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Sportdidaktik Ein Lehrbuch in 12 Lektionen von Bräutigam, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2015
  • Verlag: Meyer & Meyer
eBook (ePUB)
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Sportdidaktik

Das Buch versteht sich als eine Einführung in die Sportdidaktik. Wer einen ersten Überblick über wichtige Fragen und Probleme des Schulsports gewinnen will, findet eine geordnete Zusammenstellung grundlegender Erkenntnisse und Einsichten. In der Hauptsache geht es darum, ein differenziertes Verständnis für die Aufgaben und Probleme des Sportlehrerberufs zu entfalten, die Analyse und Reflexion des pädagogischen Auftrags des Schulsports und seiner Ziele, Inhalte und Methoden anzubahnen, den theoretischen Grundstein für die Planung, Gestaltung, Durchführung und Auswertung des Sportunterrichts zu legen und die Stellung der Sportdidaktik als Arbeitsbereich innerhalb der Sportwissenschaft zu klären. Die vorliegende Einführung in die Sportdidaktik ist als Lehrbuch angelegt und vor allem für Studienanfänger geschrieben, die noch keine wissenschaftlichen Vorkenntnisse besitzen.

Prof. Dr. Michael Bräutigam (Jg. 1949) arbeitet seit 1995 am Institut für Sport und seine Didaktik der Universität Dortmund, zuvor an der Universität Paderborn. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind: Sport und Schule sowie Sport und Jugend.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 31.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840325472
    Verlag: Meyer & Meyer
    Größe: 2621kBytes
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Sportdidaktik

Lektion 2
Wie wichtig ist die Arbeit von Sportlehrern?
Die Legitimation des Sports als Schulfach

Von einem professionell arbeitenden Sportlehrer wird erwartet, dass er nicht nur weiß, was er tut, sondern auch weiß, warum er dies tut. Die Erwartung an ihn besteht zu Recht, schließlich hat er einen pädagogischen und fachlichen Auftrag mit hohem Anspruch zu erfüllen. Die Forderung an den Sportlehrer, sein Handeln zu begründen, ist nicht nur eine Selbstverpflichtung. Wer von der Notwendigkeit seines Tuns nicht überzeugt ist, wird unsicher sein und ohne Selbstbewusstsein auftreten. Wer die Gründe und Hintergründe seines Tuns nicht kennt, wird sein Handeln nicht beurteilen und weder sich selbst noch anderen gegenüber rechtfertigen können. Mit der Fähigkeit, die Anliegen und Ziele seines Berufs als bedeutsam ausweisen zu können, gewinnt der Sportlehrer Motivation und Souveränität.

Diese Fähigkeit ist nicht isoliert zu sehen und hängt eng mit anderen Aufgaben zusammen. Eine erste besteht darin, die für das Fach ausgewiesenen Ziele in die Praxis des Sportunterrichts umzusetzen. Eine zweite Aufgabe ist es, die Ziele des Schulsports programmatisch zu entwerfen und in differenzierter Weise zu verdeutlichen. Eine dritte Verpflichtung - um diese geht es in dieser Lektion - verlangt, Aufgaben und Ansprüche des Schulsports zu begründen und den schlüssigen Nachweis für die Berechtigung des Sports als Schulfach zu erbringen. Diese Bemühungen zielen auf die Legitimation des Faches.

Bei der Behandlung der Legitimationsfrage werden in dieser Lektion drei Ausgangspunkte gewählt:

eine anthropologische Grundlegung, die die Bedeutung von Leiblichkeit, Bewegung und Spiel für eine ganzheitlich ausgerichtete Erziehung in der Schule heraushebt;
eine vom Kind und vom Jugendlichen her zu begründende Notwendigkeit, mit den fachspezifischen Möglichkeiten des Schulsports die Bildung, Erziehung und Entwicklung der Heranwachsenden insgesamt zu fördern;
eine von der Sache her, d. h. der gesellschaftlichen und individuellen Bedeutung des Sports her zu rechtfertigenden Verpflichtung, in der Schule auf dieses Handlungsfeld vorzubereiten und Schüler zu einer Handlungsfähigkeit im Sport zu führen.
In einem abschließenden Kapitel wird die Tauglichkeit der Argumente für eine kontrovers geführte Debatte untersucht.
1 Warum ist Schulsport unverzichtbar?

Das Fach Sport weist eine Besonderheit auf, durch die es sich von allen anderen Schulfächern unterscheidet: Schulsport versteht sich als Anwalt für die körperlich-motorische Entwicklung und Ausbildung der Kinder und Jugendlichen. Daraus erwächst nicht nur ein besonderer Erziehungsauftrag, darin ist auch seine Unverzichtbarkeit begründet, da kein anderes Fach diesen Erziehungsanspruch übernehmen kann.

Die Schule steht unter der pädagogischen Verpflichtung zu einer ganzheitlichen Bildung und Erziehung. Schulen sind nicht nur für die Entwicklung und Förderung intellektueller, sondern auch körperlich-motorischer Fähigkeiten verantwortlich. Die Einlösung dieser Anforderung sichert das Fach Sport. Die Besonderheit des Faches wird deutlich, wenn man in diesem Zusammenhang auf anthropologische Grundgedanken zurückgreift. Die Anthropologie ist die Lehre vom Menschen. Sie sucht Klärung über Eigenschaften, die den Menschen in ihrer Existenzform wesensgemäß sind. Das zentrale Thema der Anthropologie ist das "So-Sein" des Menschen: so, wie der Mensch ist, und so, wie er in der Welt ist.

(1) Als eine grundlegende anthropologische Einsicht gilt: Ein Wesensmerkmal des Menschen ist seine leibliche Verfasstheit. Meine Existenz ist in fundamentaler Weise durch meinen Leib bestimmt. Zwar weiß ich nicht immer um meine Leiblichkeit . Mein Körper fällt mir gar nicht weiter auf, wenn ich mich nicht auf ihn konzentriere und mir besondere körperliche Zustände und Befindlichkeiten nicht bewusst

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