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Berufsarbeit von morgen in gewerblich-technischen Domänen Forschungsansätze und Ausbildungskonzepte für die berufliche Bildung

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2009
  • Verlag: wbv Media
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Berufsarbeit von morgen in gewerblich-technischen Domänen

The transcript comprises the results of a biennial conference between vocational education researchers and representatives of vocational schools who collaborate within the framework of the consortium of industrial and technical economies (Gewerblich-Technische Wissenschaften - GTW) and the related didactics. The transcript takes stock of numerous publications of the past years and provides technical papers with suggestions and research projects with the purpose to improve the quality of vocational education. In order to do so, the transcript focuses on five central fields. The primary topics are the challenges posed by future technologies, the development of the competencies of different target groups within vocational training, and the training of specialist workers, a topic to which European education politics has drawn attention again. Herr Prof. Dr. Matthias Becker arbeitet am Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat) in Flensburg im Bereich "Berufliche Fachrichtung Fahrzeugtechnik". Frau Dr. Claudia Fenzl ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung "Arbeitsprozesse und berufliche Bildung" am Institut Technik und Bildung (ITB) in Bremen. Herr Prof. Dr. Falk Howe und ist Prof. Dr. Georg Spöttl sind die Leiter der Abteilung "Arbeitsprozesse und berufliche Bildung" am Institut Technik und Bildung (ITB).

Produktinformationen

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Berufsarbeit von morgen in gewerblich-technischen Domänen

Neue Technologien, nachhaltige Entwicklung und Wissensunschärfen - Verunsicherungen von beruflicher Arbeit im Zeitalter der Globalisierung (S. 14)

Jessica Blings

1 Einführung

Im Beitrag werden aktuelle und zukünftige Anforderungen an kompetente berufliche (Fach-)Arbeit zur Ausgestaltung von Nachhaltigkeit anhand empirischer Ergebnisse diskutiert. Das Konzept der Nachhaltigkeit stellt hohe Anforderungen an komplexes Denken von Beschäftigten. Inhaltliche Spannungsverhältnisse zur Einschätzung von Nachhaltigkeit, die auch Handlungsentscheidungen der Beschäftigten beeinflussen, werden im Text erläutert.

1.1 Was macht neue Technologien zu Zukunftstechnologien?

Zukunftstechnologien haben mit High-Tech zu tun, stellen Innovationen dar, bringen die Wirtschaft voran, schaffen Arbeitsplätze - so lauten zumindest die Beschreibungen in politisch gesteuerten Hochglanzbroschüren zur Thematik. Zu den heutigen Zukunftstechnologien werden z. B. Nanotechnologie, Mechatronik, Biotechnologie, Informationstechnologie, Raumfahrttechnologie gezählt.

Der Begriff Zukunftstechnologie impliziert eine große Bedeutung für die Zukunft oder eine positive Auswirkung auf die Zukunft. Doch streng genommen gibt es keine Technologien, denen eine "günstige" Wirkung per se inhärent ist.

Versteht man Technik als soziale Praktik, gilt: Die materielle Natur der Technologie bestimmt das Handeln mit ihr (vgl. Giddens 1997). Strukturen bestimmen das soziale Handeln, gleichzeitig gestaltet das soziale Handeln auch die Strukturen, in denen es stattfindet. Es sind also zwei sich wechselseitig bedingende Elemente.

Es gibt nur Technologien, die durch Menschen bei der Implementierung zukunftsfähig eingesetzt und genutzt werden. Technologie ist nicht von sich aus zukunftsorientiert, sie kann jedoch ein Potenzial besitzen, besonders geeignet zu sein um von Menschen für die Lösung von zukünftigen Problemen und Herausforderungen eingesetzt zu werden.

Technik ist neben ihrem historisch bedingten Entwicklungsgrad in ihrer Anwendungszielrichtung immer auch Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse. Diese Einsicht führte zur Entwicklung der "Partizipativen Technikgestaltung" (vgl. Fischer 2001, S. 64f.).

Die setzt da an, wo Technik gestaltbar ist, in der Entwicklung und Diffusion von Technik (vgl. Stuber 2005). Die Berufsbildungsforschung betrachtet die Einführung neuer Technologien als Wirkung auf Arbeit und Bildung.

Sie tut dies aber nicht im Sinne eines technologischen Determinismus, der Technik zum Maß aller Dinge macht, an die sich Arbeit und Beschäftigte anzupassen haben, sondern im Sinne eines Gestaltungsanspruches an Technik (vgl. Fischer 2001), der sich in der Arbeit entfaltet und Anforderung an die Berufsbildung ist.

Mit dem Beginn der Forschung zur Arbeit-Technik-Gestaltung in den 80er Jahren wird "Technik als Einheit des technisch Möglichen und des sozial Wünschbaren" begriffen (vgl. Rauner 2005, S. 466). (Fach-)ArbeiterInnen und andere beruflich Handelnde sind die Subjekte, die Technik im Sinne der gesellschaftlichen Anforderungen gestaltend einsetzen (vgl. Niethammer 1995).

1.2 Ein neues Verständnis von Zukunftstechnologien

Die Nachhaltigkeitsdiskussion bereichert die Kritik des technologischen Determinismus um neue Aspekte der Anforderung von Gestaltung von Technik. Jede Einführung von neuen Technologien hat soziale und wirtschaftliche Folgen sowie Umweltfolgen, die sich von der Situation vor der Einführung der Technologie in der Regel unterscheiden.

Ob neue Technologie zukunftsfähig ist, entscheidet sich im Verständnis nachhaltiger Entwicklung durch die Art der wirtschaftlichen, sozialen und umweltbezogenen Auswirkungen bei der Einführung. In der Nachhaltigkeitsforschung haben sich neben der Effizienzstrategie auch Konsistenz- und Suffizienzstrategien entwickelt (vgl. F

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