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E-Learning - bejubelt und verteufelt Lernen mit digitalen Medien, eine Orientierungshilfe von Barthelmeß, Hartmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.01.2015
  • Verlag: W. Bertelsmann Verlag
eBook (ePUB)
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E-Learning - bejubelt und verteufelt

Warum sind Großunternehmen beim Einsatz von E-Learning bisher deutlich erfolgreicher als Schulen, Hochschulen und mittelständische Unternehmen? Der Autor geht der Frage nach, welche Vorgehensweisen in Bildung und Weiterbildung notwendig sind, um E-Learning als integralen Bestandteil von Bildungsprozessen zu etablieren.
Sein besonderes Augenmerk liegt darauf, E-Learning-Anwendungen personalisiert aus Sicht der Lernenden zu entwickeln. Gleichzeitig sollen Dialog, soziale Kommunikation und Wissensbereitstellung mithilfe digitaler Medien intensiviert werden, statt die Lernenden sich selbst zu überlassen.
Die Herausforderung besteht darin, E-Learning in bestehende, historisch gewachsene Strukturen zu integrieren.

Hartmut Barthelmeß ist Betriebswirt und Informatiker mit dem Arbeitsschwerpunkt Digitalisierung von Bildungsprozessen. Er leitet Projekte zu den Themen digitale Medien und E-Learning in Hochschule und Wirtschaft.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 09.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783763955305
    Verlag: W. Bertelsmann Verlag
    Größe: 2114kBytes
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E-Learning - bejubelt und verteufelt

1 Einführung

"Wenn der Wind der Veränderung weht,
bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."

Chinesisches Sprichwort

Einige Vertreter in Schule, Hochschule und Wirtschaft überhöhen E-Learning und verstehen E-Learning als neues Lernparadigma. Vielmehr ist es ein "Mittel zum Zweck", um mit neuen Technologien Bildungsprozesse in einer Bildungsorganisation 1) bezüglich ihrer Effizienz, Qualität und Nachhaltigkeit verbessern zu können. Gemeint sind Veränderungen in den wesentlichen Einsatzbereichen: Wissensaufbereitung, Lehren und Lernen, Kommunikation, Bildungsinfrastruktur und Management; der Handlungsrahmen dazu wird durch das Bildungssystem 2) und durch die Politik 3) festgelegt. Diesen Zusammenhang hatten ich und meine Projektpartner in Karlsruhe schon gesehen, aber vor lauter Begeisterung über die Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) hatten wir zu technologiezentriert gedacht.

Wir übersahen, dass trotz der digitalen Technologien das Lernen, simpel gesagt, im "Kopf" und in einem sozialen Umfeld stattfindet. Dass es für jeden - in unterschiedlichem Maße - weiterhin anstrengend bleibt zu lernen. Für bestimmte Lerner 4) kann der Frontalunterricht in Schule und Hochschule eine gute Lernform sein, für andere ist es wichtig, im realen Zusammenhang und durch sinnliches Erleben zu lernen. Und wieder für andere ist es richtig, am Computer oder in einer Bibliothek zu lernen. Wie jeder lernt, ist sehr unterschiedlich. Demzufolge ist es, ausgehend von seinen Selbsterfahrungen, die Entscheidung des Lerners, wie er am besten lernt und nicht wie es sich Lehrende für den Einzelnen oder für die Gruppe vorstellen. Es ist ein Erkundungs- und Findungsprozess. Der Lernende sucht ein passendes soziales Umfeld, eine Einrichtung und/oder eine Person, die ähnlich "tickt" wie er selbst. Das Bedürfnis nach Gemeinschaft und sozialer Kommunikation, in einer Gruppe zu lernen, ist mehr oder weniger bei jedem Individuum vorhanden. Es muss "passen" und es muss auch ein gegenseitiges Geben und Nehmen innerhalb einer Gruppe sein. Dies könnten Lehrende fördern. Dieser Sachverhalt ist nicht wirklich neu. Die Reformpädagogik im vergangenen Jahrhundert hat sehr ähnliche Fragen gestellt. Neu ist, dass es jetzt zum einen E-Learning (das "E" steht lediglich für Rechneranwendung, digitale Medien und Internet) gibt, das derartige Konzepte des differenzierten Förderns und Forderns technologisch unterstützen könnte. Und zum anderen ist es neu, dass es von außen den Druck durch die Digitalisierung und die Globalisierung gibt, eine auf Veränderungen reagierende Lösung für das Lernen und Lehren zu finden.

Meine Projektpartner und ich glaubten, dass all diese unterschiedlichen Bedürfnisse und sich daraus ergebenden individuellen Wünsche in Verbindung mit E-Learning über eine Mediendidaktik neu und modern gelöst werden könnten. Es kam uns zunächst nicht in den Sinn, dass unsere Überlegungen ausgeweitet werden müssten, um den komplexeren Zusammenhängen des Themengebietes des "Lernens" gerecht werden zu können. Wir übersahen, dass man sich zuerst fragen müsse, was das zu lösende Hauptproblem sei und was die Nebenprobleme sind, die man auch lösen müsse: Schule, Hochschule und Wirtschaft unterscheiden sich dabei grundsätzlich.

Im Bereich Schule ist das Hauptproblem der unterschiedliche Zeitbedarf der Schüler beim kognitiven Lernen. Ein Verteilen der Lernenden auf Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien löst das Problem nicht. Innerhalb dieser Schulbereiche gibt es immer noch Unterschiede in den Klassen, worin einige unterfordert und andere überfordert sind. Dieser Ansatz der institutionellen Differenzierung nach Hauptschule, Realschule und Gymnasium ist nicht nur aus sozialer Sicht umstritten, sondern dies ist auch nach Manfred Bönsch (2009) pädagogisch ineffizient. Lernwege sind nun einmal verschieden. Tro

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