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Kompetenzfeststellung in betrieblichen Praktika von Junge, Annette (eBook)

  • Erschienen: 14.04.2008
  • Verlag: Bertelsmann, Bielefeld
eBook (PDF)
17,90 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kompetenzfeststellung in betrieblichen Praktika

Über die Hälfte der im Rahmen von Einstiegsqualifizierungen (EQJ) absolvierten Praktika werden nicht zertifiziert, weil handhabbare Verfahren fehlen. Das erschwert den Übergang der Absolventen in den Arbeitsmarkt, denn dort gewinnt gerade die Dokumentation von berufsübergreifenden Kompetenzen an Bedeutung.

Der vorliegende Leitfaden stellt Instrumente vor, mit denen Betriebe und betriebliche Praktiker die Kompetenzen von Praktikanten erfassen können. Mit Hilfe von Checklisten und Fragebögen werden so aussagekräftige Dokumente zu fachlichen, methodischen, sozialen und personalen Kompetenzen erstellt, die für verschiedenste Phasen beruflicher Ausbildung relevant sind.Der Leitfaden richtet sich an alle, die in Unternehmen die Beurteilung von Praktikanten vornehmen. Zusätzlich wendet er sich an Bildungsträger, die EQJ-Verträge abschließen und die betriebliche Durchführung von Einstiegsqualifizierungen begleiten.

Der Autor

Gabriele Fietz, Annette Junge und Thomas Reglin sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Forschungsinstitut Berufliche Bildung (f-bb) in Nürnberg.

Produktinformationen

    Größe: 1332kBytes
    Herausgeber: Bertelsmann, Bielefeld
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 63
    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783763946006
    Erschienen: 14.04.2008
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Kompetenzfeststellung in betrieblichen Praktika

Grundsätze für die Erfassung der Kompetenzen Jugendlicher in betrieblichen Praktika (S. 27-28)

Zusammenfassend lassen sich - nicht zuletzt auch aufgrund der Erfahrungen, die mit verschiedenen Verfahren zur Kompetenzerfassung mittlerweile gesammelt wurden - mit Blick auf die Erfassung der Kompetenzen von Jugendlichen in betrieblichen Praktika folgende Grundsätze formulieren:

Das gesamte Kompetenzspektrum der Jugendlichen berücksichtigen

Eine Fokussierung auf im engen Sinne berufsrelevante und fachliche Kompetenzen ist als zu eingeschränkt im Hinblick auf das gesamte Kompetenz- und Kompetenzentwicklungsspektrum der Jugendlichen zu sehen. Hier besteht die Gefahr, wichtige Kompetenzbereiche auszublenden, die gerade bei der Zielgruppe der Jugendlichen, die sich noch in einer Phase der beruf lichen Orientierung befinden, eine große Rolle im Hinblick auf die Berufsfähigkeit und die selbstständige Bewältigung beruf licher Aufgaben spielen.

Neben den fachlichen Kompetenzen sollten daher vor allem die sozialen, methodischen und personalen Kompetenzen der Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Auch aus Sicht der Unternehmen kommt es gerade auf diese Kompetenzen bei den Jugendlichen besonders an. Persönlichkeitstests im engeren Sinne allerdings erfordern neben wissenschaftlicher Konzeption auch professionelle Expertise in der Auswertung. Ein Bezug zu betrieblichen Tätigkeitsfeldern der Jugendlichen im Praktikum ist schwer herzustellen. Die Durchführung derartiger Verfahren überfordert Kompetenzen und Zeitbudget betrieblicher Praktiker.

Anpassung an die Zielgruppe

Die Zielgruppe der Jugendlichen in betrieblichen Praktika ist in sich äußerst heterogen. Die Unterschiedlichkeit der Jugend lichen in Bezug auf ihre Voraussetzungen und Potenziale muss bei der Durchführung von Maßnahmen zur Kompetenzerfassung angemessen berücksichtigt werden. Erfahrungen zeigen, dass auf eine zu große "Textlastigkeit" verzichtet werden sollte, da schriftliche Materialien wenig attraktiv für viele Jugendliche wirken und Ergebnisse u.U. durch unterschiedliche sprachliche Voraussetzungen der Jugendlichen - Stichwort: Migrationshintergrund - verzerrt werden. Insbesondere ist auch zu berücksichtigen, dass vor dem Hintergrund vielfach vorhandener negativer Erfahrungen vieler Jugendlicher vermieden werden sollte, dass Kompetenzerfassungen Prüfungssituationen ähneln.

Stress und Widerstände aufgrund des individuellen Erfahrungshorizonts der Jugendlichen können ein ernst zu nehmendes Hindernis für die Erfassung der Kompetenzen darstellen. Ziel der Kompetenzerfassung sollte nicht sein, Defizite der Jugendlichen aufzuzeigen, sondern vorhandene Kompetenzen und Ansatzpunkte zu ihrer Weiterentwicklung zu entdecken, konkrete Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen und das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken: ihnen die Zuversicht zu vermitteln, dass sie eine Ausbildung "packen können".

Die Jugendlichen und ihre Selbsteinschätzung einbeziehen

Die aktive Einbeziehung der Jugendlichen in die Erfassung ihrer Kompetenzen erhöht ihre Motivation zur Mitwirkung. Die Jugendlichen werden nicht in der Rolle von Objekten einer - in schulischen Zusammenhängen vielfach negativ erfahrenen - Beurteilung durch Dritte belassen, sondern können bei Selbsteinschätzungen aktiv an der Entdeckung eigener Stärken mitwirken. Selbsteinschätzungen können erheblich zur Stärkung des Selbstvertrauens von Jugendlichen beitragen, insofern im Zentrum der Aufmerksamkeit nicht eigene Defizite stehen, sondern persönliche Stärken, die in Schulnoten oder den Ergebnissen "objektiver" Testverfahren nicht oder nur unzureichend zum Ausdruck kommen.

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