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Neue Impulse in der Hochschuldidaktik Sprach- und Literaturwissenschaften

  • Erscheinungsdatum: 28.04.2010
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
eBook (PDF)
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Neue Impulse in der Hochschuldidaktik

In Folge des Bologna-Prozesses steht für die Universitäten ein tiefgreifender Wandel der Lehr-Lern-Kulturen an. Er beinhaltet weniger Orientierung an Fachsystematiken, mehr Orientierung an einem wissensbasierten Aufbau von berufsrelevanten Kompetenzen und einen Wandel der Rolle der Lehrenden zu LernbegleiterInnen. Bisher standen zumeist die administrative und technische Umsetzung der angestrebten Reformen im Vordergrund, mit dem Anlaufen der Bachelor- und Masterstudiengänge stellt sich nun die Frage, wie die neuen Herausforderungen an die Hochschuldidaktik gelöst werden können. Ansätze, Perspektiven, erste Erfahrungen und Forschungsergebnisse sollen in diesem Band vorgestellt und diskutiert werden.

Ulrike Eberhardt ist Promotionsstipendiatin und Dozentin an der Universität Bremen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 347
    Erscheinungsdatum: 28.04.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783531923192
    Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
    Größe: 2643kBytes
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Neue Impulse in der Hochschuldidaktik

VII. Kunst, Kultur und Wissenschaft (S. 299-300)

Lügen, Stehlen, Ausbilden Zur Arbeitsweise des Theaters der Versammlung zwischen Bildung, Wissenschaft und Kunst

Jörg Holkenbrink

"Werden Institutionen, die einander nicht verstehen können, abrupt miteinander konfrontiert, so entsteht regelmäßig an der Trennstelle ein intelligenter Funke. Er entsteht aus der Not, in die die Kommunikation gerät." (Alexander Kluge)

1 Lügen

"Das Theater der Versammlung muss man erlebt haben". Diese oder ähnliche Äußerungen stammen oft von Hochschullehrern oder Hochschulangehörigen, die einem Theater in der Lehre zuvor eher gleichgültig bis skeptisch gegenüber standen. Möglicherweise ist bei dem Versuch, eine wissenschaftliche Hochschule für künstlerische Strategien zu öffnen, die Überzeugungskraft von Argumenten in Konzeptpapieren begrenzt.

Wenn ich zum Beispiel in einem Rundschreiben an wissenschaftlich Lehrende behaupte, dass "in Seminaren durch themenorientierte szenische Aktionen verborgene Apathien aufgespürt und die Beschäftigung mit Inhalten intensiviert werden können", darf ich selbstverständlich nicht davon ausgehen, dass die Empfängerin bzw. der Empfänger meines Schreibens dieses überhaupt zur Kenntnis nimmt.

Wenn ich formuliere, dass "performative Verfahren das Vorstellungsvermögen und die Imaginationskraft in Produktions- und Reflexionszusammenhängen stärken können", muss ich selbstverständlich immer damit rechnen, dass dem Adressaten ausgerechnet solche Bilder vom Theater im Kopf herumspuken, deren Wirkung auch mein Reflexionsvermögen eher schwächen würde.

Und wenn ich für die "Produktivität der Fremdheit im Umgang mit Gegenständen und Situationen, mit anderen und mit sich selbst" plädiere, kann ich neuerdings auf breite Zustimmung stoßen, - verbunden mit der Nachfrage, was denn in diesem Zusammenhang Künstler in einer wissenschaftlichen Einrichtung zu suchen hätten. Es liegt also für das Theater in der Lehre eine große Herausforderung zunächst schon einmal darin, Menschen, die gewohnt sind, über Sachverhalte nachzudenken, in ungewohnte Sachverhalte zu verstricken, über die sie dann anschließend neu wieder nachdenken.

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