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Erziehungsschwierigkeiten gemeinsam meistern Informationen und Übungen für gestresste Eltern von Walg, Marco (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag
eBook (ePUB)
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Erziehungsschwierigkeiten gemeinsam meistern

Wenn Kinder morgens beim Anziehen trödeln, abends nicht ins Bett gehen wollen, sich bei den Hausaufgaben verweigern oder bei den Mahlzeiten herumalbern und nicht ruhig sitzen bleiben, wird das Familienleben oft beeinträchtigt. Diese Situationen treten nämlich fast täglich auf und prägen den Alltag. Wenn sie nicht zufriedenstellend ablaufen, entstehen schnell Enttäuschung, Ratlosigkeit oder Wut bei
Kind und Eltern. Ohne Lösung können sich dauerhafte Machtkämpfe entwickeln. Dieses Buch ist kein allgemeiner Ratgeber, sondern ein Übungsbuch, das Eltern praktische Lösungsansätze zur Bewältigung von Konfliktsituationen bietet. In sieben Übungskapiteln werden Methoden vermittelt, die in schwierigen Erziehungssituationen helfen und die Erziehungskompetenz verbessern. Jede Familie ist einzigartig, daher braucht sie auch individuelle Lösungen. Dieses Übungsbuch lässt Eltern die Freiheit, ihre eigenen Ziele festzulegen und zu entscheiden, in welchen Situationen und wie intensiv sie mit ihrem Kind üben. Die Übungen beruhen auf einem wissenschaftlich geprüften Trainingskonzept. Sie steigern die Kompetenz von Eltern durch Vermittlung wirksamer Erziehungsmethoden, verringern Stress und emotionale Belastung im Familienalltag und verbessern die Eltern-Kind-Beziehung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 159
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783844426212
    Verlag: Hogrefe Verlag
    Größe: 2577kBytes
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Erziehungsschwierigkeiten gemeinsam meistern

[23] Informationskapitel 2:
Erschwerende Erziehungsbedingungen

Wenn Erziehung schwierig wird

In der Erziehung beeinflussen sich Kinder und Eltern gegenseitig. Manchmal machen es Kinder ihren Eltern einfach, manchmal aber auch ausgesprochen schwer. Wir gehen davon aus, dass Eltern grundsätzlich gute Absichten bei ihrer Erziehung verfolgen und ihr Bestes geben. Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen gehören aber selbst in den besten Familien zum Erziehungsalltag dazu. Dabei können sich auch schwierige Situationen ergeben, die nicht schnell oder mitunter gar nicht lösbar scheinen. Die Schwierigkeiten können so festgefahren sein, dass sich Kinder und Erwachsene aufreiben und keinen Ausweg mehr finden. Ursache solcher scheinbar unlösbaren Probleme ist häufig eine sogenannte gegenseitige Zwangsinteraktion zwischen Kind und Erziehungsperson.

In diesem Kapitel wird zunächst erläutert, welche Merkmale auf Seiten eines Kindes die Erziehung erschweren können. Anschließend wird das Modell der Zwangsinteraktion (Coersion) dargestellt.

Eigenschaften eines Kindes, die Erziehung erschweren

Eltern, die mehrere Kinder haben, machen meistens die Erfahrung, dass ihre Kinder sehr verschieden sind. Die gleichen Erziehungsmethoden können sich bei dem einen Kind ganz anders auswirken als beim anderen Kind. Jeder Mensch ist eben anders und ganz besonders. Dass jedes Kind einzigartig ist, lässt sich natürlich schon an Äußerlichkeiten festmachen. Viele Geschwisterkinder haben unterschiedliche Augenfarben, Haarfarben, Körperbau, individuelle Gesichtszüge, einzigartige Fingerabdrücke oder ein unterschiedliches Geschlecht. Mit Ausnahme des Geschlechts sollten diese äußerlichen Merkmale keinen Einfluss auf die [24] Erziehung nehmen. Das Geschlecht spielt insofern eine besondere Rolle, da rein statistisch betrachtet Jungen häufiger aggressiv und verhaltensauffällig sind als Mädchen. Solche Ergebnisse gehen jedoch nicht auf die äußerlichen Geschlechtsmerkmale zurück, sondern auf andere biologische Faktoren, beispielsweise auf den höheren Testosteronspiegel bei Jungen.

Kinder unterscheiden sich jedoch nicht nur rein äußerlich voneinander, sondern auch in ihren "inneren Werten". Viele Studien haben gezeigt, dass bestimmte Merkmale oder Eigenschaften sogenannte Risikofaktoren für eine gesunde Entwicklung darstellen und die Erziehung erschweren können ( Beelmann & Raabe, 2007 ; Bengel et al., 2009 ). Zu diesen Faktoren zählen:

1. Schwieriges Temperament,

2. Geringe Selbstkontrolle,

3. Unterdurchschnittliche Intelligenz,

4. Geringe Soziale Kompetenz.

Die einzelnen Faktoren sowie ihre Einflüsse werden im Folgenden kurz erläutert.

1. Temperament : Unter "Temperament" werden zeitlich stabile Eigenschaften zusammengefasst, wie Emotionalität, Aktivität sowie Aufmerksamkeit und Ausdauer. Kinder mit einem schwierigen Temperament zeigen ausgeprägte negative Emotionen. Sie reagieren beispielsweise stark auf Kleinigkeiten, sodass bereits eher unbedeutende Auseinandersetzungen mit unangemessen heftigem Ärger, Wutausbrüchen oder mit explosionsartigem Schreien und Weinen beantwortet werden. Die Kinder sind dann nur schwer wieder zu beruhigen. Ein schwieriges Temperament ist zudem durch starke motorische Unruhe, kurze Aufmerksamkeitsspanne und Impulsivität gekennzeichnet. Betroffene Kinder wirken daher oft zappelig, können nicht lange sitzen bleiben, scheinen ständig in Bewegung zu sein, sind oft sehr laut; sie lassen sich leicht ablenken, vermeiden ungeliebte Aufgaben wie Hausaufgaben und bringen angefangene Tätigkeiten oft nicht zu Ende; sie haben oft Schwierigkeiten, auf etwas zu warten, platzen mit ihren Antworten heraus oder reden übermäßig viel.

[25] Ein schwieriges Temperament erschwert es den Erziehungspersonen, de

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