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Es geht auch ohne Strafen! Kinder auf Augenhöhe begleiten. - Impulse für Familie, Kita und Schule von Rodriguez, Aida S. de (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.10.2019
  • Verlag: Kösel
eBook (ePUB)
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Es geht auch ohne Strafen!

"Kinder müssen lernen zu hören" ... wirklich? Viele Erwachsene glauben, um Kinder auf das Leben vorbereiten, müsse man erzieherischen Druck ausüben - Strafen inklusive. Dabei fehlt Wissen über die kindliche Entwicklung und darüber, wie schädlich Strafmaßnahmen sind. Dieses Buch zeigt ganz konkret, wie Zusammenleben und -lernen mit Kindern ohne Bestrafungen gelingt. Es beschreibt tragfähige Alternativen für Familie, Kita und Schule - für eine Begleitung auf Augenhöhe. Aida S. de Rodriguez war Projektmanagerin in einem Weltkonzern, bevor sie radikal ihre Wertorientierung in den Mittelpunkt ihrer Berufstätigkeit stellte. Sie ist eine der beiden Gründerinnen der APEGO-Schule in Berlin, die komplett ohne Straf- und Belohnungssysteme auskommt und in der alle die Kinder betreffenden Entscheidungen auch gemeinsam mit den Kindern getroffen werden. Mit ihrem gemeinnützigen Verein Madrina Sophia e. V. setzt sie sich in Deutschland und Lateinamerika für das Recht von Kindern auf ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Aufwachsen ein. Sie bloggt erfolgreich auf elternmorphose.de und administriert seit mehreren Jahren die Gruppe 'unerzogen' auf Facebook. Derzeit widmet sie sich der Gründung der APEGO-Kita in Berlin und ist als Coach und Trainerin für interkulturelle Kompetenzen sowie als Beraterin für Veränderungsprozesse eine gefragte Expertin. Ihr Familienleben mit drei Kindern ist multilingual und interkulturell geprägt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 28.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641243074
    Verlag: Kösel
    Größe: 5922 kBytes
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Es geht auch ohne Strafen!

Ein paar Begriffe vorab

Erziehung

... nach der meiner Arbeit zugrunde liegenden Definition ist die bewusste Formung eines (jungen) Menschen in eine von Eltern, Pädagogen oder anderen Erwachsenen für richtig befundene Richtung. Diese Richtung wird in einem bestimmten Kontext unter ganz individuellen Voraussetzungen aufgrund gemeinsamer Wertvorstellungen, Zielen und Normen innerhalb einer Gesellschaft, einer Familie oder anderen Gruppen bestimmt.

Erziehung hat eine konkrete Vorstellung davon, was sein soll und sein muss. Um das Erziehungsziel zu erreichen, bedient sich der Erziehende verschiedener Methoden, die auf eine unmittelbare oder langfristige Verhaltensformung und -änderung zielt. Hier zählt primär das angestrebte Ergebnis, auch wenn auf einen vermeintlich liebevollen Weg geachtet wird und die Ziele mit den besten Absichten verfolgt werden. Das Kind wird durch Erziehung zum Objekt degradiert.

Durch erzieherische Handlungen verliert der Erziehende die Chance, das Kind wahrhaftig kennenzulernen, denn Erziehung fokussiert stets das Verhalten und nicht den einzigartigen Menschen mit seinen Bedürfnissen. Die Entwicklung und freie Entfaltung des Kindes wird gehemmt und verhindert. Der Erwachsenen-Kind-Beziehung wird nachhaltig geschadet.

Erziehung ist willkürlich und steht einer gleichwürdigen Beziehung zwischen zwei Menschen unterschiedlichen Alters sowie einer Begleitung von Kindern auf Augenhöhe im Weg.

Gewalt

... wird verstanden als alle einwirkenden Kräfte, Maßnahmen, Vorgänge und Handlungen, die den Menschen verändern, beeinflussen und schädigen. Erziehung als die bewusste Formung eines Menschen in eine von jemand anderem für richtig befundene Richtung fällt unter diese Definition. Auch wenn Erziehung in ihrer Umsetzung und Ausprägung sehr unterschiedlich ausfallen mag, begünstigt die dahinterstehende Haltung stets Machtmissbrauch durch Erwachsene.

Um einen Menschen zu erziehen, bedient sich der Erziehende (oft unhinterfragt, unbewusst und mitunter gesellschaftlich forciert) erzieherischer Methoden, die gewaltvoll sind. (Körperliche) Strafen, Drohungen und Erpressungen sind ebenso Formen der körperlichen, emotionalen oder seelischen Gewalt wie Manipulation und Fremdbestimmung, das Setzen willkürlicher Grenzen oder das bewusste Ignorieren eines Menschen. Ausgeprägte Formen werden in der Regel gesamtgesellschaftlich als Gewalt verstanden, während andere oft so subtil daherkommen, dass sie ohne entsprechende Sensibilisierung aufgrund ihrer strukturellen Verstrickung nicht als Gewalt erkannt werden. Schlimmer noch, wir halten ihren Einsatz für genauso selbstverständlich und unabdingbar, wie einst die Prügelstrafe.

Gewalt umfasst ein breites Spektrum, wobei die schädliche Auswirkung der Handlung und Haltung maßgeblich ist, nicht der Abgleich zu anderen Formen der Gewalt.

Kinder als gleichwürdige Menschen zu begreifen und anzuerkennen, dass Ihre Würde unantastbar ist, lässt sich nicht mit ihrer Degradierung zum Objekt und der Anwendung erzieherischer Methoden vereinbaren. Die gewaltfreie Erziehung ist ein Oxymoron.

Verhaltens- versus beziehungsorientiert

... verdeutlicht den Paradigmenwechsel von Erziehung zur Beziehungsfähigkeit.

Der Alltag in Familie, Schule oder Kita birgt vielfältige Herausforderungen im zwischenmenschlichen Umgang zwischen Erwachsenen und Kindern. Wir sind darauf konditioniert, für ein konkretes Problem nach einer sofortigen und einfach umzusetzenden Lösung zu suchen. Dabei fokussieren wir uns auf das scheinbar Naheliegende: Das Verhalten. Und wir agieren entsprechend.

Beim verhaltensorientierten Handeln geht es um Funktionalität. Ich achte auf das Verhalten d

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