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Mein Kind hat deine Läuse Wie sich engagierte Eltern um Kopf und Kragen schreiben von Völker, Isabel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2014
  • Verlag: Berlin Verlag
eBook (ePUB)
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Mein Kind hat deine Läuse

Wer seitenlange Reflexionen über Bio-Brotdosen für eine Erfindung des Berliner Prenzlauer Bergs hält, irrt: Der Kampf ums Beste für das eigene Kind führt auch in Stuttgart oder Bielefeld zu erbittertem Austausch mit den anderen Eltern. Isabel Völker hat sie gesammelt, die lebendigen Zeugnisse aus dem modernen Elternalltag, in denen sich Verzweiflung, Wut und unterdrückte Tränen Bahn brechen. Es geht hier um Hochdramatisches wie Läuse und die Ankündigung des ersten gemeinsamen Picknicks oder ob man dem kleinen Julian den Schokopudding verwehren darf, wenn er zuvor den Gemüsereis nicht essen wollte. Die Entscheidung über die Befüllung der Brotdose ist in diesen Mails nicht weniger wichtig für die Demokratie als der Fall der Mauer 1989. Vor zwanzig Jahren noch fuhr Stefans Papa mit dem Mercedes vor, um den anderen zu zeigen, dass er es zu etwas gebracht hat. Leons Eltern zeigen heute, wozu sie in all den Seminaren über Projektmanagement und Soft Skills gesessen haben. Tag und Nacht können sie sich mit seitenlangen Mails beschießen. Und sie tun es.

Isabel Völker, 38, lebt in einer großen deutschen Stadt, mitten in einem für seine hohe Kinderzahl bekannten Bezirk. Sie arbeitet in einer PR-Agentur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827077400
    Verlag: Berlin Verlag
    Größe: 1992kBytes
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Mein Kind hat deine Läuse

Von: Kita allgemein

Datum: 28. April 2014 07:41:05

Betreff: Neuorganisation Vesper

An: alle

Liebe Eltern,

beim letzten Elternabend haben wir ja bereits ausführlich darüber berichtet, nun möchte ich Euch über den weiteren Vorgang in Sachen Vesper berichten. Ihr habt ja allgemein den Wunsch geäußert, die Versorgung durch die Eltern für den Nachmittag zu verringern bzw. eventuell sogar ganz durch die Bestellung einer Nahrungsmittel-Kiste oder -Box zu ersetzen. Der Reihum-Einkauf einmal im Vierteljahr hat leider nicht so gut geklappt wie erwartet, es gab manche, die dann letztlich so nett waren, zweimal zu gehen, und andere haben ihren Dienst, auch aus guten Gründen natürlich, nicht angetreten. Dankenswerterweise haben sich die Eltern von Elli und Leni bereit erklärt, eine Übersicht zusammenzustellen, welche Alternativen es gibt und welche Kosten/Mühen bei der jeweiligen Variante entstehen. Hier nun also die Zusammenstellung, über die ich gerne mit Euch gemeinsam abstimmen würde.

Diese Abstimmung stelle ich mir wie folgt vor: In der Kita hänge ich morgen früh eine Liste aus, die den jeweiligen Namen des Kindes enthält sowie die Möglichkeit, bei einer der Varianten ein Kreuz zu machen. Ich würde dann in zwei Wochen die Liste wieder abnehmen und das Ergebnis auszählen und Euch umgehend berichten. Wer in den nächsten 14 Tagen nicht selber kommen kann, kann ja vielleicht den abholenden Personen die Erlaubnis geben, ein Kreuz zu machen. Jeder von Euch kann nur eine Stimme abgeben, bitte haltet Euch daran. Das Ergebnis wird dann so schnell wie möglich bindend. So, und nun die Abstimmungsoptionen, deren Vor- und Nachteile insgesamt, wie ich finde, sehr sachlich und zweckdienlich zusammengefasst wurden:

Eltern versorgen nur ihr eigenes Kind mit einer eigenen Dose.

Das heißt, Ihr seid ab sofort dafür verantwortlich, was Ihr den Kindern mitgebt, dafür muss keiner mehr die große Tour machen und hat am Ende das gekauft, was einigen nicht schmeckt, das hatten wir ja nun genug.

Vorteile: Mehr Eigenständigkeit der Eltern, Kosten und Art der Versorgung werden selber bestimmt, auf individuelle Wünsche der Kinder kann besser eingegangen werden, Allergien finden Berücksichtigung. Die Kita hat keinen Orga-Aufwand mehr.

Nachteile: Wie definieren wir, was erlaubt und was nicht erlaubt ist? Z.B. Schoki? Neid unter den Kindern kann schnell entstehen, weil bekanntlich die süßeren Kirschen immer in Nachbars Garten hängen; Aufwand für die Eltern ist hoch, jeden Tag muss etwas mitgegeben werden.

Bestellung einer (Bio-)Kiste

Die Lebensmittel werden bei einem (Bio-)Lieferdienst bestellt. Da es keine sehr großen Preisunterschiede zwischen konventionellen Anbietern, wie z. B. den Supermärkten, und Bio-Kisten gibt, spricht einiges für den Bio-Anbieter. Alle Kinder essen gemeinsam.

Die Kosten belaufen sich auf 30 bis maximal 40 Euro im Vierteljahr.

Vorteile: Es gibt für alle das Gleiche, und das Bio-Essen ist auch noch besonders gesund; Eltern haben überhaupt keine Arbeit und die Kita auch nicht, außer die Bestellung zu managen.

Nachteile: Insgesamt wird durch die Bestellung der finanzielle Einsatz pro Eltern etwas höher. Wer kein Bio-Essen wünscht (gibt es), müsste sich der Mehrheit fügen und das Bio-Essen mitbezahlen, da diese Regelung auch nur für alle gilt und keine Ausnahmen möglich sind.

Alternativ könnten wir über einen Wechsel von Bio zu Nicht-Bio nachdenken, aber das ist dann wieder für die Bio-Befürworter schwierig.

So, nun wünsche ich freudiges Abstimmen und bin sehr gespannt auf Eure Entscheidung!

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