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Das Einmaleins des fairen Streitens Wie Sie Konflikte mit Ihren Kindern konstruktiv lösen von Steininger, Rita (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.03.2014
  • Verlag: Patmos Verlag
eBook (ePUB)
11,99 €
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Das Einmaleins des fairen Streitens

"Max hat aber angefangen!", "Hausaufgaben sind doof!" - Stoff für Zoff gibt es im Alltag mit Kindern zur Genüge: von den Pflichten im Haushalt über Fernseh- und Computerzeiten bis hin zu Schimpfwörtern, Wutanfällen oder endlosen Streitigkeiten zwischen Geschwistern. Rita Steininger, selbst Mutter zweier Söhne, zeigt anhand typischer Beispiele aus dem Familienalltag und mit Hilfe vieler konkreter Tipps, wie Eltern ein respektvolles Miteinander in der Familie ermöglichen. So können sie die Konflikte mit ihren Kindern ohne Schimpfen und Strafen souverän und gelassen meistern.

Rita Steininger, Studium der Ethnologie (M.A.) an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Journalistenausbildung, ist freie Lektorin und Autorin erfolg reicher Sachbücher und Ratgeber zu den Themenbereichen Gesundheit, Erziehung und kindliche Entwicklung. Sie hält regelmäßig Vorträge für Eltern zu Fragen der Erziehung und Entwicklungsförderung. Die Mutter von zwei Söhnen lebt und arbeitet in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 152
    Erscheinungsdatum: 06.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843604703
    Verlag: Patmos Verlag
    Größe: 1579 kBytes
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Das Einmaleins des fairen Streitens

2. Die Rolle von Gefühlen

Wenn zwischen zwei Menschen ein Konflikt ausbricht, sind immer Gefühle im Spiel, mitunter sehr heftige: Ärger, Wut, Neid, Enttäuschung, Scham, Schuldgefühle. Oft entstehen solche Gefühle ganz unvermittelt, innerhalb von Sekunden. Plötzlich tritt eine Situation ein, auf die wir nicht vorbereitet waren. Diese Situation weckt in uns bestimmte Gedanken (zum Beispiel die Erinnerung an frühere ähnliche Erlebnisse), die wiederum bestimmte Gefühle auslösen. Je heftiger diese Gefühle sind, desto eher kann das dazu führen, dass wir plötzlich die Beherrschung verlieren. Der erste Gedanke, den die aufgetretene Situation bei uns ausgelöst hat, spielt also im beschriebenen Ablauf eine entscheidende Rolle. Wenn es uns gelingt, uns diesen Gedanken bewusst zu machen, können wir unter Umständen verhindern, dass unsere Gefühle außer Kontrolle geraten.

Hören mit vier Ohren: So entstehen Missverständnisse

Die Gedanken oder Vorstellungen, die in einer Situation als erste in unserem Kopf auftauchen, müssen nicht immer zutreffen; sie können auch auf einem Missverständnis beruhen. Der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun hat dazu eine interessante Erkenntnis geliefert: Missverständnisse – und daraus erwachsende Missstimmungen – entstehen oft durch einseitige "Hörgewohnheiten". In seinem Buch "Miteinander reden – Störungen und Klärungen" zeichnet Schulz von Thun das Bild eines Menschen mit vier Ohren, von denen jedes aus einer -Äußerung etwas anderes heraushört: Das Sachohr hört den sachlichen Inhalt der Botschaft, das Beziehungsohr eine persönliche Bewertung, das Selbstoffenbarungsohr einen Hinweis auf die momentane Situation oder Verfassung des Sprechers, der Sprecherin und das Appellohr einen Wunsch oder eine Aufforderung. 4

Nehmen wir an, Ihr Kind sagt zu Ihnen: "Du hast mir heute kein Pausenbrot für die Schule eingepackt." Mit Ihrem Sachohr würden Sie zur Kenntnis nehmen, dass Ihr Nachwuchs in der Schule heute nichts zu essen dabeihatte. Mit Ihrem Beziehungsohr würden Sie der Äußerung entnehmen, dass Ihr Nachwuchs Zweifel an Ihrer fürsorglichen Zuwendung hegt, in der Art: "Es ist dir wohl egal, ob es mir gut geht oder nicht." Das Selbstoffenbarungsohr würde Ihnen vergegenwärtigen, dass Ihrem Kind in der Schule der Magen geknurrt hat. Und das Appellohr würde Ihnen den unausgesprochenen Wunsch des Kindes übermitteln: "Denk bitte in Zukunft immer daran, mir ein Pausenbrot in die Schule mitzugeben."

Beziehung auf dem Prüfstand

Welche der vier Botschaften beim Empfänger in erster Linie ankommt, ist natürlich von Mensch zu Mensch verschieden. Bei Frauen (Müttern) scheint jedoch sehr häufig das Beziehungsohr den Ausschlag zu geben. Das heißt, dass sie aus einer Äußerung schnell einen Vorwurf heraushören und darauf mit einem schlechten Gewissen oder einer Rechtfertigung reagieren, etwa auf folgende zwei Arten:

"Mama, ich kann mein gelbes T-Shirt nirgends finden!" – "Oje, mein Schatz, das liegt noch in der Wäsche. Es tut mir leid, ich wusste ja nicht, dass du es heute unbedingt brauchst!" Oder: "Hör zu, ich habe alle Hände voll zu tun und kann mich nicht um alles kümmern. Du wirst doch wohl deine Sachen selbst in Ordnung halten können!"

Besonders hilfreich ist weder die eine noch die andere Reaktion. Denn wenn das Kind das schlechte Gewissen der Mutter bemerkt, könnte es sich dazu verleiten lassen, die Mutter für seine Zwecke einzuspannen – anstatt die Verantwortung für seine

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