text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Kinder an der Macht Die monströsen Auswüchse liberaler Erziehung von Eberhard, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.03.2015
  • Verlag: Kösel
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Kinder an der Macht

Die Warnung aus dem Land des Erziehungsliberalismus: Schweden, lange Zeit weltweiter Vorreiter in Sachen Pädagogik, hat als erstes Land 1979 die körperliche Züchtigung verboten. Aber kann es sein, dass man dort und andernorts zu weit gegangen ist, was liberale Erziehung angeht? Allerdings, so David Eberhard, Psychiater und Vater von sechs Kindern. Obwohl die Eltern in Schweden vom Staat unterstützt würden wie kaum in einem anderen Land, wachse dort keine Generation von zufriedenen Bürgern heran, sondern eine Generation von Rotzlöffeln.
Sein provozierendes, kluges und unterhaltsames Buch hat bereits wenige Wochen nach Erscheinen in Schweden die Aufmerksamkeit der internationalen Presse auf sich gezogen. David Eberhards mal humorvolle, mal ätzend scharfe Standpauke ist längst überfällig. Dem vagen Unwohlsein, das viele von uns angesichts der heutigen Erziehungslandschaft befällt, gibt er endlich eine Stimme. Dabei geht es Eberhard nicht nur darum, ein Krisenszenario zu entwerfen. Er will auch Eltern unterstützen, damit diese sich wieder trauen, die Erziehung selbstbewusst und mit Führungsstärke in die Hand zu nehmen.

David Eberhard ist Psychiater, psychiatrischer Oberarzt am Danderyds Krankenhaus in Stockholm und Autor mehrerer Bestseller. Er debattiert, provoziert und vermittelt Wissen unterhaltsam und pointiert. David Eberhard lebt in Stockholm und ist Vater von sechs Kindern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 26.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641152888
    Verlag: Kösel
    Originaltitel: Hur barnen tog makten
    Größe: 669 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Kinder an der Macht

Eine Frage kindlicher Reife

Die optimale Erziehung

Es ist schwierig, Erziehung zu messen. Erstens gibt es eine fast unendliche Menge an Parametern, die man untersuchen müsste. Besonders wenn - wie manche behaupten werden - jede kleine Nuance und jeder besondere Tonfall einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes hat. Wenn man bedenkt, dass sich jeder Mensch aus einer einzigen Zelle, die sich billionenfach teilt, entwickelt, werden die Variationen der potentiellen Ursachen und Fehlerquellen rein biologisch gesehen unüberschaubar. Wenn man dann noch mitberechnet, dass die jeweilige Wirkung keineswegs eindeutig ist, wird es noch problematischer. Was ist eigentlich eine gelungene Wirkung? Und was ist überhaupt messbar? Man kann Eigenschaften und Temperament definieren, aber eine menschliche Eigenschaft kann zu vielen verschiedenen Verhaltensmustern führen. Biologische Veränderungen und variierende Nuancen im psychologischen Zusammenspiel sind außerdem abhängig von den vererbten, genetischen Veranlagungen. Hinzu kommt, dass sich alle parallel in verschiedenen Umgebungen aufhalten; in der Familie, in der Schule, unter Freunden nach der Schule und so weiter und so fort.

Wenn man im Nachhinein versucht, solche Wirkungen auszuwerten, muss man auch die seitdem vergangene Zeit berücksichtigen. Nachwirkungen können sich noch nach 20 Jahren zeigen oder gar das ganze Leben lang. Somit ist es fast unmöglich, zu einem klaren Ergebnis zu gelangen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass sogenannte "Experten" in der Tat behaupten können, was sie wollen. Die Wettbewerbssituation in diesem Bereich bewirkt aber, dass es erstrebenswert ist, so human wie möglich zu erscheinen. Je netter sich alles anhört, umso erfolgreicher wird der "Experte" sein. Man kann also behaupten, was man will (außer wenn es darum geht, die Menschen vor ganz konkreten Gefahren zu schützen). In der heutigen, selbstverwirklichten Welt hat das "Gute" einen sehr starken Marktwert.

Der eine Therapeut beschreibt die Kinder als ganz empfindliche Blümlein. Der nächste beißt sich an der Bindungstheorie fest und schließt daraus, dass man stillen sollte, bis das Kind sieben Jahre alt ist. Hinzu kommt noch ein dritter, der von der Bedeutung der bedingungslosen Liebe spricht. Ein weiterer beharrt darauf, dass die Eltern eine Therapie machen sollten, bei der sie sich bis in ihre jüngste Kindheit zurückversetzen und über ihre damaligen Gefühle reden. Es gibt relativ wenige Eltern, die sich trauen, sich gegen diese Wirklichkeit aufzulehnen, aber es gibt auch Experten, die der Meinung sind, dass man die Kinder nicht mit Samthandschuhen anfassen muss. Und schließlich gibt es diejenigen, die behaupten, dass es kaum eine Rolle spielt, wie man sich verhält. Es sei doch alles von Anfang an biologisch vorprogrammiert.

Nur der Zufall ist gewiss

Kinder zu erziehen ist keine leichte Sache. Mit Hinblick auf die vielen Parameter weiß man als Eltern eigentlich nur eines: Wie man es auch macht, macht man es wahrscheinlich falsch. Und die Strafe dafür wird kommen - das ist unvermeidbar. War man zu beschützend, werden die Kinder das Gefühl haben, sie müssten übermäßig vorsichtig durch die Welt gehen, und sie werden ihren Eltern die Schuld dafür geben. Sind die Kinder dagegen übermütig und erlebnishungrig, werden auch daran die Eltern schuld sein. Dann heißt es, dass sie dem Kind nie etwas erlaubt haben, deshalb kompensiert es diese Erfahrung als Erwachsener und probiert alles aus. Haben die Eltern ihre Kinder jedoch wenig überwacht, sind diese davon überzeugt, dass genau das ihr Wesen geprägt haben muss. Der nach Sensationen gierende Mensch gibt seinen Eltern ebenso die Schuld für das eigene halsbrecherische Leben wie der ängstliche Mensch für sein übervorsichtiges Verhalten.

Und die Kinder haben Recht. Augenscheinlich werden viele Kinder genauso wie ihre Eltern. Aber es ist auch überaus f

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen