegensatz dazu aus wissenschaftlicher Sicht der Situation beider Geschlechter im schulischen Kontext und fragt danach, wie es gelingen kann, Schülerinnen und Schüler - auch und gerade hinsichtlich der kulturellen und sprachlichen Heterogenität - angemessen zu fördern. Auf Basis aktueller Daten und Studien liefert der Band Analysen zur schulischen Situation von Mädchen und Jungen und zeigt Potenziale zur Förderung von Heranwachsenden in einer geschlechtergerechten und interkulturellen Schule auf. Prof. Dr. Leonie Herwartz-Emden ist Universitätsprofessorin für die Pädagogik der Kindheit und Jugend an der Universität Augsburg, Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät, und Geschäftsführende Direktorin des Zentralinstituts für Didaktische Forschung und Lehre. Dr. Verena Schurt und Dr. Wiebke Waburg sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Institut bzw. im Fachgebiet.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 138
    Erscheinungsdatum: 04.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170235427
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 7620 kBytes
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Mädchen und Jungen in Schule und Unterricht

2 Bildungskarrieren und formale Qualifikation

Im Zentrum dieses Kapitels steht die Frage danach, wie sich - vor dem Hintergrund der aktuellen Datenlage - die Situation von Mädchen und Jungen, jungen Frauen und Männern in der Schule, im Ausbildungsbereich und an der Schwelle zum Berufsleben gestaltet, welche Risiken an den Übergängen zwischen den Bildungsphasen bestehen und welcher Art die Einschränkungen in den Verwirklichungschancen sind ( vgl. dazu auch BMFSFJ, 2011). Zunächst gehen wir auf Geschlechterunterschiede im Verlauf von Schulkarrieren (Kap. 2.1), in Qualifikationen, d. h. Bildungsbeteiligung und Schulabschlüssen (Kap. 2.2) sowie Leistungen, Kompetenzen und motivationalen Merkmalen (Kap. 2.3) ein. Anschließend richtet sich der Blick auf die Bildungswege von jungen Frauen und Männern nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule, und hier insbesondere auf den Übergang in eine Berufsausbildung bzw. in ein Studium (Kap. 2.4). Der fünfte und letzte Unterpunkt ist einem nicht zu vernachlässigenden Aspekt gewidmet, der in vielschichtiger Weise mit Geschlecht verwoben ist - dem Migrationshintergrund (Kap. 2.5).

Mit der für die Darstellung gewählten Perspektive konzentriert sich die Aufmerksamkeit besonders auf geschlechtsbezogene Differenzen. Allerdings ist angesichts der relativ unbestimmten und groben Unterscheidung zwischen "den" Mädchen/Frauen und "den" Jungen/Männern, wie auch wir sie aufgrund der vorliegenden Daten 1 letztlich treffen, zugleich die Warnung vor vorschnellen und zu kurz greifenden Schlussfolgerungen verbunden. Bildungsverläufe resultieren aus einem multiplen Zusammenspiel verschiedenster und auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelter Einflussfaktoren, wie z. B. Barbara Rendtorff (2011) betont (und was in Kap. 3 weiter ausgeführt wird). Das heißt, das komplexe Wirkungsgeflecht, in das die nachfolgend dargestellten Eckdaten eingebettet sind, ist prinzipiell immer mitzudenken - auch wenn die Ausführungen im Endeffekt durch eine "gender only"-Perspektive gekennzeichnet sind, da in dem zugrundeliegenden Datenmaterial, das überwiegend aus statistischen Berichten und Auswertungen besteht, die Dimensionen der Geschlechterdifferenz und der sozialen Ungleichheit nur vereinzelt ausgewiesen werden.
2.1 Verlauf von Schulkarrieren

Wir wenden uns zunächst dem Verlauf von Schulkarrieren zu, wobei ein Schwerpunkt auf der Übergangspassage vom Elementar- in den Primarbereich bzw. von der Primar- in die Sekundarstufe I liegt. In diesem Zusammenhang besonders interessant sind die Zeitpunkte der Einschulung, die Übertrittsempfehlungen und die Klassenwiederholungen.
2.1.1 (Nicht-)Einschulungen

In Deutschland setzt die Schulpflicht für Kinder in der Regel in dem Jahr ein, in dem sie das sechste Lebensjahr an einem bestimmten, bundeslandspezifisch festgelegten Stichtag vollendet haben (KMK, 2011). Die Einschulung, das heißt, die Aufnahme in die erste Jahrgangsstufe der überwiegend vier- bzw. in Berlin und Brandenburg sechsjährigen Grund-/Primarschule, kann fristgemäß, aber auch vorzeitig (bei nach dem jeweiligen Datum Geborenen) oder verspätet (bei vor dem Regelstichtag Geborenen) erfolgen. Eigentlich schulpflichtige Kinder werden dann zurückgestellt und erst im darauffolgenden Schuljahr eingeschult, wenn sie als noch nicht "schulfähig" gelten (ebd.; Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2008). Offensichtlich bestehen dabei, was den Zeitpunkt der Einschulung anbelangt, Unterschiede in der Geschlechterverteilung ( vgl. Tab. 2.1 ).

Tab. 2.1: (Nicht-)Einschulungen im Schuljahr 2010/2011 nach Geschlecht (Statistisches Bundesamt, 2011b)

(Nicht-)Einschulungen

Verteilung nach Geschlecht

Verteilung in der jeweiligen Gruppe
/tabl

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