text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Professionelle Kommunikation im Schulalltag Praxishilfen für Lehrkräfte von Keller, Gustav (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag
eBook (PDF)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Professionelle Kommunikation im Schulalltag

Gut mit Kollegen, Schülern und Eltern kommunizieren zu können ist eine wichtige Fähigkeit für die schulische Praxis. Dieser Ratgeber informiert darüber, welche Aspekte zu einer gelungenen Kommunikation im Schulalltag gehören und gibt konkrete Anleitungen und Tipps für verschiedene Gesprächssituationen. Einleitend gibt das Buch einen kurzen Überblick über kommunikationspsychologisches Grundwissen. Die weiteren Kapitel zeigen, wie man Beratungs- und Konfliktgespräche führt, Konferenzen und Besprechungen moderiert sowie Dialogrunden durchführt. Außerdem wird thematisiert, wie sich die schulische Kommunikationskultur weiterentwickeln lässt. Der Autor vermittelt Hilfen zur kollegialen Beratung und Hospitation sowie zum Umgang mit Widerstand in Gesprächs- und Moderationssituationen. Die einzelnen Kapitel können als Trainingsbausteine genutzt werden. Sie bestehen aus prägnanten Grundinformationen, Handlungsanleitungen für die praktische Umsetzung und einem abschließenden Text zum Reflektieren. Das Buch stellt somit eine wertvolle Hilfe für die tägliche Kommunikationspraxis im Schulalltag dar.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 101
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840925986
    Verlag: Hogrefe Verlag
    Größe: 1171 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Professionelle Kommunikation im Schulalltag

3 Lösungsorientierte Beratung
Lehren und Erziehen sind nicht möglich ohne Beobachten und Beraten.
Peter Köck

Im Schulalltag wird die Lehrperson immer wieder von Eltern und Schülern konsultiert, die in aktuellen Problemsituationen Rat suchen. Die Wirksamkeit solcher Beratungsprozesse hängt ganz entscheidend von der Grundhaltung des Beraters ab. Aus Sicht des Gesprächstherapeuten Carl Rogers (2010) ist deren wichtigstes Merkmal der Respekt vor der Würde des Mitmenschen. Man verhält sich gegenüber dem Gesprächspartner respektvoll, indem man ihn trotz seiner Probleme als Mitmenschen achtet. Dies heißt nicht, dass man bei ihm alles gutheißen soll. Ein zweites wichtiges Merkmal ist Empathie. Darunter ist zu verstehen, dass man sich in den Gesprächspartner einfühlt und sich darum bemüht, ihn aus der Perspektive seiner Innenwelt zu verstehen. Und drittens gehört zur Grundhaltung des Gesprächsführenden Echtheit. Echt ist man, wenn das Gesagte mit dem Gedachten und Gefühlten übereinstimmt. Dies heißt jedoch nicht, dass alles, was einem auf der Zunge liegt, ausgesprochen werden muss.

Zum Erfolg des Beratungsgesprächs trägt aber nicht nur die Grundhaltung bei, sondern auch eine möglichst lösungsorientierte Gesprächsstrategie. Im Mittelpunkt dieses aus der systemischen Psychologie stammenden Ansatzes stehen die Lösungskonstruktion und die Aktivierung von Ressourcen (Hennig & Knödler, 2010; Bamberger, 2010). In einem kooperativen Lösungsprozess hilft die beratende Lehrperson dem Ratsuchenden bei der Problemlösung.

Vor dem Beginn des lösungsorientierten Beratungsgesprächs ist dafür zu sorgen, dass ein separater Ort und ausreichend Zeit vorhanden sind. Möchte die beratende Lehrperson mit dem Gesprächspartner nun ins Gespräch kommen, ist eine Aufwärmphase vonnöten. Man begrüßt ihn freundlich und schafft eine emotionale Atmosphäre, die einen angstfreien Ausdruck von Gedanken und Gefühlen ermöglicht. Entscheidend gefördert wird dieses Wohlbefinden, indem man sich nach dem persönlich-seelischen Befinden des Ratsuchenden erkundigt.

Ist die Kontaktbrücke gebaut, schildert der Ratsuchende das Problem aus seiner Sicht. Während der Problembeschreibung hält sich die beratende Lehrperson zurück, hört aufmerksam zu und achtet auch auf nichtsprachliche Signale. Wenn sie interveniert, tut sie dies in sparsamem Maße. Sie bittet um Präzisierung, fasst das Gesagte in eigenen Worten zusammen (Paraphrasieren) und bringt das zum Ausdruck, was emotional bedeutsam ist (Verbalisieren). Wichtig dabei ist, dass die beratende Lehrperson ihre Botschaften in einer einfachen, anschaulichen und bildhaften Sprache übermittelt. Nur so kann der Gesprächspartner herausfinden, ob er verstanden worden ist. Ist das Problem beschrieben, wird gemeinsam überlegt, was sich in welchem Zeitraum verändern soll. In dieser Phase kann die beratende Lehrperson etwas mehr lenken. Die Ziele müssen klar definiert, präzise und positiv formuliert werden. Die Eigenverantwortung des Ratsuchenden für die Zielerreichung ist besonders hervorzuheben. Dabei ist es sinnvoll, Teilziele zu formulieren. Bevor der Zielkonsens definiert wird, muss der Gesprächspartner rückmelden, für wie erreichbar er die Ziele hält. Möglicherweise folgt daraus eine Zielkorrektur.

Unmittelbar nach der Zielfindung wird die Lösungskonstruktion in Angriff genommen. In diesem Stadium darf man nicht den Fehler begehen, dem Ratsuchenden die Lösung vorzufabrizieren. Man hält sich zurück und ermutigt ihn zur Ideensammlung. Hierzu sind lösungsförderliche Schlüsselfragen hilfreich (siehe unten).

Sind genügend Ideen geäußert worden, müssen sie hinsichtlich ihrer Tauglichkeit und Umsetzbarkeit bewertet werden. Darauf aufbauend wird ein Lösungsmodell formuliert. Der Gesprächspartner kennt jetzt nicht nur die Ziele, sondern auch die Wege dorthin.

Um sicherzustellen, dass das Lösungsmodell tatsächlich auch umgesetzt wird, findet eine Ziel

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen