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Lernort Tagung Konzipieren, Realisieren, Evaluieren von Müller-Naevecke, Christina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2016
  • Verlag: Bertelsmann, W. Verlag
eBook (PDF)
19,90 €
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Lernort Tagung

Der Leitfaden präsentiert ein didaktisches Konzept, mit dem Tagungen, Symposien und Kongresse zu Lernorten werden. Ziel der Autoren ist es, einen nachhaltigen Erkenntnisgewinn, den die Teilnehmenden aus einer Tagung mitnehmen, in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen. Hierzu betten Sie das Veranstaltungsprogramm in ein didaktisches Konzept ein, das vom Ergebnis für die Teilnehmenden ausgeht.
Grundlage ist ein didaktisches Verständnis von Tagungen, bei dem die einzelnen Schritte von der Planung bis zur Evaluation immer wieder mit den (Lern-)Zielen abgeglichen werden.

Christina Müller-Naevecke, Dipl.-Päd., freiberufliche Moderatorin, Trainerin, Beraterin, Lehrbeauftragte und Innovationsentwicklerin bei openstudios.nrw, vorher wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Duisburg-Essen, dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung in Bonn (DIE), der Humboldt-Universität zu Berlin und der Fachhochschule Münster.

Ekkehard Nuissl, Univ.-Prof. Dr. habil. Dr. h.c., leitete bis zu seiner Emeritierung 20 Jahre das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung in Bonn (DIE) und lehrt aktuell Erwachsenenbildung an den Universitäten Kaiserslautern, Florenz, Timisoara und Torun. Seine Arbeitsschwerpunkte sind internationale Erwachsenenbildung, Lehren und Lernen, Evaluation und empirische Bildungsforschung.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 141
    Erscheinungsdatum: 13.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783763957163
    Verlag: Bertelsmann, W. Verlag
    Größe: 3006kBytes
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Lernort Tagung

2. Die Tagung als Lernort

Tagungen sind multifunktionale Ereignisse. Sie dienen dem Kennenlernen der Menschen, dem sozialen Miteinander, der eigenen Präsentation, als Arbeitsplatzbörse und als Ort für Brainstorming und Ideensammlung. Manchmal sind sie für die Teilnehmenden auch nur Anlass und Legitimation für Reisen und Besichtigungen, verbrämt mit beruflichen Konnotationen.

Immer aber sind sie auch ein Lernort. Sie sind ein eher informeller Lernort, ohne Curriculum und Prüfungen, ohne Anwesenheitszwang oder Lernkontrolle, auch wenn es gelegentlich Teilnahmebescheinigungen gibt. Auf Tagungen wird Wissen vermittelt - neues Fachwissen, Wissen über Zusammenhänge und Menschen. Auf Tagungen werden aber auch Kompetenzen entwickelt und eingeübt, etwa Vorträge halten, sich geordnet und zielgerichtet in Debatten einbringen, mit Kolleginnen und Kollegen ernsthaft und zugleich gelassen kommunizieren und Kontakte aufbauen und pflegen. Auf Tagungen entstehen Kooperationen und Netzwerke, Projekt- und Publikationsideen, Konstellationen sozialer und fachlicher Art. Auf Tagungen entwickeln sich persönliche Kompetenzen - das Auftreten vor großen und kritischen Gruppen etwa oder die Aufnahme von sozialen Beziehungen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Reflexion über den eigenen Standort, die vielfach auf Tagungen angeregt und mit Beobachtungen angereichert wird.

Der Lernort Tagung ist nicht auf kognitives Lernen beschränkt, nicht selten steht das nicht einmal im Mittelpunkt. Emotionale und soziale Elemente spielen eine große Rolle. Genau genommen sind viele der persönlichen Kompetenzen, die man etwa als Wissenschaftler oder Wissenschaftlerin oder auch als Praxisvertreter erwerben muss, in mancher Hinsicht auf Tagungen angeeignet worden. Hier stellt man auch die eigenen Produkte zur Disposition, nicht ohne Angst und Sorge, und freut sich über gute Rückmeldungen - weit direkter als bei einer guten Rezension eigener Publikationen.

Da der Lernort Tagung einen hohen Anteil an sozialen und emotionalen Komponenten hat, ist gerade auch das von Interesse, was im offiziellen Programm nicht gefüllt ist - meist ausgewiesen als "Pause", "Kaffeepause", "Teepause", "Mittagessen" oder "Abendliches Beisammensein" usw. ( Checkliste 7 ). Hier handelt es sich nicht um Leerräume, sondern um solche, die voller Aktivitäten stecken - vielleicht eher Erfahrungs räume.

Denken Sie daran, dass die Pausen nicht einfach eine "Auszeit" sind. Sie werden für wichtige Teile von Tagungen genutzt, für Gespräche, Kontakte, Verabredungen, auch für die Reflexion des offiziellen Teils der Tagung. Aber die inoffiziellen Kontakte und Gespräche haben einen größeren Stellenwert als nur die Nutzung der Pausen. Es gibt erfahrene Tagungsteilnehmende, die an den Angeboten des offiziellen Programms gar nicht oder nur ein wenig teilnehmen und sich hauptsächlich auf die Zwischenräume konzentrieren, um einen bestmöglichen Nutzen aus der Tagung zu ziehen. Auch Zeiten des offiziellen Programms werden gerne genutzt, informelle Treffen zu anderen Arbeitsvorhaben zu organisieren, Gespräche zu führen oder auch "nur" den Tagungsort und seine Umgebung zu besichtigen. Viele der Kolleginnen und Kollegen trifft man selten, und die fehlende Anwesenheitspflicht ermöglicht solche individuellen Gestaltungen; in diesem Sinne passen Tagungen auch zu den Prinzipien der Weiterbildung, unter denen die Freiwilligkeit grundlegend ist.

Denken Sie gerade auch bei internationalen Tagungen daran, dass die Pausen auch eine inhaltliche Bedeutung in der Tagung haben können (und teilweise sollen). Zu diesem Zweck sind Pausen auch zu gestalten, ohne dass der freie und offene Charakter verloren geht. Aktivitäten in den Pausen können Menschen, die sich noch nicht kennen, zusammenbringen, insbesondere auch internationalen Gästen ein "Eintauchen" in den inhaltlichen und sozialen Kontext erleichtern. Allerdings: Das kann alles

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