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Mein kompetentes Baby Wie Kinder zeigen, was sie brauchen von Imlau, Nora (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.08.2016
  • Verlag: Kösel
eBook (ePUB)
15,99 €
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Mein kompetentes Baby

Babys gehören zu den meist unterschätzten Wesen auf diesem Planeten. Dabei ist es absolut erstaunlich, was Babys ab dem ersten Tag schon können: Sie erkennen die Eltern, reagieren auf Gesichter, nehmen Blickkontakt auf, können Stimmungen unterscheiden. Aus Sicht der modernen Entwicklungspsychologie tragen die Kleinen damit aktiv zum Aufbau der Eltern-Kind-Bindung bei. Nora Imlaus fundierter und leicht lesbarer Ratgeber durch das erste Jahr zeigt anschaulich, dass Babys genau über die Kompetenzen verfügen, die sie in ihrem jeweiligen Lebensalter und in ihrer Erfahrungswelt brauchen. Sie entwickeln sich nicht vom Unfertigen zum Fertigen, sondern werden von kompetenten Neugeborenen zu kompetenten Babys zu kompetenten Kleinkindern. Dieser revolutionäre Blick auf Babys entlastet die Eltern, denn wer versteht, wie Babys 'ticken', erkennt schneller, was sie brauchen, um ausgeglichen und zufrieden zu sein. Nora Imlau, 1983 geboren, gilt hierzulande als eine der wichtigsten Expertinnen für Familienthemen. Als Journalistin und Fachautorin schreibt sie unter anderem für die Zeitschrift ELTERN und hat bereits mehrere erfolgreiche Elternratgeber veröffentlicht. In Vorträgen und Workshops macht sie sich für ein bindungs- und beziehungsreiches Familienleben stark. Durch ihren konsequent bedürfnisorientierten Blick auf Kinder und Eltern haben auch ihre Facebookseite und ihr Blog eine große Fangemeinde. Nora Imlau hat selbst vier Kinder und lebt in Leipzig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 29.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641182359
    Verlag: Kösel
    Größe: 4197 kBytes
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Mein kompetentes Baby

ERSTES KAPITEL
Kompetent von Anfang an

Gerade ein paar Stunden alt und gleichzeitig schon so viele Erfahrungen im Gepäck: Unsere Babys kommen perfekt aufs Leben vorbereitet auf die Welt, weil ihre Geburt für sie eben nicht die "Stunde null" ist, als die wir Eltern sie oft begreifen. Denn jedes Kind hat bei seiner Geburt bereits eine Vergangenheit - und das sogar im doppelten Sinne: eine individuelle und eine menschheitsgeschichtliche. Wie das? Nun: Zum einen wissen wir heute, dass unsere Kinder bereits als Ungeborene sehen, hören und fühlen können und dadurch vielfältige Sinneseindrücke erleben, mit denen sie sich bereits im Mutterleib ein erstes Bild von der Welt machen, in der sie einmal leben werden. Unmittelbar nach der Geburt sind Neugeborene deshalb bereits in der Lage, auf ihren individuellen Erfahrungsschatz aus der Zeit der Schwangerschaft zurückzugreifen, um sich in der Welt zurechtzufinden.

Über diese individuellen Eindrücke hinaus tragen alle Menschenbabys jedoch auch Erfahrungen in sich, die sich im Verlauf der Menschheitsgeschichte tief in die Gene unserer Art eingeschrieben haben. Diese Erfahrungen zeugen davon, welche Verhaltensweisen unseren Kindern seit vielen tausend Jahren dabei geholfen haben, ihre ersten Lebensjahre gesund zu überstehen und zu gesunden, lebenstüchtigen Erwachsenen heranzureifen. Dass diese Verhaltensmuster noch heute in unseren Kindern nachwirken, liegt am Grundprinzip der Evolution: Was sich als Überlebensvorteil bewährt, wird von Generation zu Generation weitergegeben, was sich im Überlebenskampf als hinderlich erweist, setzt sich auf Dauer nicht durch. Und weil die Mühlen der Evolution sehr langsam mahlen - 10 000 Jahre Menschheitsgeschichte sind da nicht mehr als ein Wimpernschlag -, basieren die "Werkeinstellungen" unserer Neugeborenen heute noch zu einem großen Teil auf den Erfahrungen unserer Vorfahren in der Jungsteinzeit.

Die allerersten Kompetenzen unserer Babys beruhen deshalb auf einer Kombination dieser beiden sehr unterschiedlichen Erfahrungswerte. Sie starten ins Leben, gerüstet mit ihren ganz eigenen Erkenntnissen aus den vergangenen Monaten im Bauch und gleichzeitig geprägt von den Survival-Strategien unserer Urahnen.

Mit allen Sinnen bereit für die Welt

Um die Welt um uns herum zu entdecken und zu erfassen, brauchen wir unsere Sinne - und die entwickeln sich bereits im Mutterleib. Als Erstes entsteht der Tastsinn : Das Baby im Bauch nimmt Berührungen wahr und reagiert auf sie. Am empfindlichsten sind dabei anfangs seine Lippen. Berührt es sie zufällig mit der Hand, nimmt es mit seinen nigelnagelneuen Nervenzellen wahr, dass da etwas ist - und öffnet den Mund, um dieses Etwas bereits genauer zu erkunden. So kommt es, dass Ungeborene bereits in der 12. Schwangerschaftswoche im Ultraschall beim Daumenlutschen beobachtet werden können - eine erste wichtige Vorbereitung auf das Leben nach der Geburt, in dem Babys von der Fähigkeit, ausdauernd und kräftig zu saugen, beim Stillen profitieren.

Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto weiter breitet sich die Berührungsempfindlichkeit Ungeborener dann vom Lippenbereich über den ganzen Körper aus, bis das Baby etwa in der Mitte der Schwangerschaft mit jeder Stelle seiner Haut spüren kann, was um es herum geschieht. Es beginnt, mit seinen Händen und Füßen zu spielen, die Nabelschnur und die Gebärmutterwände abzutasten, reagiert auf Temperaturunterschiede im Bauch und spürt, wenn Mama oder Papa die Hände auf die Bauchdecke legen. Je nach Tagesform und Temperament gibt es Ungeborene, die auf diese frühe Kontaktaufnahme von außen reagieren, indem sie sich ihrerseits von innen regelrecht in die auf dem Bauch liegende Handfläche hineinkuscheln, während andere Babys sich eher zurückziehen. In beiden Fällen nimmt das Baby den Reiz von außen jedoch wahr und reagiert bewusst darauf. Auch diese frühen Körperwahrnehmung

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