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Demokratielernen Eine Vielzahl von Fähigkeiten und eine Frage der Übung.

  • Erscheinungsdatum: 28.06.2016
  • Verlag: Books on Demand
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Demokratielernen

Wir leben in einer Zeit der Entdemokratisierung, in der es notwendig ist, Demokratie - wieder - zu lernen. Fragen und Inhalte demokratischer Bildung werden in Österreich aber, wenn überhaupt, dann verkürzt diskutiert. Während der Fokus der Auseinandersetzung auf Fragen der Mitbestimmung liegt, werden Fragen der Gestaltung demokratischer Grundstrukturen und Grundverständnisse eher vernachlässigt. Um Demokratie zu entwickeln, bedarf es nämlich einer Erwachsenenbildung, die sich von rezeptartigen Lösungsbeiträgen für gesellschaftliche Problemlagen verabschiedet. Vielmehr muss sie Teil einer gemeinsamen Lösungsfindung mit offenem Ausgang werden, die durch gegensätzliche Meinungen gekennzeichnet ist. Dazu müssen wir gemeinsam ein Wissen generieren, das im Interesse aller eine nachhaltige und gedeihliche Entwicklung fördert und nicht den zerstörerischen Kräften weniger unterliegt, die ungeheure Ressourcen und Macht angehäuft haben. Die Beiträge der vorliegenden Ausgabe des Magazin erwachsenenbildung.at beschreiben theoretisch, konzeptionell und praxisorientiert mögliche Formen und Inhalte von Erwachsenenbildung, die Demokratie fördernd oder begleitend wirken können. Thematisch geht es dabei um Science Literacy, Economic Literacy, Feminismus und Demokratie, um Psychodrama und Legislatives Theater, den Anti-Bias-Ansatz, kritische Radioberichterstattung, politischen Extremismus und Geschlechterstereotypen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 136
    Erscheinungsdatum: 28.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741229954
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1918kBytes
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Demokratielernen

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Thema

"Ob Wahrheit oder nicht, ich glaube die Geschichte"

Unbequeme Bildung zu demokratischer Mündigkeit

Birge Krondorfer

Krondorfer, Birge (2016): "Ob Wahrheit oder nicht, ich glaube die Geschichte".

Unbequeme Bildung zu demokratischer Mündigkeit.

In: Magazin erwachsenenbildung.at . Das Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs.

Ausgabe 28, 2016. Wien. Online im Internet: Books on Demand GmbH: Norderstedt.

Schlagworte: Demokratie, Demokratie lernen, Demokratie verlernen, politische Erwachsenenbildung, Feminismus, Geschlechterhierarchie
Kurzzusammenfassung

Vor dem Hintergrund der Flüchtlingsthematik illustriert die Autorin als Auftakt, wie sehr sich die Demokratie in westlichen Gesellschaften, die schon immer Frauen ausschloss, dem Abgrund nähert. Bildung, ob sie es will oder nicht, bildet indirekt oder direkt immer auch politisch-soziale Bedingungen und Verhältnisse ab, bildet in diese hinein, kann nicht unpolitisch sein. Demokratie und Politik finden nicht im Menschen statt, sondern entstehen zwischen den Menschen. Wie kann Bildung nun zum Demokratie lernen oder - um es mit Gayatri Chakravorty Spivak auszudrücken - Demokratie verlernen beitragen? Indem sich jede Bildung immer wieder prozessual einer Selbstprüfung aussetzt, um den Anspruch auf "Erziehung" mündiger BürgerInnen nicht durch die eigene Praxis zu verhindern, lautet die Antwort in diesem kritisch-feministischen und essayistischen Beitrag. Zudem brauche es Bildungsorte, wo es möglich ist, ein BürgerInnensein durch Erfahrung und politische Ideengeschichte zu lernen. (Red.)
"Ob Wahrheit oder nicht, ich glaube die Geschichte"

Unbequeme Bildung zu demokratischer Mündigkeit

Birge Krondorfer

Im Ausverkauf der Werte sind in der Tat gerade die Bildungswerte ausverkauft worden, und die Nachfrage nach ihnen hat das schwindende Angebot kaum überlebt.

Hannah Arendt (1958)

Zurzeit ist die Bereitschaft gewaltig, wildeste Gerüchte über vermeintlich kriminelle Ausländer zu glauben und im Internet so zu kolportieren, als wären es durch PolitikerInnen und die Presse unterdrückte Wahrheiten. So formierten sich etwa im Fall eines vorgeblich von Flüchtlingen entführten und vergewaltigten russlanddeutschen Mädchens im Januar diesen Jahres, trotz offizieller Gegendarstellung seitens der Staatsanwaltschaft und der Polizei, tausende Leute auf der Straße, um gegen das Schicksal des Mädchens zu protestieren. "Alle waren sich einig, dass sie den Behörden nicht trauen. Eine Frau sagte einem NDR-Reporter: 'Ob Wahrheit oder nicht, ich glaube die Geschichte'" (Mayer/Schneider 2016, S. 2). Es geht neben einem zunehmend zerrütteten Verhältnis der BürgerInnen zu ihren Institutionen offenbar um eine permanente Legitimierung diffuser Vor-Urteile sowie um eine Selbstbestätigung durch kollektivierte Fiktion und nicht mehr um Tatsachen oder Kenntnisse. Man möchte unwillkürlich den Klassiker der Aufklärung anrufen: Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen! Angesichts dieser Lage fällt es schwer, sich ungebrochen und euphorisch über das Thema "Demokratie lernen" als Aufgabe von Erwachsenenbildung zu äußern. Denn welche Demokratie bitteschön gälte es da zu lernen? Ginge es dabei um ein Ideal, eine freie Verfassung eines Gemeinwesens, eine bestimmte kapitalabhängige Regierungstechnik, eine Freiheit für rassistische Hassäußerung in den "sozialen" Medien? Das "demokratische" System, dessen InsassInnen wir auch dann sind, wenn wir seine Auswirkungen nicht ertragen, demaskiert sich derzeit als Verhöhnung seiner von ihm selbst de-, re- und akkl

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