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Neutestamentliches Arbeitsbuch für Religionspädagogen

  • Erscheinungsdatum: 21.11.2013
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (PDF)
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Neutestamentliches Arbeitsbuch für Religionspädagogen

Dieses Arbeitsbuch setzt sich zum Ziel, die biblisch-theologische Kompetenz von Religionspädagoginnen und Religionspädagogen zu fördern. Es bietet eine Erschließung wichtiger Textgruppen und Themen des Neuen Testaments: Bergpredigt, Gleichnisse, Wundererzählungen, Passion Jesu, Ostern/Auferstehung, Gebet/Vaterunser, Abendmahl, Armut/Reichtum, Frau/Mann, Jesus-Deutungen, Paulus, Geschichte des frühen Christentums u. a. Für die 4. Auflage wurde das Pauluskapitel neu konzipiert und im Umfang deutlich erweitert. Ergänzt wurden die christologischen Spezifika der einzelnen Evangelien und eine Erschließung der Apokalypse. Wesentliche Intention des Buches ist es, neben der Erarbeitung des Orientierungswissens die Gegenwartsrelevanz biblischer Impulse für Kirche und Gesellschaft aufzuzeigen.

Prof. em. Dr. Ulrich Becker, Prof. Dr. Friedrich Johannsen und Prof. Dr. Harry Noormann, Universität Hannover; Prof. Dr. Carsten Jochum-Bortfeld, Universität Hildesheim.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 21.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170234819
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 12257 kBytes
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Neutestamentliches Arbeitsbuch für Religionspädagogen

1 Vom Wort zur Schrift

Über die Entstehung der neutestamentlichen Schriften
und des Kanons

(Ulrich Becker)

Fragestellungen:

Begründet der neutestamentliche Kanon die Einheit der Kirche, oder ist er eher Ursache und Ausgangspunkt für die Verschiedenheiten der christlichen Konfessionen und Gruppen?

Muss das Neue Testament als ein widerspruchsloses Ganzes verstanden werden, oder ist es nicht vielmehr das Produkt verschiedener urchristlicher Gemeinden und Gruppen?

Die Art und Weise, wie in der christlichen Überlieferung und in der kirchlichen Tradition oft vom Neuen Testament (NT) die Rede ist, lässt nur schwer erkennen, dass es sich bei diesem Buch um eine Sammlung von 27 zu unterschiedlicher Zeit, an unterschiedlichen Orten und von unterschiedlichen Gruppen verfassten Schriften handelt. Gesprochen wird gern von der 'Heiligen Schrift', von dem 'Wort Gottes', von der 'Offenbarung' oder von der 'Lehre' des Neuen Testaments, und der Eindruck entsteht, es handele sich bei diesen 27 Schriften, den vier Evangelien, der Apostelgeschichte, den 21 Briefen und der Offenbarung des Johannes um eine geschlossene Einheit. Die historisch-kritische Forschung am NT zeigt, dass sich die Entstehung der einzelnen Schriften historisch erklären lässt und dass der ntl. Kanon, wie er uns heute vorliegt, "ein Produkt irdisch-menschlicher Geschichte und nicht vom Himmel gefallene Offenbarung" ist. 1 Davon soll im Folgenden die Rede sein.

Aufgabe:

Wenn der ntl. Kanon ein Produkt irdisch-menschlicher Geschichte ist, mit welchem Recht kann die kirchliche Tradition und die christliche Überlieferung im Blick auf das NT dennoch von der 'Heiligen Schrift', von dem 'Wort Gottes' oder von der 'Offenbarung' reden?
1.1 Anfänge der urchristlichen Literatur: Die Briefe

"Im Anfang war das Wort." (Joh 1,1). Das gilt auch für Jesus von Nazareth. Er hat geredet, er hat geheilt. Er hat eine Schar von Frauen und Männern um sich gesammelt, und er hat "Zöllner und Sünder" an seinen Tisch geladen. Nichts davon hat er selbst aufgeschrieben. Diejenigen, die ihn nach seinem Tode als den Auferstandenen verkündigten, hatten nichts Schriftliches von ihm in der Hand. Geblieben waren ihnen nur Erinnerungen an Worte, Reden, Taten, Ereignisse, die angesichts des Auferstehungszeugnisses neu lebendig wurden. Diese ersten Zeugen waren Juden, und ihre Bibel war die jüdische Bibel, das sog. Alte Testament. Dort, vor allem bei den Propheten und in den Psalmen, fanden sie die Jesus-Geschichte wieder. Dort fanden sie bestätigt, dass er der Christus (= der Gesalbte, der Messias) ist. Gleichzeitig interpretierten diese ersten jüdischen Jesus-Zeugen mit diesem Ersten Testament das Christusgeschehen. An ihm machten sie deutlich, dass Jesu Leiden und Sterben nicht seine Niederlage ist, sondern die von Gott vorherbestimmte und gewollte Heilstat ( vgl. die Gestaltung der Passionsgeschichte, S. 161ff).
Exkurs: Das Erste oder das Alte Testament als 'Schrift' des NTs

Die Bezeichnung 'Altes Testament' ist in den letzten Jahren auf dem Hintergrund des jüdisch-christlichen Gesprächs mit seiner Neubestimmung des christlich-jüdischen Verhältnisses in Frage gestellt worden. Mit Alternativbezeichungen wie 'Jüdische Bibel' oder 'Hebräische Bibel' oder 'Erstes Testament' versucht man seitdem, negative Assoziationen wie 'überholt' zu vermeiden und zum Ausdruck zu bringen, dass es sich um ein Werk jüdischer Tradition handelt und - das gilt für die Bezeichnung Erstes Testament - dass das Zweite aus ihr schöpft. Aber welche neue Bezeichnung man auch wählt, das anstehende Problem ist damit nicht restlos gelöst. 2 Deshalb werden in diesem Arbeitsbuch alle diese Bezeichnungen verwendet.

Die Frage, auf welche Textform der jüdischen Schriften sich die ntl. Autoren be

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