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Musik im Pädagogik-/Psychologieunterricht Möglichkeiten einer alternativen Unterrichtsgestaltung von Altenbach, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2010
  • Verlag: Diplomica
eBook (ePUB)
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Musik im Pädagogik-/Psychologieunterricht

Abwechslungsreicher Unterricht lebt heute vom sorgfältig ausgewählten Einsatz medialer Hilfsmittel. Die Vorstellung, dass Musik ein solches Medium sein kann, spielt dabei meist keine große Rolle. Allerdings steckt gerade in der Musik ein großes Potential an Lernstrategien und -hilfen; sie kann für Lehrer und Schüler zudem motivationssteigernd genutzt werden.
In diesem Buch werden verschiedene Methoden für den Pädagogik-/Psychologieunterricht an beruflichen Schulen in Verbindung mit dem Einsatz von Musik vorgestellt, die universellen Charakter haben und daher mit jedem Fach und jeder Schulart kompatibel sind.
Im ersten Teil des Buches werden theoretische Grundlagen der relevanten wissenschaftlichen Disziplinen Lernpsychologie, Schulpädagogik, Soziologie/Sozialpsychologie und Urheberrecht skizziert. Außerdem wird auf den weit verbreiteten Lernfeldansatz eingegangen. Die praktische Umsetzung der Erkenntnisse erfolgt anhand der Beispiele Liedermachermusik und 'Rapucation' dann im zweiten Teil.

Andreas Altenbach, Musiker, war Schüler an einer kaufmännischen Berufsschule sowie an einer Berufsoberschule (BOS). Nach dem Abitur studierte er Soziale Arbeit und Lehramt an beruflichen Schulen mit der Fächerkombination Sozialpädagogik und Sozialkunde. Während des Studiums sammelte der Autor praktische Erfahrungen im Unterrichten und lernte dabei u.a. die Schulen, welche er selbst als Schüler besuchte, aus einer neuen Perspektive kennen. Aus beiden Blickwinkeln heraus stellte er sich als Musiker dabei immer wieder die Frage, ob man den Unterricht musikalischer gestalten und dieses Medium aus dem gewöhnlichen Musikunterricht auf weitere Bereiche übertragen könne. Ein wichtiges Anliegen war dem Autor dabei immer, dass jede Lehrkraft motiviert werden soll, potentielle Hemmungen gegenüber dem Musikeinsatz abzubauen, weshalb sich die Ansätze Altenbachs stets an musikalische und weniger musikalische Lehrkräfte und Schüler wenden - vorrangig ist die Freude am Unterricht(en).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 168
    Erscheinungsdatum: 01.07.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842817456
    Verlag: Diplomica
    Größe: 2068kBytes
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Musik im Pädagogik-/Psychologieunterricht

Textprobe: Kapitel 1.1, Elaborationsstrategien / Mnemotechniken: Es ist häufig zu beobachten, wie leicht sich die meisten Menschen Liedtexte auswendig merken können, ohne sie jemals explizit oder bewusst (auswendig-) gelernt zu haben. Festzustellen ist dies vorrangig auf Konzerten bekannter Musikgruppen, wenn große Menschenmassen - gelegentlich sogar unter (teilweise selbst hohem) Alkoholeinfluss Texte mitsingen. Auch Sacks stellt fest, dass 'Melodien oder musikalische Fragmente (...) in unserem Bewusstsein auftauchen, obwohl wir sie seit Jahren weder gehört noch an sie gedacht haben'. Dieser 'Ohrwurmeffekt' wird vor allem bei Titelmelodien in Film & Fernsehen sowie bei Werbe-Jingles genutzt und hielt Ende der 1990-er Jahre als 'earworm' auch im anglo-amerikanischen Wortschatz Einzug. Über die Haltedauer von Ohrwürmern schreibt Sacks: '(...) selbst wenn sie scheinbar verklungen sind, liegen sie in der Regel noch auf der Lauer; eine erhöhte Empfindlichkeit bleibt, sodass ein Geräusch oder eine Assoziation, eine Erwähnung, sie - manchmal Jahre später - wieder auslösen kann' und nennt diesen Vorgang auch 'widerstandslose Aufzeichnung der Musik im Gehirn' und 'neurologisch (...) völlig unwiderstehlich' (ebd., S. 73). Als Schlagzeuger einer Cover-Band fallen mir diese Effekte bei Besuchern diverser Veranstaltungen fast wöchentlich immer wieder auf. Aber auch im kleineren Rahmen kann jeder für sich selbst feststellen, wie tief selbst Texte von Liedern, die man seit Jahren nicht mehr zu hören bekam, im Gedächtnis verankert sind - meist benötigt man dazu allerdings die Melodie, häufig reicht aber bereits das Kennen der rhythmischen Phasierung (z.B. bei Gedichten). Besonders bei den oben bereits angesprochenen Werbesongs sind Musik & Text beinahe untrennbar miteinander verknüpft, wie z.B. bei 'Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause' (jedem Leser dürfte die dazugehörige Firma sofort einfallen) oder 'Bonduelle ist das famose ...' (selbst wenn dieser Werbespot seit Jahren nicht mehr im Fernsehen lief, dürfte die nächste Zeile des Textes allen bekannt sein). Musik lässt auch an längst vergangene Ereignisse erinnern. Reime, Rhythmen und Melodien können also beim Bilden sog. 'Eselsbrücken', also beim Einsatz von Elaborationsstrategien, nützlich sein. Oliver Sacks berichtet in seinem Werk mit dem Untertitel 'Über Musik und das Gehirn' von folgender Begebenheit bzgl. musikalischer Assoziationen sprachlicher Natur: 'Als ich zu Beginn der Vorweihnachtszeit (...) geräucherten Felchen aß, hörte ich 'Vom Himmel hoch' ...Jetzt ist das Weihnachtslied für mich auf immer mit Felchen assoziiert'. Musik referiert nicht auf etwas bestimmtes, dadurch ist sie das ideale Symbolsystem, Gefühle und Stimmungen unverbindlich verstehbar zu machen. Dass 'mehrere Faktoren bzw. Sinne eine Rolle bei Merk- und Lernprozessen' spielen, darunter v.a. die gerade genannten, erläuterte mir der blinde Liedermacher-Interpret Alwin Berger im Interview. Durch das Einbinden von unterrichtsstofflichen Inhalten in Lieder, Strophen, Refrains und Rhythmen wird zudem die bildhafte Vorstellung des Materials gefördert. Dies ist nicht für die Aufnahme, sondern auch bei der Reproduktion neuen Wissens hilfreich. Ein Set von Musikrichtungen gehört zu den wichtigsten kognitiven Schemata, die Menschen entwickeln. In der Regel sind Poplieder in vier- oder achttaktige Einheiten untergliedert. Weicht ein Lied von dieser Phasierung ab, erscheint es automatisch ungewohnt. Diese Abweichung merkt sich das Gehirn; daraus kann geschlossen werden, dass die Verbindung von (Pop-) Musik und Unterrichtsinhalte - für gewöhnlich ebenfalls nicht gemeinsam auftretend - den Schülern besser im Gedächtnis haften bleibt. Akustische Reize, bzw. deren Abweichung von der Norm, sind häufig behilflich, wenn es um die Suche nach Fehlerursachen geht: Automechaniker stellen am Motorgeräusch Fehler fest, Ärzte erkennen Herzrhythmusstörungen durch Abhören und Musiker erkennen Har

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