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Migration als Chance Der Beitrag der beruflichen Bildung.

  • Erscheinungsdatum: 05.04.2011
  • Verlag: Bertelsmann, Bielefeld
eBook (PDF)
28,90 €
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Migration als Chance

Die berufliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ist eine zentrale bildungs- und gesellschaftspolitische Aufgabe. Wie erhält diese Personengruppe eine bessere Qualifizierung? Wie kann ihre Teilhabe an beruflicher Bildung und ihre Stellung auf dem Arbeitsmarkt verbessert werden? Wie können Schul- und Berufsabschlüsse des Herkunftslandes in Deutschland anerkannt und genutzt werden?

Diesen Fragen gingen Experten auf einer Fachtagung der AG BFN nach. Die Beiträge des Sammelbandes dokumentieren die Ergebnisse. So gilt es, junge Migranten bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu unterstützen, das Interesse von erwachsenen Migranten an Kursen der beruflichen Weiterbildung zu wecken und ihre Kompetenzen sichtbar zu machen. Dies dient nicht allein einer besseren Integration, sondern ist vor allem auch eine Chance für unsere Gesellschaft.

Parallel zur Printfassung stehen die Einzelbeiträge dieses Bandes unter einer Creative Commons Lizenz (Lizenztyp: Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland) zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung: Granato ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn. Reinhold Weiß ist ständiger Vertreter des Forschungsbereichs im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn. Dieter Münk ist Professor an der Fakultät Essen.

Produktinformationen

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Migration als Chance

" Mindert die Berufsausbildung die soziale Ungleichheit von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund? (S. 177-178)
Ursula Beicht, Mona Granato, Joachim Gerd Ulrich
1. Einleitung: Soziale Ungleichheiten von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund als Thema der Berufsbildungsforschung
Ungeachtet des Ausbildungsplatzmangels der letzten Jahre und der damit verbundenen Zugangsschwierigkeiten Jugendlicher (Ulrich / Eberhard 2008, S. 37 ff.) kann es als ein Vorzug des dualen Systems der Berufsausbildung bezeichnet werden, dass es im Gegensatz zum Hochschulsystem keine formellen Aufnahmebedingungen hinsichtlich der schulischen Vorbildung stellt (Lakies / Nehls 2007). Als Auszubildende werden Abiturienten ebenso aufgenommen wie Realschul- und Hauptschulabsolventen. Selbst mehr als 20.000 Jugendliche, die nicht einmal über einen Hauptschulabschluss verfügen (Uhly 2009a, S. 128 ff.), konnten 2007 eine Ausbildung im dualen System beginnen.
Dies ist bemerkenswert, da der Zugang in das duale System weitgehend marktgesteuert ist und zumeist die Betriebe als "Eingangswächter" über die Aufnahme entscheiden (Hillmert 2007, S. 87; Konietzka 2007, S. 281). Zwar gibt es abituriententypische Ausbildungsberufe wie z. B. den / die Kaufmann / -frau für Marketingkommunikation, die starke Schließungstendenzen gegenüber Jugendlichen mit niedrigerer schulischer Vorbildung erkennen lassen (Statistisches Bundesamt 2008, S. 106 ff.).
Doch sind darüber hinaus Berufe zu finden, bei denen die schulische Vorbildung der Auszubildenden stark variiert, so z. B. bei der Ausbildung zum / zur Kaufmann / -frau im Einzelhandel. In solchen Berufen haben Jugendliche mit Hauptschulabschluss die Chance, denselben Berufsabschluss wie ihre studienberechtigten Mitauszubildenden zu erwerben, und in dieser Hinsicht trägt das duale System dazu bei, die Folgen des stark selektiven allgemeinbildenden Schulsystems abzumildern. Allerdings verzichtet auch das Berufsausbildungssystem nicht darauf, Unterschiede zu erzeugen: Sowohl bei der Rekrutierung seiner Auszubildenden als auch beim Vollzug der Ausbildung nimmt es Auswahlen und Differenzierungen vor (Konietzka 2007, S. 278).
Diese führen wiederum für bestimmte Gruppen unter den Jugendlichen zu unterschiedlichen Chancen auf die Realisierung ihrer Ziele, sei es, dass sich diese Ziele auf den Beginn einer Berufsausbildung, den Erwerb eines qualifizierten Berufsabschlusses oder die Integration in das Erwerbsleben beziehen. Wie andere Teilsysteme des Bildungswesens, so erzeugt also auch das berufliche Ausbildungssystem soziale Ungleichheiten.
Es verfügt somit über beide Potenziale: sowohl über den Abbau von sozialer Ungleichheit (hier zeigt es sich dem tertiären Bildungssektor sogar überlegen, da es die rechtlichen Voraussetzungen besitzt, die Folgen unterschiedlicher schulischer Vorbildung einzuebnen) als auch über die Generierung und Vertiefung sozialer Ungleichheit. Dass das berufliche Ausbildungssystem selbst wiederum Jugendliche ungleich behandelt, findet gesellschaftlich allerdings durchaus Duldung, sofern sich diese Ungleichbehandlung über Unterschiede in der Eignung und der Leistungsmotiva tion der Jugendlichen legitimiert (Meulemann 2004). Als fragwürdig gilt es dagegen, sollten sich die Differenzierungen, die das Ausbildungssystem erzeugt, nicht allein an der Befähigung und Einsatzbereitschaft der Jugendlichen orientieren, sondern leistungsirrelevanten Merkmalen folgen."

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